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Dänen im Glück nach dem Sieg gegen England im Viertelfinale (Foto: MS)
Neben Russland sind die Skandinavier mit ihrem Linkshänder-Trio die große Überraschung bei der EM in Cluj-Napoca

Halbfinal-Vorschau: DTTB-Herren gegen Underdog Dänemark

MS 01.10.2021

Cluj-Napoca. Der Sieg über Tschechien war für die deutschen Herren der Auftakt zu den K.-o.-Spielen. Dem verbissenen Fight folgt nun am Samstag um 18 Uhr deutscher Zeit das interessante Duell mit Dänemark, einer der großen Überraschungen dieser Europameisterschaften.

Spielreihenfolge
A1 - B2
A2 - B1
A3 - B3
A1 - B1
A2 - B2
Alle Begegnungen werden auf drei Gewinnsätze gespielt. Vor Beginn des dritten Einzels darf der Trainer seine Nummer eins oder zwei gegen einen vierten Spieler austauschen.

Danish Dynamite lebt von seiner Unberechenbarkeit

Der Titelverteidiger, der seit 2007 acht Mal die EM gewann, bekommt es mit einer Mannschaft zu tun, der in diesem Jahr kaum jemand einen Medaillengewinn zugetraut hat. Zwar wurden die Dänen mit ihrem damaligen Star Michael Maze 2005 Europameister, holten aber seit 2009 kein einziges Mal mehr Edelmetall. Hinzu kommt, dass sich Dänemarks Nummer zwei anders Lind bei einem schweren Autounfall vor einem halben Jahr zwei Rückenwirbel brach und erst vor einem Monat wieder mit dem Training steht.

Doch Danish Dynamite explodiert zuweilen auch im Tischtennis. Obwohl Weltklassespieler Jonathan Groth, 2016 in Budapest Europameister im Doppel an der Seite von Patrick Franziska, gegen England keinen Punkt machte, schafften die Dänen mit einem Vier-Stunden-Krimi gegen den haushohen Favoriten England den Einzug in das Halbfinale. Ausgerechnet gegen die Engländer, die mit der selben Mannschaft antraten, die 2016 mit dem Gewinn von WM-Bronze in Malaysia selbst die Tischtennis-Welt auf den Kopf gestellt hatte. Lind spielte, als hätte er nie in eine langwierige Reha gemusst und besiegte Liam Pitchford ebenso wie Paul Drinkhall, Punkt drei steuerte Tobias Rasmussen bei. Lind vermochte es selbst nicht zu glauben: „Ich spiele hier das beste Tischtennis meines Lebens. Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Es ist ein wahres Wunder.“

"Drei Linkshänder hat man auch nicht alle Tage als Gegner"

Neben ihrer Unberechenbarkeit haben die Dänen, die vor England auch bereits Ex-Europameister Portugal in der Gruppenphase eliminiert hatten, eine weitere Besonderheit zu bieten. "Das Team besteht ausschließlich aus Linkshändern", berichtet Deutschlands Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf, "das ist ungewöhnlich, das hat man auch nicht alle Tage. Aber wir werden morgen Abend gut darauf vorbereitet sein." Unterschätzen werden die Deutschen ihren Gegner nicht. Der Bundestrainer weiß: "Das ist eine Meisterschaft, bei der viel passieren kann. Alle Mannschaften glauben daran, gegen jeden gewinnen zu können, dafür sind Russland und Dänemark die besten Beispiele. Es ist bemerkenswert, dass die Dänen sogar ohne einen Punkt ihrer Nummer eins Groth gegen England im Viertelfinale gewinnen. Das zeigt, wie stark die Mannschaft ist - es wird für uns ein schweres Halbfinale."

Für Patrick Franziska gibt es ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Doppelpartner Groth: "Jonathan ist zwar heute sieglos geblieben, aber immer sehr gefährlich und kann jeden schlagen. Die Dänen spielen ein Wahnsinnsturnier, wie die Siege über Portugal und England zeigen. Es ist unglaublich, dass Lind in Topform ist nach seinem schweren Unfall. Es freut mich für ihn und ist schön zu sehen, dass er so zurückgekommen ist." Franziska ergänzt lachend: "Aber morgen gibt es keine Gnade. Wir sind auch alle sehr gut drauf und wollen auf jeden Fall ins Finale." Im zweiten Halbfinale besiegte Russland überraschend auch die an Position zwei gesetzten Schweden.

Die Aufgebote

Deutschland

  • Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 15)
  • Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 36)
  • Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 42)
  • Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 52)
  • Kay Stumper (TTC Neu-Ulm, WR: 669, WR 19)
  • Trainer-Team: Jörg Roßkopf, Lars Hielscher

Dänemark

  • Jonathan Groth (WR 31)
  • Anders Lind (WR 82)
  • Tobias Rasmussen (WR 208)
  • Thor Christensen (WR 666)
  • Mikkel Hinderssen (WR -)

Samstag, 2. Oktober
Halbfinale am Samstag
Herren

Deutschland - Dänemark, 18 Uhr MESZ
Russland - Schweden, 12 Uhr

Damen
Deutschland - Portugal, 9 Uhr MESZ
Rumänien - Frankreich, 15 Uhr

Sonntag, 3. Oktober
Finale Damen, 12 Uhr
Finale Herren, 15.30 Uhr

Rumänien liegt in der Zone mit osteuropäischer Sommerzeit und ist Deutschland eine Stunde voraus. Alle hier angegebenen Zeiten entsprechen der mitteleuropäischen Sommerzeit.

ERGEBNISSE

Dienstag, 28. September
1. Gruppenspiel Damen und Herren
Damen, Gruppe A: Spanien – Slowakei 1:3
Maria Xiao - Tatiana Kukulkova 3:0 (11,8,4)
Galia Dvorak - Barbora Balazova 0:3 (-5,-7,-2)
Sofia-Xuan Zhang - Ema Labosova 0:3 (-7,-11,-8)
Maria Xiao - Barbora Balazova 1:3 (-10,4,-6,-5)

Herren, Gruppe A: Belarus – Ukraine 2:3
Pavel Platonov - Yevhen Pryshchepa 3:1 (7,9,-8,6)
Aleksandr Khanin - Yaroslav Zhmudenko 0:3 (-7,-4,-9)
Gleb Shamruk - Anton Limonov 3:2 (-7,10,-2,5,9)
Aleksandr Khanin - Yevhen Pryshchepa 2:3 (8,-7,6,-4,-3)
Pavel Platonov - Yaroslav Zhmudenko 2:3 (-4,5,-9,13,-8)


Mittwoch, 29. September
2. Gruppenspiel Damen und Herren
Damen: Deutschland – Slowakei 3:0
Nina Mittelham - Tatiana Kukulkova 3:1 (7,-9,9,4)
Sabine Winter - Barbora Balazova 3:0 (3,8,3)
Annett Kaufmann - Ema Labosova 3:0 (8,11,3)

Herren: Deutschland – Ukraine 3:0
Patrick Franziska – Yaroslav Zhmudenko 3:0 (8,7,9)
Benedikt Duda – Yevhen Pryshchepa 3:0 (5,9,7)
Dang Qiu – Anton Limonov 3:0 (3,2,3)

Donnerstag, 30. September
3. Gruppenspiel Damen und Herren
Deutschland - Spanien 3:1
Nina Mittelham - Maria Xiao 2:3 (-11,6,2,-11,-8)
Sabine Winter - Sofia-Xuan Zhang 3:1 (-10,4,13,8)
Chantal Mantz - Galia Dvorak 3:0 (5,6,8)
Mittelham - Zhang 3:2 (-11,-9,9,4,6)

Deutschland - Belarus 3:0
Dang Qiu - Pavel Platonov 3:1 (9,-8,2,7)
Patrick Franziska - Vladislav Rukletsov (7,7,6)
Ruwen Filus - Gleb Shamruk 3:0 (2,6,8)

Freitag, 1. Oktober
Damen-Viertelfinale

Deutschland - Polen 3:0
Sabine Winter - Katarzyna Wegrzyn 3:1 (9,-7,7,8)
Nina Mittelham - Natalia Bajor 3:1 (10,-8,8,8)
Chantal Mantz - Anna Wegrzyn 3:0 (0,7,11)

Portugal - Ukraine 3:1
Österreich - Frankreich 0:3
Rumänien - Luxemburg 3:0

Herren-Viertelfinale
Deutschland - Tschechien 3:1
Benedikt Duda - Tomas Polansky 3:1 (-9,5,8,5)
Patrick Franziska - Lubomir Jancarik 2:3 (-8,-8,1,9,-8)
Dang Qiu - Jiri Martinko 3:1 (3,10,-10,7)
Franziska - Polansky 3:1 (6,-8,10,2)

Dänemark - England 3:2
Österreich - Russland 2:3
Schweden - Rumänien 3:1

Samstag, 2. Oktober
Halbfinale am Samstag, 1 Tisch

Damen
Deutschland - Portugal, 9 Uhr MESZ
Rumänien - Frankreich, 15 Uhr

Herren
Deutschland - Dänemark, 18 Uhr MESZ
Russland - Schweden, 12 Uhr

Sonntag, 3. Oktober
Finale Damen, 12 Uhr
Finale Herren, 15.30 Uhr

Gruppeneinteilungen

Damen
Gruppe A:
Deutschland, Spanien, Slowakei
Gruppe B: Rumänien, Italien, Belgien
Gruppe C: Österreich, Belarus, Serbien
Gruppe D: Ukraine, Tschechien, Slowenien
Gruppe E: Ungarn, Portugal, Kroatien
Gruppe F: Polen, Schweden, England
Gruppe G: Russland, Luxemburg, Griechenland
Gruppe H: Niederlande, Frankreich, Türkei

Herren, Gruppe A: Deutschland, Belarus, Ukraine Gruppe B: Schweden, Belgien, Griechenland Gruppe C: England, Slowakei, Serbien Gruppe D: Österreich, Polen, Spanien Gruppe E: Portugal, Dänemark, Türkei Gruppe F: Frankreich, Russland, Niederlande Gruppe G: Kroatien, Tschechien, Italien, Ungarn Gruppe H: Slowenien, Rumänien, Luxemburg, Finnland

Und so wird gespielt

Modus
Die Endrunde dieser EM wird mit 24 Damen- und 26 Herren-Teams mit einer Gruppenphase, gefolgt von der K.-o.-Runde ausgetragen. Bei den Damen sind es acht Dreier-Gruppen, bei den Herren sechs Dreier- und zwei Vierer-Gruppen. Nur die jeweiligen Gruppensieger erreichen die Hauptrunde, die mit dem Viertelfinale beginnt. Bis zum Titelgewinn muss eine Mannschaft also fünf Spiele absolvieren, davon zwei in der Gruppe. Die Mannschaften in den Herren-Gruppen G und H sogar eines mehr.
 
Deutschlands Herren sind Titelverteidiger und als höchste europäische Mannschaft in der Weltrangliste der Kalenderwoche 35 (Ende August) als Kopf der Gruppe A gesetzt, deren Sieger im Viertelfinale Position eins einnehmen wird. An Position acht, ans andere Ende des Hauptfeldes, kommt der Gewinner der Gruppe B. Die DTTB-Damen sind als Topgesetzte ebenfalls der Kopf der Gruppe A.
 
Spielsystem
Gespielt wird im Mannschaftswettbewerb mit maximal fünf Einzeln bis zum dritten Gewinnpunkt eines Teams (Spielreihenfolge: A1 – B2, A2 – B1, A3 – B3, A1 – B1, A2 – B2). Alle Begegnungen werden auf drei Gewinnsätze gespielt. Vor Beginn des dritten Einzels darf der Mannschaftskapitän/Trainer seine Nummer eins oder zwei gegen einen vierten Spieler austauschen.

Das Aufgebot des DTTB

Herren

  • Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 15)
  • Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 36)
  • Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 42)
  • Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 52)
  • Kay Stumper (TTC Neu-Ulm, WR: 669, WR 19: 2)

Damen

  • Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 33)
  • Sabine Winter (TSV Schwabhausen, WR: 117)
  • Chantal Mantz (TSV 1909 Langstadt, WR: 198)
  • Annett Kaufmann (SV Böblingen, WR: 1038 / WR U15: 2)

Sportliche Leitung / Trainer-Team

  • Richard Prause (Sportdirektor)
  • Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
  • Tamara Boros (Damen-Bundestrainerin)
  • Lars Hielscher (Bundesstützpunkttrainer, Assistenztrainer Herren)
  • Wan Guohui (Trainer Deutsches Tischtennis-Internat)
  • Sascha Nimtz (Wissenschaftliche Betreuung, IAT Leipzig)

Medizinische Abteilung

  • Dr. Thomas Garn (Mannschaftsarzt, Düsseldorf)
  • Joachim Först (Physiotherapeut)
  • Annette Zischka (Physiotherapeutin, Olympiastützpunkt Hessen)

Organisatorische Leitung 
Kolja Rottmann 

Schiedsrichter 
Gert Selig (Waldalgesheim)

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