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Timo Boll schied im Viertelfinale aus (Foto: MS)
Fünfte Niederlage gegen Fan Zhendong / Patrick Franziska und Shan Xiaona unterliegen ebenfalls im Viertelfinale

German Open: Timo Boll probiert es weiter

Marco Steinbrenner 12.10.2019

Bremen. Nur allzu gerne hätte Timo Boll bei den German Open in Bremen seine Negativserie gegen Fan Zhendong beendet. Doch aus diesem Vorhaben wurde nichts, denn vor 4600 Zuschauern in der ÖVB-Arena entschied der amtierende World-Cup-Sieger aus China auch das fünfte Duell der beiden Weltklassespieler für sich. Zuvor hatten sich bereits Patrick Franziska (gegen den Südkoreaner Jeoung Youngsik) und Shan Xiaona (gegen Feng Tianwei aus Singapur) im Viertelfinale aus dem Einzel-Wettbewerb verabschieden müssen.

Timo Boll: „Ich habe gar nicht so schlecht gespielt“

Bereits fünf Minuten nach der 1:4-Niederlage gegen die Nummer zwei der Weltrangliste, Fan, hatte Timo Boll seinen trockenen Humor wiedergefunden. „Ein paar schöne Ballwechsel waren dabei. Ich habe keinen richtigen Einlauf bekommen.“ Auch das jüngste Duell der beiden Ausnahmekönner entschied Fan für sich. „Wenn es zum sechsten Aufeinandertreffen kommen sollte, werde ich natürlich wieder den Versuch starten zu gewinnen“, stellte der 38-jährige Rekord-Nationalspieler klar und erhielt für diese Aussage von seinen Fans auf der Tribüne lautstarken Beifall. Bei der Spielanalyse musste Boll unmissverständlich feststellen, „dass Fan in allen Belangen ein Stück besser war. Ich habe gar nicht so schlecht gespielt. Allerdings muss ich auch sagen, dass es mir schwer gefallen ist, die notwendige Körperspannung zu halten.“ Trotz der Niederlage und des verpassten Einzugs in das morgige Halbfinale stellte Timo Boll klar: „Das Spiel hat mir schon Spaß gemacht.“

Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf sah durchaus Möglichkeiten für seinen Schützling. „Es war schon was drin. Gerade im ersten Satz waren Chancen da.“ Deutlich sei jedoch zu sehen gewesen, dass Timo Boll nicht so spritzig wie noch am Tag zuvor gegen Jun Mizutani (Japan) agierte. „Das wurde von Ball zu Ball schlechter.“ Hinzu kam, dass der Chinese im Verlauf der Begegnung „sicherer und sicherer wurde“.

Jeoung Youngsik stoppt den Siegeszug von Patrick Franziska

Patrick Franziska hätte seinen Erfolg von den German Open 2019 an selber Stelle, den Einzug ins Halbfinale, gerne wiederholt. Doch es sollte nicht sein. Der 27-Jährige unterlag im Viertelfinale Jeoung Youngsik mit 11:8, 6:11, 11:7, 8:11, 7:11 und 8:11. „Ich bin heute nicht so frisch gewesen und habe wenig geschlafen“, verriet Franziska nach seinem Ausscheiden. Bei den Team-Weltmeisterschaften 2018 in Halmstad hatte der Südkoreaner noch deutlich das Nachsehen gehabt.

„Ich habe meinen Gegner nicht gut genug angespielt. Er war zu stark und hat verdient gewonnen“, bilanzierte die Nummer 15 der Weltrangliste. Der 4:1-Sieg am Vorabend gegen den Chinesen Lin Gaoyuan habe Patrick Franziska mental Kraft gekostet. „Die Vorbereitung war nicht sehr lang. Zwei, drei Prozent haben bei mir im Kopf gefehlt.“ Die Folge: Einfache Fehler pro Satz führten dazu, dass am Ende Jeoung Youngsik als Sieger in das Halbfinale einzog. Die Enttäuschung unmittelbar nach der Begegnung war bei dem Deutschen groß. „Heute ärgere ich mich. Das ist normal. Trotzdem bin ich mit meinem Abschneiden insgesamt zufrieden, da ich den nächsten Schritt gemacht habe.“

Das Erreichen des Viertelfinals bei den German Open, eines von sechs Platinum-Turnieren des Weltverbandes ITTF, sei „kein ganz so schlechtes Ergebnis“. Bundestrainer Jörg Roßkopf beobachtete, „dass der Koreaner clever gespielt und viele kleine Punkte gewonnen hat“. Dass sich Jeoung Youngsik, der in der Qualifikation Bastian Steger ausschaltete, derart stark präsentieren würde, „hätte ich nicht gedacht. Ich wusste aber, dass er gut in Form ist.“

3:0-Satzführung reicht Shan Xiaona nicht zum Einzug in das Halbfinale

Ihre gute Laune hatte Shan Xiaona trotz der 3:4-Niederlage im Viertelfinale gegen Feng Tianwei (Singapur) nicht ganz verloren. In der Mixed-Zone angekommen, simulierte Shan einen Tritt in den Allerwertesten ihrer Kontrahentin und lachte. „Ich hatte vor dem Spiel nicht gedacht, die ersten drei Sätze zu gewinnen“, verriet die 36-Jährige. Mit 11:6, 11:6, 11:9 und 9:8 lag Shan noch in Front, doch die Abschnitte vier bis sieben gewann Feng Tianwei, Olympia-Dritte von London 2012, am Ende sehr souverän und ungefährdet. „Ich hatte gute Siegchancen, doch im Kopf war ich heute ein wenig müde. Es war schließlich ein langes Turnier.“ Außerdem sei Feng im Laufe der Begegnung „immer besser geworden und fand gute Lösungen gegen mein Spiel.“

Bundestrainerin Jie Schöpp empfand es als „sehr, sehr schade, dass Shan dieses Spiel trotz des Vorsprungs und eines hohen Balles beim Stand von 9:8 im vierten Satz noch verloren hat." Während sich auf der einen Seite Feng Tianwei, die am Freitag überraschend gegen die Weltranglistenerste Chen Meng (China) mit 4:0 gewonnen hatte, von Punkt zu Punkt steigerte, baute Shan Xiaona mehr und mehr ab. „Sie hat lange Zeit schon nicht mehr so viele Spiele auf diesem Level absolviert. Trotz der Niederlage hat Shan ein großartiges Turnier gespielt“, bilanzierte Schöpp. Die Enttäuschung über das knapp verpasste Halbfinale hielt sich bei der Nummer 96 der Weltrangliste in Grenzen. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen in Bremen.“

Tickets für Sonntag noch an der Tageskasse erhältlich / 25 Rabatt auf Karten für 2020 in Magdeburg

Schon in den vergangenen Tagen war die ÖVB-Arena gut gefüllt. Für den Sonntag gibt es noch Tickets an der Tageskasse der Halle. Und wer während des Turniers in Bremen schon seine Karten für die German Open 2020 in Magdeburg (28. Januar bis 2. Februar) kauft, egal ob online oder an der Tageskasse in Bremen, profitiert vom 25%-igen Rabatt, der für alle Eintrittskarten mit Ausnahme der VIP-Tickets gilt.

Die Spiele mit DTTB-Beteiligung am Samstag

Herren-Einzel, Viertelfinale
Patrick Franziska – Jeoung Youngsik KOR 2:4 (8,-6,7,-8,-7,-8)
Timo Boll - Fan Zhendong CHN 1:4 (-12,4,-7,-4,-8)

Damen-Einzel, Viertelfinale
Shan Xiaona – Feng Tianwei SGP 3:4 (6,6,9,-10,-5,-2,-2)

Herren-Doppel, Finale
Benedikt Duda/Dang Qiu - Liang Jingkun/Xu Xin CHN 1:3 (11,-9,-9,-5)

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