Daumen hoch, als Lob des Halbfinalisten Ovtcharov für die Fans (Foto: Schillings
Solja spielt um 10 Uhr gegen Polcanova um den Einzug in das Finale / Boll - Ovtcharov um 11.40 Uhr

Europe Top 16: Ovtcharov macht deutsches Halbfinale gegen Boll perfekt

02.02.2019

Montreux. Beim mit 61.000 Euro dotierten Europe Top 16 in Montreux ist das Traum-Halbfinale zwischen Titelverteidiger Timo Boll (Düsseldorf) und Dimitrij Ovtcharov (Orenburg/Russland) perfekt. Auch Petrissa Solja (Langstadt), die nun auf die Österreicherin Sofia Polcanova trifft, gelang bei den Damen der Einzug in die Vorschlussrunde. Für Debütantin Nina Mittelham (Berlin) war das kontinentale Ranglistenturnier im Viertelfinale beendet. Die beiden weiteren Halbfinalpartien bestreiten Vladimir Samsonov (Weißrussland) und der Österreicher Daniel Habesohn sowie bei den Damen Titelverteidigerin Bernadette Szocs und Natalia Partyka (Polen).

Vorweggenommenes Finale Boll gegen Ovtcharov

Das Duell am Sonntag um 11.40 Uhr zwischen Titelverteidiger Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov ist die Neuauflage des Vorjahresendspieles und nicht nur für die deutschen Zuschauer, darunter die Jahr für Jahr vertretene Fangruppe des TV Merklingen, bereits das vorweggenommene Finale. Dimitrij Ovtcharov hätte das Match ebenfalls lieber eine Runde später gesehen: "Schade, dass wir diesmal schon im Halbfinale gegeneinander antreten müssen. Aber das ist der Preis, den man zahlt, wenn man etwas in der Weltrangliste abrutscht. Wir hätten uns das sicher beide anders gewünscht."

Der viermalige Europe-Top-16-Sieger Ovtcharov war nach einem Jahr mit gesundheitlichen und sportlichen Rückschlägen innerhalb von zwölf Monaten von Platz eins auf Rang 14 in der Weltrangliste abgerutscht und in Montreux als Nummer drei der Setzungsliste ins Rennen gegangen. Ovtcharov: "Ich bin wieder in sehr guter Form und will hier nicht im Halbfinale ausscheiden." Die Vorstellungen im Achtelfinale gegen den Ukrainer Kou Lei und in der Runde der besten Acht zeigten Ovtcharov spielerisch und körperlich in bester Verfassung. Vor allem der Sieg gegen den Vorjahresdritten Jonathan Groth war ein wertvoller, wie auch Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf betont: "Groth ist ein unangenehmer Gegner. Das war schon stark, wie Dimitrij nach dem verlorenen zweiten Satz umstellen konnte und das Heft wieder in die Hand genommen hat. Wichtig war auch, dass er seine Aufschläge sehr flexibel platziert hat."


Souveräner Boll gewinnt Vereinsduell gegen Karlsson

Vor Ovtcharov hatte sich bereits Timo Boll in souveräner Manier in das Halbfinale gespielt. Im Düsseldorfer Vereinsduell gegen Kristian Karlsson ließ der Rekordeuropameister von Beginn an nichts anbrennen. Nach der Galavorstellung des in Montreux topgesetzten Weltranglistenfünften spendete selbst der chancenlose Schwede dem sechsfachen Europe-Top-16-Sieger Applaus. Boll lächelte nach dem Match zufrieden: "Ich habe wie schon im ersten Einzel vorhin gleich gut begonnen, habe mich gut bewegt. Dadurch hat Kristian am Anfang gar nicht zu seinem Spiel gefunden." Im Achtelfinale hatte der zweimalige World-Cup-Sieger zuvor den Portugiesen Tiago Apolonia mühelos ohne Satzverlust auf Distanz gehalten. Boll hält sich vor dem Halbfinale mit Prognosen zurück: "Gegen Dima habe ich nun länger nicht gespielt, da wird es auch davon abhängen, wie seine Form morgen Vormittag ist. Schade, dass wir schon im Halbfinale gegeneinander spielen, aber das kann eben passieren." Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf sah am ersten Turniertag einen starken Boll: "Nur einen Satz in den beiden Begegnungen zu verlieren, das ist schon souverän. Timo hat seine beiden Gegner überhaupt nicht ins Spiel finden lassen und die Kontrolle über das Match gehabt. Man merkt, dass Timo sich hier in Montreux wohlfühlt."

Solja mit starker Vorstellung ins Halbfinale
Auch bei den Damen stellt Deutschland eine Halbfinalistin. Petrissa Solja zeigte im Viertelfinale gegen die Rumänin Elizabeta Samara eine starke Vorstellung und kontrollierte beim 4:1 das Spiel gegen die Europameisterin von 2015 fast nach Belieben. "Ich hatte gegen sie sehr lange nicht mehr gespielt. Ich bin mit viel Selbstvertrauen in das Match gegangen und habe mich im Aufschlag- und Rückschlagspiel gegen sie sehr wohl gefühlt, auch die langen Ballwechsel habe ich gut kontrolliert." Zuvor hatte die Finalistin von 2015 und 2017 am Vormittag das schwere Duell gegen Polens Europameisterin Li Qian gewonnen. Im Halbfinale am Sonntag um 10 Uhr steht die WM-Dritte im Mixed nun morgen Europas Nummer eins Sofia Polcanova gegenüber, die Nina Mittelham knapp ausschaltete. Den letzten Vergleich bei den Hungarian Open, der vor zwei Wochen mit einem 4:0 für Solja endete, will die Deutsche nicht überbewertet wissen: "Davor habe ich auch einige Male gegen sie verloren. Das ist eine fifty-fifty-Partie. Aber vielleicht helfen mir morgen die deutschen Zuschauer so toll wie heute."

Mittelham trotz guter Leistung ausgeschieden

Debütantin Nina Mittelham hatte als erste Deutsche an die Tische gemusst und beim mit 61.000 Euro dotierten Europe Top 16 in Montreux den Einzug in das Halbfinale knapp verpasst. Die 22-jährige Mittelham ärgerte sich nach nach einer beeindruckenden Aufholjagd über den hauchdünn verpassten Einzug in den Entscheidungssatz. 0:3 in Sätzen hatte die ehemalige Jugend-Europameisterin gegen die Weltranglisten-17. zurückgelegen, ehe sie nach zwei gewonnenen Durchgängen und einer 10:5-Führung die Partie gegen die Österreicherin zu kontrollieren schien. Mittelham ärgerte sich nach dem Match: "Wäre es noch in den siebten Satz gegangen, ich hätte sicherlich Vorteile gehabt. Zu Beginn des Spiels hatte ich viele Probleme mit ihrem Aufschlag. Aber ich habe diesmal eigene Chancen nicht ausreichend genutzt. Auch im fünften Satz hätte ich fast eine 10:6-Führung noch verspielt."
Dennoch darf Mittelham mit ihrem Debüt durchaus zufrieden sein. Im Achtelfinale hatte sie die favorisierte Schwedin Matilida Ekholm besiegt. Bei ihrer glänzenden Vorstellung kontrollierte die junge Berlinerin weitgehend das Match gegen ihre Vereinskollegin und war anschließend mit ihrer Vorstellung zufrieden: "Es lief sehr gut heute, ich habe stark gespielt. Ich hatte mir allerdings auch Chancen ausgerechnet. Das letzte Duell hatte ich 2018 gewonnen und wir kennen uns aus dem Verein sehr gut." 

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TV: EUROSPORT 1 und 2
Sonntag, 3. Februar
18.30 Uhr - 19.55 Uhr (Aufzeichnung, Eurosport 2)
Montag, 4. Februar
13.00 Uhr - 14.00 Uhr (Aufzeichnung, Eurosport 2)
16.45 Uhr - 17.30 Uhr (Aufzeichnung, Eurosport 1)

SAMSTAG, 2. FEBRUAR
HERREN
Achtelfinale
Timo Boll - Tiago Apolonia POR 4:0 (3,4,5,5)
Kristian Karlsson SWE - Emmanuel Lebesson FRA 4:1 (-5,10,9,4,7)
Jonathan Groth DEN - Lionel Weber SUI 4:0 (6,5,8,7)
Dimitrij Ovtcharov - Kou Lei UKR 4:0 (2,9,6,6)
Liam Pitchford ENG - Simon Gauzy FRA 0:4 (-9,-8,-9,-7)
Marcos Freitas POR - Daniel Habesohn AUT 3:4 (-12,-6,9,4,9,-8,-8)
Vladimir Samsonov BLR - Ovidiu Ionescu ROU 4:1 (3,10,-9,8,5)
Mattias Falck SWE - Panagiotis Gionis GRE 2:4 (-8,12,10,4,7,8)

DAMEN
Achtelfinale

Sofia Polcanova AUT - Rachel Moret SUI 4:3 (7,4,-6,-13,6,-13,10)
Nina Mittelham - Matilda Ekholm SWE 4:1 (9,-8,12,6,11)
Petrissa Solja - Li Qian POL 4:3 (-9,8,10,-5,-5,8,8)
Elizabeta Samara ROU - Polina Mikhailova RUS 4:0 (9,10,10,7)
Li Jie NED - Natalia Partyka POL 3:4 (7,-10,-8,8,-5,7,-7)
Georgina Pota HUN - Ni Xialian LUX 4:0 (2,9,6,7)
Britt Eerland NED - Barbora Balazova SVK 0:4 (-9,-8,-14,-8)
Bernadette Szocs ROU - Hana Matelova CZE 4:2 (5,9,-11,7,-13,8)

 

HERREN
Viertelfinale 

Timo Boll - Kristian Karlsson SWE 4:1 (3,10,6,-6,1)
Dimitrij Ovtcharov - Jonathan Groth DEN 4:1 (9,-4,9,8,3)
Simon Gauzy FRA - Daniel Habesohn AUT 2:4 (-7,5,-9,5,-5,-7)
Vladimir Samsonov BLR - Panagiotis Gionis GRE 4:1 (7,-10,4,2,7)


DAMEN
Viertelfinale 

Nina Mittelham - Sofia Polcanova AUT 2:4 (-6,-8,-6,8,10,-13)
Petrissa Solja - Elizabeta Samara ROU 4:1 (7,9,-9,8,6)
Bernadette Szocs ROU - Barbora Balazova SVK 4:0 (7,8,5,9)
Georgina Pota HUN - Natalia Partyka POL 1:4 (-7,-9,-6,6,-11)

SONNTAG, 3. FEBRUAR 
10.00 Uhr: Damen, Halbfinale
Petrissa Solja - Sofia Polcanova AUT
10.50 Uhr: Damen, Halbfinale
Bernadette Szocs ROU - Natalia Partyka POL
11.40 Uhr: Herren, Halbfinale
Timo Boll - Dimitrij Ovtcharov
12.30 Uhr: Herren, Halbfinale
Vladimir Samsonov BLR - Daniel Habesohn AUT
Der weitere Zeitplan
14.15 Uhr: Damen, Spiel um Platz 3
15.05 Uhr: Herren, Spiel um Platz 3
15.55 Uhr: Damen, Finale
16.45 Uhr, Herren, Finale

DIE TEILNEHMER- UND SETZUNGSLISTE
(Positionen in der Februar-Weltrangliste in Klammern)

Herren

1 (5) Timo Boll
2 (13) Matthias Falck SWE
3 (14) Dimitrij Ovtcharov GER
4 (17) Liam Pitchford ENG
5 (20) Vladimir Samsonov BLR
6 (21) Jonathan Groth DEN
7 (24) Marco Freitas POR
8 (30) Kristian Karlsson SWE
9 (31) Simon Gauzy FRA
10 (36) Emmanuel Lebesson FRA
11 (37) Daniel Habesohn AUT
12 (40) Ovidiu Ionescu ROU
13 (41) Tiago Apolonia POR 
14 (46) Panagiotis Gionis GRE
15 (47) Kou Lei UKR
16 (148) Lionel Weber SUI

Damen

1 (17) Sofia Polcanova AUT
2 (18) Bernadette Szocs ROU
3 (20) Elizabeta Samara ROU
4 (25) Li Jie NED
5 (26) Petrissa Solja GER
6 (28) Matilda Ekholm SWE
7 (32) Georgina Pota HUN
8 (38) Britt Eerland (NED)
9 (41) Li Qian POL
10 (46) Ni Xialian LUX
11 (49) Polina Mikhailova RUS
12 (52) Hana Matalova CZE
13 (53) Nina Mittelham GER
14 (55) Barbora Balazova SVK
15 (63) Natalia Partyka POL
16 (84) Rachel Moret SUI

 

DAS AUFGEBOT DES DTTB BEIM EUROPE TOP 16

Herren: Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland)
Damen: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Trainer: Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin), Lars Hielscher (Assistenztrainer Herren)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf

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