Frankfurt/Main. Wer macht das Rennen in der 2. Bundesliga der Damen? Das entscheidet sich, wenn die zehn Teams von Sonntag an in die Saison 2025/26 starten. Mit dabei sind dann die zwei Aufsteiger: Der MTV Engelbostel-Schulenburg aus Niedersachsen und der Sportbund Stuttgart.
Gelingt dem TTC Langweid die Titelverteidigung? Diese Frage stellen sich einige der zehn Vereinsvertreter und -vertreterinnen im Unterhaus. Mit einer Bilanz von 29:7 hatten sich die Bayerinnen in der abgelaufenen Spielzeit an die Spitze gesetzt, auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga aber verzichtet. „Wir gehen mit hohen Erwartungen in die Saison“, sagt Langweids Trainerin Cennet Durgun. Man möchte in jedem Match 100 Prozent geben, um am Ende wieder an der Spitze der Tabelle zu stehen.
Auch Manfred Vogel, Betreuer der TTK Anröchte, zählt Langweid neben Fürstenfeldbruck und Uentrop zu den Favoriten. Der Verein spielt seit 23 Jahren in der 2. Bundesliga, hat die Förderung junger Talente zum Ziel. Nach der letzten Saison wurde Lisa Wang in Richtung Kolbermoor verabschiedet, nun ist Magdalena Hübgen neu dabei. „Sie bekommt die gleiche Spielzeit wie Lisa damals“, meint Vogel. Nach zwei Jahren zurückgekehrt ist außerdem Lea Grohmann. In Anröchte freut man sich bereits auf das Derby gegen Uentrop, das auch 2025/26 wieder stattfinden kann.
Geglückte Rettung in Uentrop
Zwischenzeitlich hatte es nämlich nicht so ausgesehen, als würde Uentrop noch in der Liga vertreten sein. Der Rückzug war bereits verkündet worden, konnte aufgrund einer Kraftanstrengung aller Verantwortlichen, Sponsoren und Fans aber noch verhindert werden. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die neue Saison. „Wir freuen uns, dass es losgeht“, erklärt Spielertrainerin Nadine Sillus. Das letztjährige Personal, zu dem neben Sillus auch Svetlana Ganina, Eireen Kalaitzidou, Elena Shapovalova, Pengpeng Guo und Luisa Düchting gehören, konnte gehalten werden. Sillus merkt an, dass die Liga stärker geworden sei. Das Ziel ist das Mittelfeld.
Aufgestiegen sind der Sportbund Stuttgart und der MTV Engelbostel-Schulenburg. In Stuttgart blickt Mannschaftsführer Thomas Walter mit Spannung auf die Spielzeit: „Nach fünf Jahren 3. Bundesliga wird es ein spannendes Abenteuer für uns“, teilt er mit. Die Schwaben mussten nach der abgelaufenen Saison die Youngster Elisa Nguyen und Rhea Zhu Chen ziehen lassen, neu dabei sind Mitsuki Yoshida und Amelie Fischer. Walter schätzt vor dem Saisonstart die Lage ein: „Das Saisonziel ist der Klassenerhalt, um den wir sicherlich hart kämpfen müssen.“
Demut in Engelbostel-Schulenburg
Bei den Niedersächsinnen vom MTV Engelbostel-Schulenburg ist das Ziel ebenfalls der Klassenerhalt. „Wir freuen uns auf die Saison und gehen mit Demut ran“, sagt dort Stephan Hartung. Die Mannschaft startet erst Ende Oktober in die Spielzeit. Dem Verein ist es gelungen, Elina Rahimi, Laura Milos und Veronika Hud an Bord zu halten, ergänzt wird die Truppe um die Schwedin Matilda Hansson und die Belgierin Julie Van Hauwaert.
Ebenfalls stabil geblieben ist die Mannschaft vom TuS Fürstenfeldbruck in Bayern, dort sind keine Zu- oder Abgänge zu verzeichnen. Ziel ist – wie auch in den letzten beiden Jahren – unter die Top 4 zu kommen. „Wir möchten den jungen deutschen Spielerinnen möglichst viele Spielmöglichkeiten geben“, erklärt Betreuerin Sandra Peter. Sie schätzt die Liga als relativ ausgeglichen ein und erwartet einen Kampf um die Spitze durch Langweid, Landstadt und Uentrop. „Für uns gibt es dieses Jahr keine klaren Abstiegskandidaten“, so Peter.
In Langstadt ist das primäre Ziel der Klassenerhalt. Das Team hat sich mit der Salmünsterin Sienna Stelting verstärkt. Die Mannschaft ist als Bundesligareserve breit aufgestellt. „Sophia Klee und Lorena Morsch sollen fest in der ersten Mannschaft eingesetzt werden“, sagt Mannschaftsführerin Janina Hilgenberg deshalb. Nachwuchsspielerin Amelie Jia ist aus der Regionalliga in die zweite Mannschaft aufgestiegen.
Mittelfeld für Langen?
30 Kilometer westlich blickt in Langen Sportwart Heiko Keller auf die Aufsteiger: „Engelbostel-Schulenburg hat mächtig aufgerüstet und Stuttgart wird mit viel Jugendpower angreifen wollen“, kommentiert er. In Langen hofft man, an die vorige Saison anknüpfen zu können, zuletzt hatte es zu einem siebten Platz gereicht. Den Weggang von Martine Toftaker kompensiert unterdessen die Chilenin Sofia Vega. „Mit ein wenig Glück in den direkten Duellen kann es vielleicht auch weiter nach oben ins Mittelfeld gehen“, hofft Keller.
Komplettiert wird die Liga durch die Mannschaften aus Tostedt und Offenburg. In Baden ist das Ziel der Klassenerhalt, nachdem Spitzenspielerin Shima Safaei den Verein verlassen hat. Jetzt greifen unter anderem Jele Stortz, Ganna Farladanska, Theresa Lehmann und Jana Kirner im Offenburger Dress zum Schläger. Betreuerin Petra Heuberger wagt eine Prognose: „Langweid wird sicherlich vorne mitspielen“, sagt sie und attestiert auch Uentrop Stärke.
Im Norden hat ein Generationenwechsel stattgefunden: „Wir werden sehr jung spielen“, sagt Michael Bannehr, Abteilungsleiter des MTV Tostedt. Der Verein hat seine zweite Mannschaft aus der 3. Bundesliga Nord zurückgezogen und nun beide Mannschaften zusammengelegt. Wie jung die Truppe tatsächlich ist, das zeigt ein Blick auf den Kader: Spitzenspielerin Darya Kisel ist mit 22 Jahren die älteste Spielerin im Team. Das Ziel ist nun der Klassenerhalt, die junge Mannschaft soll sich etablieren. „Ich glaube, dass wir da ein gutes Paket auf die Reise bringen“, so Bannehr. Dem Klub steht bereits zu Beginn eine weite Reise zu bevor. Am 4. und 5. Oktober geht es zum Sportbund Stuttgart und zur DJK Offenburg.
Eröffnet wird die Liga allerdings schon an diesem Wochenende: Am Sonntag empfangen die Stuttgarterinnen den TTC Langweid, Uentrop trifft auf Anröchte.