Nina Mittelham will gegen Dr. Casl genauso auftrumpfen wie am Sonntag in Wetzlar (Bild: Dr. Stephan Roscher).
eastside will den Favoriten schlagen

Halbfinal-Hinspiel: Titelverteidiger Dr. Casl gastiert in Berlin

Dr. Stephan Roscher 07.03.2019

Am Freitag gilt es für den ttc berlin eastside in Europas Königsklasse. Das Team von Dr. Casl aus Zagreb gibt als amtierender Champions-League-Sieger zum ersten Halbfinal-Match in Berlin seine Visitenkarte ab und wird den Hauptstädterinnen vermutlich alles abverlangen.

Neben Tarnobrzeg ist die Truppe aus Kroatien nominell sicher das am stärksten besetzte Team im Halbfinale, doch eastside will Gas geben und ein günstiges Resultat in Hinblick auf das Rückspiel am 24. März einfahren. Als viermaliger Champions-League-Gewinner hat man keinen Anlass, in Ehrfurcht zu erstarren, zumal die Mannschaft seit Wochen in richtig guter Form ist und im Februar in toller Manier das schwierige Viertelfinale gegen Hodonin noch umgebogen hat. Nicht zuletzt dank einer bärenstarken Nina Mittelham, die sich am Sonntag in Wetzlar auch noch die nationalen Meistertitel im Einzel und Doppel sichern konnte und die herausragende Spielerin des Turniers war. Dies wird ihr auch für die Königsklasse weiteren Auftrieb geben. Am Weltfrauentag will eastside dem Titelverteidiger mit Frauen-Power die Stirn bieten.

Die Truppe von Dr. Casl besteht aus sechs gebürtigen Chinesinnen, die allesamt zur Welt- beziehungsweise zur europäischen Spitze zählen. Die Nummer eins ist Doo Hoi Kem, die international für Hongkong spielt und aktuell die Nummer 14 der Weltrangliste ist. Penholder-Ass Fu Yu schlägt für Portugal auf und zählt, genauso wie Defensivspezialistin Li Jie (Niederlande) und Materialkünstlerin Ni Xia Lian (Luxemburg), zu den Top 10 Europas. Mit Hu Melek (Türkei) und der Chinesin Lin Gaoyang zählen zwei weitere Topspielerinnen zum Kader. Wenn Dr. Casl mit Doo, Fu und Li antritt, was zu erwarten steht, muss jede eastside-Spielerin über sich hinauswachsen, wenn ein Heimsieg gelingen soll.

Berlin ist in diesem Halbfinale gewiss nicht der Favorit, doch gerade vor heimischer Kulisse ist alles möglich, wie der grandiose 3:0-Erfolg über Hodonin gezeigt hat. Shan Xiaona hat im Januar bei den Hungarian Open gegen Zagrebs Topspielerin Doo Hoi Kem gewonnen und bewiesen, dass auch sie nicht unschlagbar für die Berlinerinnen ist. Doch auch Georgina Pota und Mathilda Ekholm stehen mit ihrer internationalen Erfahrung gegen die Kroatinnen nicht auf verlorenem Posten. Und Nina Mittelham gelingt zurzeit sowieso alles, was sie anpackt.

„Favorit ist Dr. Casl, doch wir glauben an unsere Chance und wollen am Weltfrauentag, der ja erstmals auch ein Feiertag in Berlin ist, zeigen, dass wir über ganz viel Frauen-Power verfügen“, äußert sich eastside-Manager Andreas Hain kämpferisch und zuversichtlich zugleich.

Passend zum Spieltermin sind alle Frauen zu einem Solidaritätspreis von 2 € eingeladen. „Als Frauen-Team würden wir uns ganz besonders über eine lautstarke, phantasievolle Unterstützung durch weibliche Tischtennisfans freuen“, sagt Cheftrainerin Irina Palina.

Die schon im Vorfeld prickelnde Begegnung findet in der großen Spielhalle im Berliner Sportkomplex an der Paul-Heyse-Straße statt. Um 18.00 Uhr fällt für den ttc berlin eastside der Startschuss zur „Mission Finale“.

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