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Annett Kaufmann (Foto: Steinbrenner)
Lleyton Ullmann geht als Außenseiter bei den Schülern ins Rennen

Europe Youth Top 10: Kaufmann ist das dritte Eisen im Feuer

07.10.2020

Berlin. Kay Stumper, Sophia Klee, Annett Kaufmann und Lleyton Ullmann sind die vier Talente, die den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) von Freitag bis Sonntag in Berlin bei der 36. Auflage des Europe Youth Top 10 vertreten. Das kontinentale Ranglistenturnier mit insgesamt 40 Spielern, das bereits 1993 und 1999 in Löhne Station machte, wird zum dritten Mal in Deutschland ausgetragen. Nachdem wir gestern über die Ambitionen von Stumper (Jungen) und Klee (Mädchen) berichteten, verraten wir heute, wie es um die Aussichten von Kaufmann und Ullmann bei Schülerinnen und Schülern bestellt ist.

Die beiden jüngsten deutschen Starter gehen mit komplett unterschiedlichen Voraussetzungen in das Turnier am Anton-Saefkow-Platz. Annett Kaufmann ist längst im Kreis von Europas Elite etabliert und will, wie Stumper und Klee, ein Wort bei der Vergabe der Medaillenränge mitreden. Sie ist das dritte Eisen, das der DTTB in Berlin ins Feuer hält. Der talentierte, aber international noch weitgehend unerfahrene Debütant Lleyton Ullmann, der auch im nächsten Jahr noch spielberechtigt ist, soll in Berlin im Wesentlichen Erfahrung gegen die kontinentale Spitze sammeln.

Annett Kaufmann: „Meine Form ist sehr gut“

Im Vorjahr hatte sie in Noordwijk bei der Medaillenvergabe niemand auf dem Schirm, am Ende des Turniers trat Annett Kaufmann bei ihrer Premiere jedoch als Überraschungs-Zweite hinter Favoritin Elena Zaharia die Rückreise nach Deutschland an. In diesem Jahr ist die Rumänin Zaharia zwar altersbedingt in die Mädchen-Konkurrenz aufgerückt, dies allein stempelt jedoch die inzwischen 14 Jahre Böblingerin noch nicht zur Favoritin. Im Gegenteil: Mit der Polin Anna Bryszka, Sophie Earley (Irland) und der Französin Charlotte Lutz sind sogar drei Spielerinnen noch vor Kaufmann in der Europarangliste der Schülerinnen platziert.

Kaufmann weiß zwar dennoch um ihre Chance, geht das Turnier jedoch zunächst einmal mit ihrem ebenso bewährten wie gesunden Grundsatz an: „Wie immer will ich erst einmal ein Spiel gewinnen.“ Zwar ist dieses Etappenziel bei den meisten Veranstaltungen nur Formsache und schnell erledigt, doch Kaufmann verweist nicht zu Unrecht auf die Stärke der Konkurrenz: „Alle Spielerinnen in Berlin sind sehr gefährlich, es sind ja nicht umsonst die besten zehn aus Europa für das Top 10 qualifiziert.“ Neben Respekt vor ihren Gegnerinnen, Bescheidenheit und typischem Understatement nimmt die Linkshänderin mit der ausgezeichneten Spielübersicht auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein mit ins Turnier: „Wenn es geht, will ich natürlich gerne um Gold spielen. Mal schauen, wie meine Form an den drei Tagen sein wird.““

Kaufmann bringt zwar die besten Voraussetzungen für eine erneute Topposition beim kontinentalen Ranglistenturnier mit sich. DTTB-Sportdirektor Richard Prause nimmt jedoch trotz des Silbermedaillengewinns im Vorjahr und der Zugehörigkeit zum Kreis der Medaillenanwärterinnen den Druck heraus: „Annett war ihm Vorjahr zwar bei ihrem Debüt Zweite, aber deshalb sagen wir nicht, dass dies diesmal wieder so sein muss. Bei ihr ist die Ausgangssituation ähnlich wie bei Kay Stumper. Wir hoffen, dass sie auch diesmal wieder bei den vorderen Platzierungen auftauchen wird, und dazu ist sie auch in der Lage. Aber die Konkurrenz liegt auch in dieser Altersklasse sehr eng zusammen. Nach der langen Pause sind Prognosen nur schwer möglich.“

Alle Teilnehmerinnen bei den Schülerinnen auf einen Blick

Lleyton Ullmann: Talentierter Außenseiter im Kreis der Etablierten

Während der DTTB mit Klee, Stumper und Kaufmann drei Medaillenkandidaten ins Rennen schickt, ist die Ausgangssituation für Lleyton Ullmann eine komplett andere. Das Talent des TSV Sasel, dem der DTTB den Platz des Ausrichters in der Schüler-Konkurrenz zudachte, wird vor dem Turnier gerade einmal auf Position 49 im kontinentalen Ranking geführt. Dies liegt allerdings weniger an mangelnder Leistungsstärke als vielmehr daran, dass Ullmann bislang erst wenige internationale Auftritte im DTTB-Trikot absolvierte und auch noch nie an Europameisterschaften teilnahm. Ullmann katapultierte sich in der abgelaufenen Saison 2019/2020 dank stetiger Entwicklung ins Rampenlicht und untermauerte seine schnellen Fortschritte mit zweiten Plätzen beim DTTB Top 12, DTTB Top 24 und DTTB Top 48. Den anschließenden internationalen Nominierungen folgte sogleich die Coronapause.

Nominell ist Ullmann als Nummer 49 der Europarangliste der Außenseiter schlechthin im Feld der Etablierten, das von gleich drei Rumänen – Darius Movileanu, Julian Chirita und Andrei Teodor Istrate - angeführt wird. DTTB-Sportdirektor Richard Prause erwartet entsprechend auch keine Wunderdinge von dem Hamburger: „Bei Lleyton ist die Ausgangsposition ganz anders als bei Kay, Sophia und Annett. Er ist ein Talent, das auch im nächsten Jahr noch starten kann. Er ist über den Platz der Gastgebernation ins Feld gerückt und soll vor allem wichtige Erfahrungen gegen die europäische Spitze sammeln. Über Platzierungen reden wir bei Lleyton gar nicht, es geht um Perspektive. Denn seine Konkurrenten sind ja durchweg weit vor ihm in der Europarangliste eingestuft.“

Die Außenreiterrolle hält den 14 Jahre alten Norddeutschen nicht davon ab, den Rest der Konkurrenz ärgern und manchem vielleicht sogar ein Bein stellen zu wollen. „Es müssen sich alle vor mir in Acht nehmen, denn ich kann ja ganz befreit aufspielen“, verrät Ullmann und fügt selbstbewusst hinzu: „Ich habe die Coronazeit gut überstanden und konnte viel mit meinem Trainer arbeiten. Meine Form ist super und mein Ziel ist es, nun nach Möglichkeit beim Top 10 einige gute Siege zu landen.“

Alle Teilnehmerinnen bei den Schülern auf einen Blick

Zuschauer erlaubt: Tickets ab 12.- Euro

Der DTTB und Durchführer ttc berlin eastside freuen sich, dass in eingeschränkter Zahl sowie unter Beachtung der entsprechenden Hygienemaßnahmen und vorgeschriebenen Sicherheitsabstände auch Zuschauer in der Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz zugelassen sind. Der Einlass kostet 12,- Euro beim Kauf einer Tageskarte. Gespart werden kann beim Kauf einer Dauerkarte für alle drei Tage, die zum Preis von 30,- Euro erhältlich ist. Wer an einer Karte interessiert ist, muss seinen Ticketwunsch direkt beim Durchführer ttc berlin eastside unter karten@ttc-berlin-eastside.de registrieren lassen. Die Registrierung ist nicht gleichbedeutend mit dem Ticketerwerb. Aufgrund der eingeschränkten Zahl an Plätzen werden zunächst nur die Ticketwünsche registriert. Unmittelbar nach der Vergabe der Kontigente werden die Interessenten per E-Mail über die Zuteilung und den weiteren Ablauf des Kartenerwerbs informiert.

Das deutsche Aufgebot in Berlin

Mädchen
Sophia Klee (SC Niestetal / ESV Weil)
Jungen
Kay Stumper (TTC Neu-Ulm)
Schülerinnen

Annett Kaufmann (SV Böblingen)
Schüler
Lleyton Ullmann (TSV Sasel)
Sportdirektor
Richard Prause
Trainer
Zhu Xiaoyong (Bundestrainer Nachwuchskader 1 männlich)
Chris Pfeiffer (Bundestrainer Nachwuchskader 2 männlich)
Lara Broich (Bundestrainerin Nachwuchskader 2 weiblich)
Jaroslav Kunz (Honorartrainer)
Physiotherapeutinnen
Maria Först (Neuss)
Annette Zischka (Olympiastützpunkt Hessen)
Oberschiedsrichter
Sven Weiland
Vizepräsident Jugend
Ralf Tresselt
Organisation
Carina Beck (Jugendsekretärin)
Matthias Bomsdorf (Referat Jugend-/Leistungssport)

Weitere Infos
Webseite des European Youth Top 10 (ETTU)
Webseite des European Youth Top 10 (DTTB)
Webseite des European Youth Top 10 (ttc berlin eastside)

Links

Europe Youth Top 10 2020: Erst Podest, dann Italiener
Europe Youth Top 10 2020: Europas Elite zu Gast in Berlin

Europe Youth Top 10 2019: Gold für Stumper, Silber für Kaufmann
Europe Youth Top 10 2018: Keine Medaille für DTTB-Talente
Europe Youth Top 10 2017: Sophia Klee gewinnt bei den Schülerinnen

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