Das "ewige Duell" endete im Viertelfinale zu Gunsten von Timo Boll (Foto: Schillings)
Kein Spaziergang für Boll beim 4:1 / Halbfinale am Mittwoch gegen WM-Überraschung Pucar

Boll entscheidet das "ewige Duell" gegen Samsonov für sich

SH / MS 25.06.2019

Minsk. Dieses 4:1 war ganz und gar kein Spaziergang für Timo Boll. Bei den European Games in Minsk hat der Rekord-Europameister das "ewige Duell" mit Vladimir Samsonov im Viertelfinale knapp für sich entschieden. Nach hauchdünn verlorenem ersten Durchgang waren es vor allem die Sätze drei und vier, die auch zu Gunsten des 43-jährigen weißrussischen Lokalmatadors hätten enden können - mit drei von Boll abgewehrten Satzbällen im Dritten und einem erneut in der Verlängerung engen Sieg im Vierten.

Timo Boll: "Es ist besser, gegen Vladi zu führen"

Mit einem Lächeln im Gesicht stellte sich Timo Boll nach dem hochklassigen Schlagabtausch der Ballkünstler in der Mixedzone den Medienvertretern: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Das war ein sehr intensives Match. Vladi hat auf einem sehr hohen Niveau gespielt, ich habe ihn lange nicht mehr so stark gesehen wie heute. Der Schlüssel zum Sieg war der Gewinn des dritten, auch des vierten Satzes, die beide sehr eng waren. Es ist definitiv besser, gegen ihn zu führen, sonst spielt er mit seinem Heimpublikum im Rücken befreit auf und dann wird es noch schwerer." Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf fasste die sehenswerte Partie des topgesetzten Weltranglistenersten in aller Kürze auf den Punkt: "Timo musste heute sein bestes Tischtennis spielen, um gegen einen sehr starken Vladi zu gewinnen."

Boll nicht unbeeindruckt von der Atmosphäre

Der unterlegene Samsonov war trotz seines starken Auftrittes gleich in doppelter Hinsicht betrübt über sein Ausscheiden. "Gefühlt habe ich schon rund 40 Male gegen Timo gespielt. Es war heute ein gutes Match von uns beiden. Aber in den wichtigen Phasen habe ich meine Chancen nicht nutzen können. Wir haben hier in Weißrussland extrem selten eine Veranstaltung auf diesem Niveau. Es ist deshalb schade, ausgeschieden zu sein, auch für die vielen Zuschauer, die für eine tolle Atmosphäre in der Halle gesorgt haben." Die besondere, lautstarke Stimmung im zur Tischtennisarena umfunktionierten Olympischen Tenniszentrum spürte auch Timo Boll: "Unbeeindruckt lässt einen so eine laute Atmosphäre natürlich nicht. Vor allem, wenn man Anfang des Matches noch nach dem Feingefühl und dem Rhythmus sucht. Aber wenn man das dann gefunden hat, dann ist es auch ein Ansporn."

Im Halbfinale gegen Pucar

Am Mittwoch um 11 Uhr testet Timo Boll die Fähigkeiten des U21-Europameisters von 2017 und WM-Achtelfinalisten von Budapest, Tomislav Pucar. Boll ist gewarnt. Schließlich gewann der 23-jährige Kroate in Diensten des Bundesligisten Fulda-Maberzell auf seinem Siegeszug bei den diesjährigen Weltmeisterschaften unter anderem gegen Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger. Um optimal vorbereitet zu sein, wird sich Boll mit Videomaterial auf seinen Kontrahenten vorbereiten: "Gegen Pucar habe ich noch nie gespielt, deshalb schaue ich mir noch ein paar Videos an. Er ist ein junger Spieler mit einem sehr starken Rückhand, hat sich aber mit der Vorhand weiter entwickelt, er ist groß und lange Hebel. Vom Stil her ist er so ein bisschen wie Dima. Mal schauen, ich bin gespannt auf das Match."

Das zweite Halbfinale bestreiten Ovtcharov-Bezwinger Jonathan Groth aus Dänemark und der Bronzemedaillengewinner der ersten Europaspiele von Baku 2015, der Ukrainer Kou Lei.

Um 18 Uhr greifen im gemischten Doppel Patrick Franziska und Petrissa Solja nach Gold. Im Damen-Einzel hat Han Ying das Halbfinale erreicht, das am Mittwochmorgen ausgetragen wird.

Dienstag, 25. Juni

Die Spiele (der Deutschen) 

Herren-Einzel, Viertelfinale
Timo Boll - Vladimir Samsonov BLR 4:1 (-10,6,14,10,7)
Tomislav Pucar CRO - Emmanuel Lebesson FRA 4:1 (-10,10,10,7,6)
Jonathan Groth DEN - Wang Yang SVK 4:3 (9,-7,-12,-10,10,3,7)
Kou Lei UKR - Cedric Nuytinck BEL 4:2 (-10,8,8,8,-4,10)

Damen-Einzel, Viertelfinale
Ni Xialian LUX - Linda Bergström SWE 4:1 (8,7,9,-5,9)
Petrissa Solja - Yu Fu POR 3:4 (-8,-10,10,-6,8,7,11)
Yang Xiaoxin MON - Polina Mikhailova RUS 4:0 (7,9,1,5)
Han Ying - Li Jie NED 4:1 (5,-8,12,7,5)

Gemischtes Doppel, Halbfinale
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Lubomir Pistej/Barbora Balazova SVK 3:1 (6,-6,11,4)
Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs ROU - Tristan Flore/Laura Gasnier FRA 3:2 (-11,8,-10,6,8)

Spiel um Bronze, 17 Uhr
Tristan Flore/Laura Gasnier FRA - Lubomir Pistej/Barbora Balazova SVK

Finale, 18 Uhr
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs ROU

Mittwoch, 26. Juni

Damen-Einzel, Halbfinale
Han Ying - Yang Xiaoxin MON, 10 Uhr
Ni Xialian LUX - Yu Fu POR, 9 Uhr

Herren-Einzel, Halbfinale
Timo Boll - Tomislav Pucar CRO, 11 Uhr
Jonathan Groth DEN - Kou Lei UKR BEL 12 Uhr

Links

Das deutsche Aufgebot

Herren
Timo Boll (Weltrangliste: 6, Borussia Düsseldorf)
Dimitrij Ovtcharov (Nr. 12, Fakel Gazprom Orenburg/Russland)
Patrick Franziska (Nr. 16, 1. FC Saarbrücken TT)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Ricardo Walther (Nr. 38, ASV Grünwettersbach)

Damen
Petrissa Solja (Weltrangliste: 26, TSV 1909 Langstadt)
Han Ying (Nr. 45, KTS Zamek Tarnobrzeg/Polen)
Nina Mittelham (Nr. 50, ttc berlin eastside)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Shan Xiaona (Nr. 165, ttc berlin eastside)

Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Lars Hielscher (Assistenztrainer)

Delegationsleiter
Richard Prause (Sportdirektor)

Medizinische Abteilung
Peter Heckert (Physiotherapeut, OSP Hessen)
Dr. Antonius Kass (Mannschaftsarzt)

Schiedsrichter
Christoph Geiger

 

Der Zeitplan

Freitag, 21. Juni
Auslosung
ab 10 Uhr (deutscher Zeit)
Samstag, 22. Juni
Damen- und Herren-Einzel, 1. und 2. Runde
ab 9 Uhr (ohne deutsche Beteiligung)

Sonntag, 23. Juni
Gemischtes Doppel, Achtelfinale
9 Uhr/9.45 Uhr (mit Patrick Franziska/Petrissa Solja)
Damen-Einzel, 3. Runde (beste 32)
12 / 13 / 14 / 15 Uhr (mit Petrissa Solja, Han Ying)
Herren-Einzel, 3. Runde (beste 32)
16 / 17 / 18 / 19 Uhr (mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov)

Montag, 24. Juni
Gemischtes Doppel, Viertelfinale
9 Uhr/9.45 Uhr
Damen-Einzel, Achtelfinale
12 / 13 / 14 / 15 Uhr
Herren-Einzel, Achtelfinale
16 / 17 / 18 / 19 Uhr

Dienstag, 25. Juni
Gemischtes Doppel, Halbfinale
9 Uhr/9.45 Uhr
Damen-Einzel, Viertelfinale
12 / 13 Uhr
Herren-Einzel, Viertelfinale
14 / 15 Uhr
Gemischtes Doppel, Spiel um Bronze
17 Uhr
Gemischtes Doppel, Finale
18 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 19 Uhr

Mittwoch, 26. Juni
Damen-Einzel, Halbfinale
9 / 10 Uhr
Herren-Einzel, Halbfinale
11 / 12 Uhr
Damen-Einzel, Spiel um Bronze
15 Uhr
Herren-Einzel, Spiel um Bronze
16 Uhr
Damen-Einzel, Finale
17 Uhr
Herren-Einzel, Finale
18 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 19 Uhr

Donnerstag, 27. Juni
Damen- / Herren-Mannschaft, Achtelfinale
9 / 12 Uhr (ohne deutsche Beteiligung)
Damen-Mannschaft, Viertelfinale
15 Uhr (mit Deutschland)
Herren-Mannschaft, Viertelfinale
18 Uhr (mit Deutschland)

Freitag. 28. Juni
Damen-Mannschaft, Halbfinale
9 / 12 Uhr
Herren-Mannschaft, Halbfinale
15 / 18 Uhr

Samstag, 29. Juni
Damen-Mannschaft, Spiel um Bronze
9 Uhr
Damen-Mannschaft, Finale
12 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 15 Uhr
Herren-Mannschaft, Spiel um Bronze
16 Uhr
Herren-Mannschaft, Finale
19 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 22 Uhr

 

Die Setzlisten

Herren-Einzel

1 Timo Boll (Deutschland), 2 Mattias Falck (Schweden), 3 Dimitrij Ovtcharov (Deutschland), 4 Liam Pitchford (England), 5 Vladimir Samsonov (Weißrussland), 6 Simon Gauzy (Frankreich), 7 Kristian Karlsson (Schweden), 8 Daniel Habesohn (Österreich), 9 Emmanuel Lebesson (Frankreich), 10 Jonathan Groth (Dänemark), 11 Marcos Freitas (Portugal), 12 Tomislav Pucar (Kroatien), 13 Tiago Apolonia (Portugal), 14 Cedric Nuytinck (Belgien), 15 Darko Jorgic (Slowenien), 16 Alvaro Robles Martinez (Spanien)

Damen-Einzel

1 Bernadette Szocs (Rumänien), 2 Sofia Polcanova (Österreich), 3 Matilda Ekholm (Schweden), 4 Petrissa Solja (Deutschland), 5 Elizabeta Samara (Rumänien), 6 Georgina Pota (Ungarn), 7 Li Jie (Niederlande), 8 Fu Yu (Portugal), 9 Britt Eerland (Niederlande), 10 Margaryta Pesotska (Ukraine), 11 Barbora Balazova (Slowakei), 12 Polina Mikhailova (Russland), 13 Han Ying (Deutschland), 14 Li Qian (Polen), 15 Ni Xia Lian (Luxemburg), 16 Hana Matelova (Tschechien)

Gemischtes Doppel

1 Lubomir Pistej/Barbora Balazova (Slowakei), 2 Stefan Fegerl/Sofia Polcanova (Österreich), 3 Patrick Franziska/Petrissa Solja (Deutschland), 4 Tristan Flore/Laura Gasnier (Frankreich), 5 Adam Szudi/Szandra Pergel (Ungarn), 6 Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs (Rumänien), 7 Alvaro Robles Martinez/Galia Dvorak (Spanien), 8 Laurens Tromer/Britt Eerland (Niederlande), 9 Aleksandr Shibaev/Polina Mikhailova (Russland), 10 Mattias Falck/Matilda Ekholm (Schweden), 11 Aleksandar Karakasevic/Izabel Lupulesku (Serbien), 12 Niagol Stoyanov/Giorgia Piccolin (Italien), 13 Cedric Nuytinck/Lisa Lung (Belgien), 13 Jakub Dyjas/Natalia Partyka (Polen), 15 Luka Mladenovic/Ni Xialian (Luxemburg), 16 Pavel Platonov/Nadezhda Bogdanova (Weißrussland)

Damen-Mannschaft

1 Deutschland, 2 Rumänien, 3 Ungarn, 4 Österreich, 5 Holland, 6 Ukraine, 7 Polen, 8 Spanien, 8 Luxemburg, 8 Russland, 11 Schweden, 12 Weißrussland

Herren-Mannschaft

1 Deutschland, 2 Schweden. 3 Österreich, 4 Großbritannien, 5 Frankreich, 6 Slowenien, 7 Kroatien, 8 Weißrussland, 9 Portugal, 10 Belgien, 11 Rumänien, 12 Dänemark

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