Anzeige
Wieder eine EM in Stuttgart, aber die von 2009: Günther Angenendt im Gespräch mit zwei Interessierten (Foto: TMG)
SCI: „Er ist ein echter Tischtennis-Enthusiast und mit Blick auf die Geschichte unseres Sports ein einzigartiger Experte"

Große Ehre für Museumskurator: Angenendt in SCI aufgenommen

SH 22.04.2022

Lausanne/Bochum. Diese Ehre wird nur wenigen zuteil, die nicht ehemalige, langjährige Nationalspielerinnen und -spieler sind, hochrangige Sportpolitikerinnen oder Chefs von Tischtennisfirmen. Der Swaythling Club International (SCI) hat Günther Angenendt, den Macher des privat organisierten Tischtennis-Museums, das längst über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist, in seine Reihen aufgenommen. Der Verein mit den aktuell rund 500 Mitgliedern aus 55 Ländern ist laut Satzung “herausragenden Persönlichkeiten des Tischtennis“ vorbehalten, „Personen, die sich um den SCI oder den Tischtennissport besonders verdient gemacht haben“.

Mit der Aufnahme in diesen Kreis, dem Deutschlands Weltmeister-Doppel Steffen Fetzner und Jörg Roßkopf ebenso angehören wie die ehemaligen Weltklassespieler der 50er- und 60er-Jahre Diane und Eberhard Schöler sowie Japans bzw. Schwedens Größen Shigeo Ito und Mikael Appelgren, Englands Abwehrass der 90er-Jahre und inzwischen journalistische Edelfeder Matthew Syed sowie Polit-Größen wie Ex-Opel-, -Sporthilfe, -ETTU- und -DTTB-Chef Hans Wilhelm Gäb, DOSB-Präsident Thomas Weikert und ITTF-Präsidentin Petra Sörling.

SCI-Mitglied wird man nicht einfach so. Das SCI-Präsidium muss mehrheitlich zustimmen. „Zu meiner großen Überraschung und Freude wurde der Antrag einstimmig angenommen. Ich bin nun stolzer Member of the SCI“, teilte Günther Angenendt am Donnerstagabend auf Facebook mit. Aus dem Swaythling Club hieß es: „Er ist ein echter Tischtennis-Enthusiast und mit Blick auf die Geschichte unseres Sports ein einzigartiger Experte, der jede Anerkennung und jeden Respekt verdient hat. Er wird eine Bereicherung für den SCI sein.“

30-jähriges Bestehen seines Tischtennis-Museums

Der Zeitpunkt der Aufnahme in den Klub hätte für Museumsdirektor Angenendt kein günstigerer sein können. In diesem Jahr feiert sein Tischtennis-Museum 30-jähriges Bestehen. Seinen Einstieg als Aussteller bei Großveranstaltungen hatte der Wahl-Bochumer bei den Europameisterschaften 1992 in Stuttgart, damals zunächst mit einer reichhaltigen Sammlung von Pins. Vom großen Zuspruch der Tischtennisfans und vieler Funktionäre bei der EM ermutigt, hat er seine Sammlung sukzessive erweitert und ist inzwischen regelmäßiger Ausstellungsgast bei Großveranstaltungen auch über Deutschland hinaus sowie Ansprechpartner für Verbände, Medien und sonstige Interessierte, wenn es um die Historie des Tischtennissports geht.

Am Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf hat er in mehreren Vitrinen eine kleine Dauerausstellung mit wechselnden Exponaten. Seit 2017 kann jede und jeder online und kostenlos das „Mobile Tischtennis-Museum“ besuchen, wo der ehemalige Lehrer eine Vielzahl von Fotos seiner Sammlerstücke zeigt. Als jüngstes Projekt hinzukommen ist eine Reihe langer und kurzer Videos auf seinem YouTube-Kanal, auf dem er die Geschichte des Tischtennissport anhand seiner Exponate von den Anfängen bis heute beschreibt. Im Fachmagazin "tischtennis" ist er Autor der monatlichen Rubrik "Historische Regelecke".

Angenendt ist übrigens auch als Spieler vom Fach. In den Herren-Mannschaften des Ruhrgebiets brachte es der gebürtige Essener bis zur Oberliga. In reiferen Jahren qualifizierte er sich mit seinen Team-Kollegen zehnmal für die Endrunde der Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaften und holte dort unter anderem drei Meister-Titel. Bei der Senioren-EM im niederländischen Rotterdam schaffte er es bis ins Einzel-Viertelfinale, im Senioren-Doppel gewann er Silber und Bronze und wurde DM-Zweiter.

Aus gesundheitlichen Gründen hat der 75-jährige Pensionär und Familienvater den aktiven Sport in diesem Frühjahr aufgeben müssen, nachdem er Ende 2021 noch Bezirksmeister geworden war. Seine Sammlung jedoch betreut er nach wie vor intensiv weiter. Sie wächst ebenso wie seine zahlreichen nationalen und internationalen Kontakte. Als SCI-Mitglied wird er sie nun noch leichter vertiefen können.

Links

 

 

Kontakt

Deutscher Tischtennis-Bund
Hauptsponsoren
weitere Artikel aus der Rubrik
Personalie 03.06.2022

Neuer Küchenleiter im DTTZ: Wendlandt gibt Staffelstab an Frank weiter

Im Deutschen Tischtennis-Zentrum gibt es einen Wechsel an der Spitze der Küchenleitung.
weiterlesen...
Personalie 01.06.2022

“Goldene Sportpyramide”: Gäb, Neid und Gienger spenden 75.000 Euro für Projekte im Sport

Eberhard Gienger, Silvia Neid und Hans Wilhelm Gäb geben ihr Preisgeld in Höhe von je 25.000 Euro in die Nachwuchs- und Spitzensportförderung. Bei der Preisverleihung in Berlin unterstreicht Gäb mit emotionalen Dankesworten die Bedeutung von Demokratie und Freiheit.
weiterlesen...
Personalie Schiedsrichter 10.03.2022

Schiedsrichter, Volunteer, Teil der TT-Familie: Ottmar Liebicher ist tot

Wer die kleinen und großen Tischtennisturniere in Deutschland kennt, der kennt auch ihn: Ottmar Liebicher. Seit dem Jahr 2004 war er als Nationaler Schiedsrichter im Einsatz, als Volunteer bei Großveranstaltungen sein halbes Leben dabei, dem Tischtennissport verbunden sein ganzes. „Er war immer sehr einsatzfreudig. Wenn es irgendwo ‚klemmte‘, konnte man sich auf ihn verlassen, und er sprang bei Einsätzen ein“, sagt Sven Weiland, der DTTB-Ressortleiter Schiedsrichter.
weiterlesen...
Personalie 21.01.2022

58 Jahre Abteilungsleiter: Gerd Welker verstorben

Im Alter von nur 21 Jahren übernahm der Berliner den Vorsitz des späteren Tischtennis-Bundesliga-Klubs bei der Vereinsgründung der Hertha im Jahr 1963. Für die Abteilung ging es in jedem Jahr in oft wechselnder Besetzung eine Etage weiter nach oben, bevor das Team 1971 erstmals den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffte.
weiterlesen...
Personalie 19.12.2021

Jörg Roßkopf zum "DOSB-Trainer des Jahres" gewählt

Jörg Roßkopf und Ruder-Bundestrainerin Sabine Tschäge sind die diesjährigen Gewinner der Wahl zu "Trainer bzw. Trainerin des Jahres" des Deutschen Olympischen Sportbundes. Der 50-jährige Herren-Bundestrainer ist der erste Coach aus dem Tischtennissport, der diesen seit dem Jahr 2006 vergebenen Preis gewinnt.
weiterlesen...
Personalie 10.12.2021

Manfred Schäfer fehlt jetzt für immer

Ihn traf, was vor allem Kopfarbeiter im Alter wohl am meisten fürchten. Eine tückische Krankheit ließ ihn zunehmend sein Gedächtnis verlieren. Zuerst verließen ihn die Erinnerungen an Begebenheiten und Orte, dann an entfernte Bekannte und schließlich sogar an nahestehende Personen. Nicht aber verließen ihn die Freundlichkeit, Höflichkeit und die Zurückhaltung, die ihn sein Leben lang ausgezeichnet hatten. Im Alter von 77 Jahren ist am 5. Dezember Manfred Schäfer verstorben.
weiterlesen...
© Deutscher Tischtennis-Bund e.V. - DTTB - Alle Rechte vorbehalten

Datenschutz | Impressum