Dang Qiu (rechts) und Benedikt Duda stehen im Endspiel (Foto: MS)
DTTB-Duo erreicht wie bei den Japan Open das Endspiel / Boll/Franziska und Mittelham/Solja ausgeschieden

German Open: Duda/Qiu greifen am Samstag nach Gold

Marco Steinbrenner 11.10.2019

Bremen. Große Freude bei Benedikt Duda und Dang Qiu: Die amtierenden Deutschen Meister haben sich bei den mit 270.000 Dollar dotierten German Open für das morgige Endspiel im Doppel qualifiziert. Um 20.30 Uhr kommt es zum Aufeinandertreffen mit Liang Jingkun/Xu Xin aus China. Timo Boll/Patrick Franziska mussten sich im Viertelfinale ebenso aus der Konkurrenz verabschieden wie Nina Mittelham/Petrissa Solja.

Benedikt Duda: „Jetzt wollen wir auch den Titel holen“

Mit einem breiten Grinsen marschierten Benedikt Duda und Dang Qiu in die Mixed-Zone, um die Interviewwünsche der Journalisten zu erfüllen. Soeben hatte die Links-Rechts-Kombination wie schon vor wenigen Monaten bei den Japan Open im Halbfinale Chen Chien-An und Chuang Chih-Yuan aus Taiwan besiegt. Nach einer 2:0-Satzführung deutete vieles auf einen ungefährdeten Sieg der deutschen Kombination hin. Doch die Weltmeister von Paris 2013 machten den Rückstand wett und zwangen die Deutschen in den fünften Satz. Benedikt Duda analysierte anschließend: „Wir haben identisch wie in den ersten zwei Durchgängen gespielt. Darauf haben sich unsere Gegner eingestellt.“ Im entscheidenden fünften Abschnitt gelang es Duda/Dang, Die Taiwanesen aggressiver und Chen Chien-An überwiegend auf dessen Vorhandseite anzuspielen. Eine Taktik, die aufging und mit dem Einzug in das Endspiel belohnt wurde. „Wir haben auch gegen die Chinesen Liang/Xu eine kleine Chance“, verrät Dang Qiu, "auch wenn Xu Xin der beste Doppelspieler der Welt ist. „Diese wollen wir natürlich vor heimischer Kulisse versuchen zu nutzen.“

Deutlich weniger Mühe hatten Benedikt Duda/Dang Qiu zuvor im Viertelfinale gegen Jang Woojin/Jeoung Youngsik. Nach dem verlorenen ersten Satz (9:11) war die Kombination aus Südkorea chancenlos und verlor mit 8:11, 4:11 sowie 6:11. „Der Sieg ist für mich nicht so eine Überraschung“, betonte Duda. „Ich habe häufig eine Bananenrückschlag gespielt und Dang gut geflippt. In den Ballwechseln waren wir dominant.“ Qiu sprach anschließend von einem „verdienten Sieg“.

Timo Boll/Patrick Franziska verpassen den Sprung auf das Podium

Als Timo Boll und Patrick Franziska unabhängig voneinander die Viertelfinal-Niederlage gegen Fan Zhendong/Lin Gaoyuan aus China analysierten, sorgte eine Szene im ersten Satz immer noch für Gesprächsstoff. Beim Stand von 8:8 war sich das deutsche Duo „zu 100 Prozent sicher“, einen Kantenball gespielt und somit gepunktet zu haben. Doch weder die Unparteiischen noch die Gegner hatten dies gesehen. „Wenn Fan/Lin das nicht sehen wollten, dann haben sie es halt nicht gesehen“, merkte ein sichtlich enttäuschter Boll an. „Durch diese Entscheidung wurde uns ein wenig der Flow genommen.“ Der Weltranglistensiebte bezeichnet Fan Zhendong und Lin Gaoyuan als ein „schwer zu spielendes Doppel, das sehr stark im Kurz-Kurz-Bereich ist. Wir wurden taktisch immer wieder sehr gut angespielt.“ Mit 9:11, 10:12, 11:9 und 5:11 verloren Boll/Franziska die hochklassige Begegnung. „Chancen waren da. Wir hätten einen der ersten zwei Sätze gewinnen müssen“, haderte Patrick Franziska im Nachgang. „Für uns war es das erste Spiel hier in Bremen. Dafür haben wir eine gute Leistung gezeigt, unser Gegner kann ja auch spielen.“

Nina Mittelham/Petrissa Solja bleiben im Viertelfinale ohne Satzgewinn

„Ich habe gute Ansätze in unserem Spiel gesehen“, berichtete Petrissa Solja nach der Viertelfinal-Niederlage im Doppel an der Seite von Nina Mittelham gegen die Weltranglistenerste Chen Meng und deren Partner Gu Yuting. „Um eine Chance zu haben, hätten wir gegen derart starke Gegnerinnen von Beginn an Druck aufbauen müssen. Das ist uns leider nicht gelungen.“ Die Enttäuschung beim DTTB-Duo hielt sich nach der Niederlage gegen die favorisierten Chinesinnen deshalb trotz der 0:3-Niederlage in Grenzen. „Wir haben erst das dritte Mal bei einem Turnier zusammen gespielt“, stellte Mittelham klar, „dafür war das ganz in Ordnung.“ Bundestrainerin Jie Schöpp sah in den Sätzen zwei und drei ein „ausgeglichenes Spiel“. Die Deutsche Meisterin Nina Mittelham habe, so Schöpp „teilweise nicht mutig genug gespielt. Sie muss mehr Risiko gehen.“ Petrissa Solja ist mit den Leistungen im Doppel zufrieden. „Ich denke, Nina und ich passen ganz gut zusammen.“

Ohne deutsche Beteiligung werden am Samstag die Endspiele im Damen-Doppel und Mixed ausgetragen. Jeon Jihee/Yang Haeun (Korea) treffen auf Miyuu Kihara/Miyu Nagasaki (Japan). Ein rein chinesisches Finale findet zwischen Wang Chuqin/Wang Manyu und Xu Xin/Sun Yingsha im Mixed statt.

Die Doppel mit DTTB-Beteiligung

Herren-Doppel, Finale
Benedikt Duda/Dang Qiu - Liang Jingkun/Xu Xin CHN, Samstag 20.30 Uhr

Herren-Doppel, Halbfinale
Benedikt Duda/Dang Qiu - Chen Chien-An/Chuang Chih-Yuan TPE 3:2 (3,11,-8,-8,6)

Herren-Doppel, Viertelfinale
Benedikt Duda/Dang Qiu - Jang Woojin/Jeoung Youngsik KOR 3:1 (-9,8,4,6)
Timo Boll/Patrick Franziska - Fan Zhendong/Lin Gaoyuan CHN 1:3 (-9,-10,9,-5)

Herren-Doppel, Achtelfinale
Benedikt Duda/Dang Qiu – Ho Kwan Kit/Lam Siu Hang HKG 3:0 (9,13,10)
Timo Boll/Patrick Franziska – Masataka Morizono/Maharu Yoshimura JPN 3:0 (w.o.)
Maharu Yoshimura trat krankheitsbedingt nicht an.

Damen-Doppel, Finale
Jeon Jihee/Yang Haeun KOR - Miyuu Kihara/Miyu Nagasaki JPN, Samstag 19.50 Uhr

Damen-Doppel, Viertelfinale
Nina Mittelham/Petrissa Solja – Chen Meng/Gu Yuting CHN 0:3 (-6,-9,-8)

Damen-Doppel, Achtelfinale
Nina Mittelham/Petrissa Solja – Orawan Paranang/Suthasini Sawettabut THA 3:2 (7,10,-9,-14,9)

Mixed-Finale
Wang Chuqin/Wang Manyu CHN - Xu Xin/Sun Yingsha CHN, Samstag 13.20 Uhr

Mixed, Achtelfinale
Patrick Franziska/Petrissa Solja – Tomokazu Harimoto/Hina Hayata JPN 1:3 (8,-10,-10,-9)

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