Shan Xiaona steht im Achtelfinale (Foto: Thomas)
Qiu Dang fehlen gegen Japans Olympiadritten Jun Mizutani nur zwei Punkte zum Sieg

Hong Kong Open: Shan Xiaona im Achtelfinale

06.06.2019

Hongkong. Die Berlinerin Shan Xiaona hat bei den Hong Kong Open den Einzug in das Achtelfinale geschafft. Patrick Franziska und Qiu Dang, der gegen den Olympiadritten Jun Mizutani eine Überraschung auf dem Schläger hatte, sind hingegen im Durchgang der besten 32 ausgeschieden. Am Nachmittag bestreiten noch Timo Boll, Ricardo Walther und Benedikt Duda ihre Erstrundenmatches.

Shan Xiaona: Mit Kampf, Klasse und Roßkopf zum Sieg

Mit Kampfgeist und Klasse ist Shan Xiaona in das Achtelfinale eingezogen. Beim 4:3 über die Taiwanesin Chen Szu-Yu machte die an Position 16 gesetzte Berlinerin in der ersten Hauptrunde zunächst einen 0:2-Satzrückstand wett und wehrte wenig später im sechsten Durchgang beim Stand von 6:10 zudem vier Matchbälle der starken Qualifikantin ab. Gegnerin im Achtelfinale am Freitag um 8 Uhr deutscher Zeit wird wie bei den China Open die Weltranglistenzwölfte Feng Tianwei sein.

Nach dem 11:8 im Entscheidungssatz über Chen atmete Shan Xiaona erleichtert auf: "Dadurch, dass ich keine Qualifikation gespielt habe, war es heute mein erstes Match. Die beiden ersten Sätze war ich noch nicht wirklich im Rhythmus, musste mich auf die ungewohnte Haupthalle und die hohe Feuchtigkeit hier erst einstellen. Ich habe den aber über den Kampf den Weg zu meinem Spiel gefunden." Geholfen hat ihr dabei ein ungewohnter Coach an der Bande, nämlich Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf. Shan Xiaona freute sich darüber: "Ich bin als einzige Deutsche angereist, da hat Rossi mich gecoacht. Er hat mich nach dem schnellen Rückstand sehr beruhigt. Das hat mir geholfen und es hat ja auch geklappt. Nun treffe ich wieder auf Feng. Sie ist sehr stark und in China habe ich verloren, aber ich hatte eine kleine Chance. Ich hoffe, diesmal klappt es besser."

Um an den Turnieren in China, Hongkong und in der nächsten Woche in Japan teilnehmen zu können, parkte die in Liaoning (China) geborene Deutsche Meisterin der Jahre 2013 und 2014 ihre knapp ein Jahr alte Tochter Mia bei ihren Eltern: "Es ist für mich wichtig, viele Wettkämpfe zu spielen, um mich in der Weltrangliste wieder nach vorne zu arbeiten." Die frühere Top-20-Spielerin fiel durch schwangerschaftsbedingte Turnierabstinenz zwischenzeitlich aus der Weltrangliste, macht seit Jahresbeginn aber Stück für Stück wieder Boden gut. Aktuell wird Shan Xiaona auf Platz 165 notiert: "Jedes Spiel hilft mir. So wie heute, als ich vier Matchbälle abwehren konnte. Das ist gut für den Kopf und für das Selbstvertrauen, das noch nicht hundertprozentig wieder da ist. Aber ich spiele besser und besser und hoffe ich bin auf einem guten Weg, um bald wieder die alte Topform zu bekommen. "

Qiu Dang: Nur zwei Punkte fehlen gegen Mizutani zum Sieg

Trotz einer erneut starken Vorstellung ist die mit 175.000 Dollar dotierte World-Tour-Station für Qiu Dang beendet. Nach dem fulminanten 4:0 in der Qualifikation über Taiwans Ex-Doppel-Weltmeister und Weltranglisten-27. Chuang Chih-Yuan bestätigte der Grünwettersbacher allerdings auch gegen Jun Mizutani erneut sein großes Potential. 

Deutschlands Aufsteiger des Jahres, der sich innerhalb eines Jahres von Weltranglistenposition 248 auf 68 katapultierte, dränge auch Japans Olympiadritten von 2016 an den Rand einer Niederlage. Qiu trennten nach einer 3:2-Satzführung in Durchgang sechs nach einer 8:5-Führung in der Endphase beim Stand von 9:9 nur zwei Punktgewinne von einem erneuten Favoritensturz, Matchbälle erspielte sich der 22-Jährige allerdings nicht. Mizutani nutzte seinen dritten Satzball zum 3:3-Ausgleich und stoppte mit dem anschließenden 11:5 den Siegeszug des Schwaben.

Nach dem Match überwog bei Qiu verständlicherweise die Enttäuschung: "Ich bin natürlich erst einmal sehr enttäuscht, dass ich das Spiel noch verloren habe. Gegen Timo hatte ich auch schon einige Male meine Chance, jetzt gegen Jun. Die beiden haben ihre Ausnahmestellung natürlich auch deshalb, weil sie eben die meisten ihrer knappen Matches gewinnen. Es war heute ein gutes Match und auch wenn es einen freut, auf diesem Niveau mitspielen zu können: verlieren ist nie schön. Ich muss einfach noch dazulernen, damit es gegen die Topleute am Ende auch reicht." Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf pflichtet dem bei: "Dang hat ein sehr gutes Spiel und wird daraus lernen. Aber bei der Chance, die er hatte, muss er sich auch etwas ärgern, auch wenn es sehr erfreulich ist, dass er zeigt, dass er gegen solche Topleute auch mithalten kann." 

Franziska mit Licht und Schatten

Schnell als erwartet vorüber war der Erstrunden-Auftritt von Patrick Franziska. Der an Position 12 gesetzte Saarbrücker unterlag Japans Mixed-Weltmeister von 2017 mit 10:12, 9:11, 2:11 und 2:11. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf sah Licht und Schatten: "Das waren heute zwei Gesichter bei Patrick. In den beiden ersten, knappen Sätzen war es ein Spiel auf sehr hohem Niveau, in der Patrick den ersten Durchgang bei einer 7:3-Führung auch hätte gewinnen können. Zwei Sätze waren super, der Rest aber nicht, das muss man dann eben analysieren. Nach dem 0:2-Rückstand ist Franz sehr negativ in seiner Körpersprache geworden. Das ist aber ein best-of-seven-Spiel, da muss man nach schlechten Start versuchen, sich zurück zu kämpfen. Das hat er heute nicht gemacht. Das sollte einem Topspieler nicht passieren, daran muss er arbeiten." Die Zehenverletzung von der WM hatte keinerlei Einfluss auf die Leistung des Weltranglisten-16., wie Roßkopf betont: "Die Verletzung bereitet ihm kaum noch Schmerzen. Er ist hier auch bei unserem Physiotherapeuten Peter Heckert vom Olympiastützpunkt in Frankfurt in besten Händen - daran hat es sicher nicht gelegen."

Boll, Duda und Walther am Nachmittag

Nach den drei ersten Begegnungen stehen am Nachmittag drei weitere Partien mit deutscher Beteiligung auf dem Programm.  Der an Position vier gesetzte Timo Boll trifft um 14.10 Uhr auf den ihm bestens aus gemeinsamen Düsseldorfer Zeiten bekannten Inder Sharat Kamal Achanta, Ricardo Walther zur gleichen Zeit auf den Weltranglistenzweiten Lin Gaoyuan (China) und Benedikt Duda um 15 Uhr auf Hongkongs Lokalmatador Ho Kwan Kit.

 

Die Ergebnisse der Deutschen am Donnerstag, 6. Juni

Herren-Einzel
1. Runde (32)
Qiu Dang - Jun Mizutani JPN 3:4 (-7,9,7,-8,9,-11,-5)
Patrick Franziska - Maharu Yoshimura JPN 0:4 (-10,-9,-2,-2)
Timo Boll - Sharat Kamal Achanta IND 4:3 (4,9,11,-7,-11,-10,6)
Ricardo Walther - Lin Gaoyuan CHN 2:4 (8,10,-2,-5,-6,-10)
Benedikt Duda - Ho Kwan Kit HKG 4:1 (5,6,10,-7,6)

Damen-Einzel
1. Runde (32)
Shan Xiaona - Chen Szu-Yu TPE 4:3 (-8,-8,3,6,-7,10,8)

Hong Kong Open: Auslosungen, Ergebnisse, Infos  

Hong Kong Open: Livestream der ITTF


Die Spiele der Deutschen am Freitag, 7. Juni

Herren-Einzel
Achtelfinale 
Timo Boll - Maharu Yoshimura JPN 13.10 oder 14 Uhr 
Benedikt Duda - Liang Jingkun CHN 13.10 oder 14 

Damen-Einzel
Achtelfinale
Shan Xiaona - Feng Tianwei SGP  8 Uhr

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Das Aufgebot des DTTB bei den Hong Kong Open (4. - 9. Juni) 

Herren-Einzel: Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Qiu Dang (ASV Grünwettersbach), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach, neue Saison: Borussia Düsseldorf)
Damen-Einzel: Shan Xiaona (ttc berlin eastside)

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