Frankfurt/Main. Nach dem Rückzug des SC Buschhausen schlagen ab dem Wochenende neun Teams in der 3. Bundesliga Nord der Herren auf. Neu mit dabei sind Eintracht Frankfurt und der TuS Celle – sie freuen sich auf das Abenteuer Bundesliga.
„Wir sind als Aufsteiger daran interessiert, uns in der Liga einzufinden“, sagt Norbert Schneider von Eintracht Frankfurt. Man lege es nicht darauf an, „auf Teufel komm‘ raus“ in die 2. Bundesliga weiterzuziehen, stattdessen stehe das Mannschaftserlebnis im Vordergrund. Man war nach der abgeschlossenen Runde 2023/24 als Meister der Regionalliga West mit einer Bilanz von 30:6 durchaus mit Abstand aufgestiegen. Neu dabei sind Jörg Schlichter, der rund die Hälfte der Spiele absolvieren soll, und Luka Fucec, der vom SV Viktoria Preußen zur Eintracht gewechselt ist. „Wir haben fünf Spieler, die in etwa gleich stark sind“, meint Schneider. Als Favoriten der Liga sieht er Velbert II, Oldenburg und Celle.
Letztere sind ebenfalls neu in der Liga dabei. Dort gibt Lennart Wehking ein klares Ziel aus: „Als Neuling ist unser Ziel der Nichtabstieg“, sagt er. Der Ex-Kölner, der bereits im vergangenen Jahr in der Regionalliga bei Celle gespielt hat, schlägt zusammen mit Nils Hohmeier, Eusebio Vos und Rajat Hubli auf. „Wir wissen, dass es eine andere Saison wird“, sagt Wehking mit Blick auf die stärkeren Teams in der 3. Bundesliga. Besonders freut man sich auf das Niedersachsen-Duell gegen Borsum.
Gnädiger Tischtennis-Gott in Borsum
Die wiederum hatten die letzte Saison mit einem blauen Auge beendet. Zwar war die Mannschaft auf dem letzten Platz der Liga gelandet, man durfte aber aufgrund des Lampertheimer Aufstiegs und des Düppeler Rückzugs in der Liga bleiben. Aus dem Unterhaus hatte Absteiger Leiselheim nämlich noch tiefer zurückgezogen. „Der Tischtennisgott hat es mit uns gut gemeint“, sagt in Borsum Olaf Sprung. Die Mannschaft hat sich mit Harmut Lohse verstärkt. „Die Staffel ist nochmal stärker geworden“, meint Sprung. Das Ziel sei deshalb klar der Klassenerhalt. Der könnte in diesem Jahr etwas leichter zu erreichen sein, nachdem in der Liga nur neun Teams vertreten sind. Der SC Buschhausen hatte im Juni seine Mannschaft zurückgezogen. Man könne den Aufwand nicht mehr leisten, hatte es vom Verein damals geheißen.
Der Buschhausener Vincent Senkbeil hat unterdessen beim Oldenburger TB eine neue sportliche Heimat in der 3. Bundesliga gefunden. Dort hat nicht nur Johannes Schnabel Titelambitionen. „Wir möchten kommende Saison auf einem der ersten beiden Plätze landen“, erklärt er. Als Favoriten sieht er allerdings Velbert II, die laut ihm eine stärkere Mannschaft stellen könnten. „Spannend sind diese Saison auch die beiden sehr starken Aufsteiger vom TuS Celle und Eintracht Frankfurt“, so Schnabel. Den Neuzugang von Vincent Senkbeil schätzt man in Oldenburg positiv ein, dadurch habe man noch einmal an Qualität gewinnen können. Mit den Spielen gegen Altena, Velbert II und Frankfurt hat man in Oldenburg ein anspruchsvolles Auftaktprogramm vor sich.
Klassenerhalt häufiges Ziel
Bei Velbert dämpft Vorsitzender Harald Ricken die Meisterschaftserwartungen ein ewnig. „Für die zweite Mannschaft geht es nach den guten dritten Plätzen in den Vorjahren nun um den Klassenverbleib“, sagt er. Man möchte möglicherweise einen Platz im Mittelfeld erreichen. Die Truppe setzt auf die Routiniers Lars Hielscher und Thomas Brosig, auch Karl Walter ist Stammspieler. Constantin Cioti und Adrian Dodean werden hauptsächlich in der Oberliga-Mannschaft aufschlagen, könnten aber aushelfen.
Bei den letztjährigen Viertplatzierten in Jülich blickt Vereinspräsident Mike Küven auf die Jugend. „Es ist langfristig der Plan, dass wir die Jungs aus der 3. Liga für die 2. Liga aufbauen“, sagt er. Mit dem Spielplan ist er zufrieden, es gebe mehrere gemeinsame Spielwochenenden. Der TTC indeland Jülich spielt wie auch der SV Union Velbert sowohl in der 2. wie auch der 3. Bundesliga, ein Aufstieg der zweiten Mannschaft ist für beide daher gar nicht möglich.
In Schwarzenbek kehrt ein alter Bekannter in die Mannschaft zurück: Nach zwei Saisons in der Verbandsoberliga steht nun Sören Liedmeier wieder im Bundesliga-Kader. „Wir gehen als krasser Außenseiter ins Rennen“, sagt Achim Spreckelsen. Dennoch glaubt er daran, dass ein gesicherter Mittelfeldplatz möglich sein kann, der möglichst früh gesichert werden soll. Auch in Schwarzenbek geht es vorrangig darum, Praxiserfahrung zu sammeln.
Schärrer verstärkt den TTC Altena
Vorrangiges Ziel ist der Klassenerhalt auch bei Ralf Springob vom TTC Altena. „Wir möchten die 3. Bundesliga halten“, erklärt er. Neu dabei ist Mauro Schärrer. „Der hat sich gut verkauft“, sagt Springob mit Blick auf die vergangene Saison. Den anderen Teams in der Liga bescheinigt der Funktionär, sich verstärkt zu haben. Vieles gleich bleibt allerdings bei den Füchsen Berlin. „Bei uns gibt es immer relative Kontinuität“, sagt Christoph Wölki. Die Reinickendorfer gehören zu den Teams, die sowohl bei den Herren als auch bei den Damen in der 3. Bundesliga Nord vertreten sind. Die Damenmannschaft gehört in ihrer Staffel zur den Favoriten – zuletzt wurde ein dritter Platz in der Saison 2023/24 erreicht.
Die Füchse werden gleich zum Ligaauftakt aktiv: Am Samstag reisen sie nach Celle und treffen dort auf die Aufsteiger. In den kommenden Wochen greifen dann auch die anderen Teams der neu aufgestellten 3. Bundesliga Nord zum Schläger.