Anzeige
Agnes Simon Anfang der 70er-Jahre (Foto: DTTB-Archiv)
Die Doppel-Weltmeisterin von 1957 und Einzel-Europameisterin von 1962 verstarb im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit

Ehemalige Doppel-Weltmeisterin Agnes Simon ist verstorben

SH 19.08.2020

Frankfurt/Moers. Agnes Simon ist tot. Die Doppel-Weltmeisterin von 1957 und Einzel-Europameisterin von 1962 verstarb am 19. August im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit. Das hat ihre Familie dem Deutschen Tischtennis-Bund mitgeteilt.

Agnes Simon, geborene Almasi, hatte über Jahrzehnte den Tischtennissport in Deutschland und in Europa geprägt. Als einzige Spielerin von Weltrang repräsentierte sie drei Nationalverbände bei jeweils neun Welt- und Europameisterschaften. 1935 in Hauptstadt Budapest geboren nahm sie im Alter von 15 Jahren für Ungarn erstmals an einer WM teil, stieß dabei im Doppel bis ins Viertelfinale vor. Es folgten WM-Bronze (1953) und -Silber (1954) mit der Mannschaft.

Ihren größten Coup landete sie 1957 in Stockholm, wo sie an der Seite von Teamkollegin Livia Mossoczy den Doppel-Titel gewann. Vor dem Hintergrund des niedergeschlagenen ungarischen Volksaufstands kehrte sie im Anschluss zusammen mit ihrem Ehemann Dr. Bela Simon, ebenfalls Nationalspieler, ihrem Geburtsland den Rücken und lebte zunächst in den Niederlanden, für die sie 1959 bei der WM in Dortmund im Einzel und Doppel das Viertelfinale erreichte.

1960 der Umzug nach Deutschland / Noch mit Ende 50 in der 1. Bundesliga aktiv

1960 siedelte sich die Familie mit zwei Töchtern in Duisburg an. Die Erfolge des DSC (früher DTC) Kaiserberg sind eng mit ihrem Namen verknüpft. 18 Mal führte sie ihren Duisburger Stadtteil-Klub zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft, wurde 15 Mal deutscher Pokalsieger, gewann 1966 den Europapokal der Landesmeister sowie den Nancy Evans Cup in den Jahren 1971 und 1981. Noch mit 60 Jahren war sie in der Bundesliga aktiv. Ihre Teamkolleginnen in den all den Jahren waren unter anderem die ehemaligen Nationalspielerinnen Ursula Kamizuru (geborene Hirschmüller), Margit Freiberg und Katja Nolten.

Noch im Alter von 57 Jahren trat sie in der Bundesliga an, hielt den Kaiserbergern als Liga-Gründungsmitglied auch nach dem Erstliga-Abstieg Mitte 1993 die Treue. Ihre internationale Karriere war zu diesem Zeitpunkt längst vorbei, trotzdem sagte sie, sie spiele „heute besser denn je“. Ihr schlüssiges Argument: „Das Spiel hat sich so entwickelt – dass ich vor 30 Jahren besser gespielt habe, ist überhaupt nicht möglich.“ Im höheren Alter in der 1. und 2. Bundesliga, doch auch im Anschluss in den unteren Spielklassen bekamen ihre jüngeren Gegnerinnen ihre spielerische Klasse und ihren unbändigen Siegeswillen zu spüren.

Neun Medaillen bei Europameisterschaften, 93 Länderspiele für den DTTB

Dreimal in Folge gewann sie im Einzel die German Open, die zu ihrer aktiven Zeit noch „Internationale Meisterschaften von Deutschland“ hießen: 1960 für die Niederlande, 1961 und 1962 für Deutschland. Bei ihrem Europameisterschaftsdebüt für ihr neues Heimatland räumte sie 1962 in allen vier Wettbewerben Medaillen ab: Gold gab es im Einzel und mit der Mannschaft (mit Buchholz, Harst und Matthias), Silber im Doppel und Mixed. 1968 fügte sie einen Mannschaftstitel (mit Buchholz, Hendriksen und Krüger) hinzu sowie bis 1976 vier weitere Medaillen. Zwischen 1962 und 1976 absolvierte sie 93 Länderspiele für den DTTB.

Der DTTB trauert um eine der großen alten Damen des Tischtennis-Sports.

Zum Wikipedia-Porträt von Agnes Simon

 

 

Kontakt

Deutscher Tischtennis-Bund
Hauptsponsoren
weitere Artikel aus der Rubrik
Stars & Stories 22.10.2021

„Ärmel hoch“: Sportstars rufen zur Corona-Impfung auf

Der DOSB stärkt die offizielle Impfkampagne "Ärmel hoch" der Bundesregierung und ruft ganz Sportdeutschland dazu auf, sich zu beteiligen. Eines der Zugpferde: Olympia-Silber-Gewinner und Team-Europameister Patrick Franziska.
weiterlesen...
Stars & Stories Podcast 20.09.2021

Neue Folge Ping, Pong & Prause: "Wenn es nicht brennt, hat es nichts gebracht"

In der ersten post-olympischen Folge ist der frisch gebackene Deutsche Meister Benedikt Duda bei Ping, Pong & Prause zu Gast. Er erzählt, was ihm dieser Titel bedeutet, warum mit Olympia ein Traum in Erfüllung gegangen ist und wie der Spätstarter so eine Karriere hinlegen konnte. Tipps gibt es außerdem von ihm aus erster Hand zum Thema Fitness und Beinarbeit. Viel Spaß beim Hören!
weiterlesen...
Stars & Stories 31.07.2021

Video-Doku Road to Tokyo: Patrick & Timo

Der Teamwettbewerb steht unmittelbar bevor und bei den DTTB-Herren wird das Doppel Timo Boll und Patrick Franziska eine wichtige Rolle spielen. Die Odenwälder kennen sich mittlerweile seit fast 20 Jahren und sind nicht nur Doppelpartner und Trainingspartner, sondern auch Freunde. In der neuen Folge Road to Tokyo, aufgenommen vor den Olympischen Spielen, erzählen die beiden, was sie aneinander schätzen, was ihr Geheimrezept im Doppel ist und warum Trash-Talk im Training schon zur Routine geworden ist.
weiterlesen...
Stars & Stories 12.07.2021

TT Smash City: Ovtcharovs starten YouTube-Kanal

Mit "TT Smash City" haben Dimitrij und allen voran seine Ehefrau Jenny Ovtcharov einen eigenen YouTube-Kanal gegründet. Letztere hatte die Idee zu „TT Smash City“ und wird zukünftig die Fans mit spannenden Videos rund um das Thema Tischtennis versorgen.
weiterlesen...
Stars & Stories 30.06.2021

Timo Bolls EM-Videotagebuch: Ein Blick hinter die Kulissen

Ganz Tischtennis-Deutschland feiert Timo Boll und seinen achten Europameistertitel. Auf seinem YouTube-Kanal hat er ein vierteiliges Videotagebuch aus Warschau veröffentlicht. Kaffee kochen, kleben, Workouts und Spielanalysen - Reinschauen lohnt sich, auch wenn der "Vlog" in englischer Sprache ist!
weiterlesen...
Olympische Spiele Stars & Stories 28.05.2021

„2008 war ich gefühlt schon sechs Monate davor in Peking“

Dimitrij Ovtcharov ist so etwas wie der Mr. Olympia im deutschen Tischtennisteam. An drei Spielen hat er teilgenommen und insgesamt vier Medaillen gewonnen. So viel wie kein deutscher Tischtennisspieler vor ihm. Im Podcast "Ping, Pong & Prause" hat er kürzlich erzählt, was die Spiele für ihn bedeuten, warum jede Teilnahme dramatisch war und was in und vor Tokio alles anders ist.
weiterlesen...
© Deutscher Tischtennis-Bund e.V. - DTTB - Alle Rechte vorbehalten

Datenschutz | Impressum
made by 934tel Media Networx GmbH