Starke Auftritte im Einzel und im Doppel: Benedikt Duda (Foto: ITTF)
Zwei DTTB-Duos spielen um Edelmetall / Duda zwingt Xu Xin in siebten Satz

Hungarian Open: Franziska, Solja und Shan im Achtelfinale

17.01.2019

Frankfurt/Budapest. Bei den mit 170.000 Dollar dotierten Hungarian Open haben Patrick Franziska, Petrissa Solja und Shan Xiaona im Einzel das Achtelfinale erreicht. Im Mixed und im Herren-Doppel spielen mit Franziska/Solja und Benedikt Duda/Ruwen Filus zudem zwei DTTB-Duos am Freitag um eine Medaille. 

Patrick Franziska: Erfolgreiche Revanche gegen Chinas Zhou

Der an Position sieben gesetzte Weltranglisten-15. Patrick Franziska präsentierte sich in seinem schwierigen Auftaktmatch gegen Zhou Qihao in starker Verfassung. Der Saarbrücker revanchierte sich gegen den chinesischen Qualifikanten, der im November bei den Swedish Open durch einen Sieg über Dimitrij Ovtcharov das Halbfinale erreicht hatte, mit 4:2 für die im Vorjahr bei den Hongkong Open erlittene Niederlage. Franziska war nach dem Match von seiner eigenen Leistung angetan: "Ich bin sehr zufrieden heute. Ich habe sehr ballsicher gespielt, war stark im Aufschlag und Rückschlag. Ich hatte gegen ihn in Hongkong mit 1:4 verloren. Es war für mich ein wichtiger Sieg über einen der guten Chinesen." Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf zur Leistung Franziskas: "Die geglückte Revanche war ein feiner Erfolg für Patrick gegen einen guten Chinesen. Unbedingt zu erwarten war das nicht, nachdem Patrick zuletzt nicht immer regelmäßig trainieren konnte. Aber er hat heute sehr gut gespielt."

Im Achtelfinale trifft der EM-Dritte nun am Freitag um 20.30 Uhr auf den Weißrussen Vladimir Samsonov. Franziska: "Gegen Vladi habe ich zuletzt vor einem Jahr gespielt, auch hier in Ungarn, da konnte ich 4:3 gewinnen. Aber gegen das Tischtennis-Denkmal sind es immer schwere Matches. Allerdings konzentriere ich mich zunächst auf das Viertelfinale im Mixed, das ich ebenfalls gewinnen möchte." 

Samsonov gewann heute sein Erstrundenmatch gegen Qiu Dang kampflos. Den 22-jährigen Grünwettersbacher, der sich mit starken Qualifikationsauftritten, darunter ein Sieg gegen Portugals Weltklassemann Tiago Apolonia, sein erstes Duell mit der Tischtennis-Legende verdient hatte, plagten starke Magen-Darm-Probleme. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf: "Das ist natürlich schade für Dang, der sich auf das Match gefreut hatte. Aber es ging nicht: Er hat sich vor dem Spiel mehrfach übergeben müssen und war einfach zu schwach auf den Beinen."

Petrissa Solja: Weltklasseleistung gegen Europas Nummer 1

Mit glänzenden Leistungen spielten sich am Donnerstag auch die beiden deutschen Qualifikantinnen Petrissa Solja und Shan Xiaona in der ersten Hauptrunde ins Rampenlicht. Die Weltranglisten-29. Petrissa Solja beeindruckte im Duell mit der Österreicherin Sofia Polcanova und überließ der aktuellen Nummer 1 der Europarangliste keinen Satzgewinn. Nach zwei knappen Auftaktsätzen hatte die Östereicherin in den Durchgängen drei und vier nicht den Hauch einer Chance. Im Achtelfinale trifft Deutschlands World-Cup-Dritte von 2015 nun am Freitag um 14.30 Uhr auf die Portugiesin Yu Fu. Vor dem anspruchsvollen Match gegen die Weltranglisten-36. ist Solja ganz entspannt: "Ich bin bis jetzt sehr zufrieden, wie ich hier in Budapest spiele. Einfach mal gucken, was der Freitag so bringt. Wenn es so weiter ginge wie bisher, hätte ich aber natürlich nichts dagegen."

Vor ihrem Einzel hatte die WM-Bronzemedaillengewinnerin im Mixed an der Seite des ehemaligen Doppel-Europameisters Patrick Franziska im ab 2020 olympischen Wettbewerb Mixed das Viertelfinale erreicht, in dem das Duo nun am Freitag auf Chinas Superstars Xu Xin/Liu Shiwen trifft. Die heute Achtelfinalaufgabe gegen die Spanier Alvaro Robles/Galia Dvorak lösten die Deutschen jedenfalls mit Bravour.

Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp zog eine überaus positive Tagesbilanz: "Dass es heute so super für uns gelaufen ist, war etwas überraschend. Dass Peti gegen Polcanova eine Chance hat, wussten wir. Aber dass sie das Spiel 4:0 gewinnt, war nicht zu erwarten und eine wirklich starke Leistung. Auch Shan Xiaona hat sehr stark gespielt und einen Sieg erzielt, der nicht unbedingt erwartet war. Ihre Gegnerin hat aber aufgrund Nanas guter Leistung keinen Rhythmus gefunden. Dass Nana ihr Spiel so durchgezogen hat, finde ich cool." Schöpp blickt nicht ohne Optimismus auf den Freitag: "Unsere Gegnerinnen im Achtelfinale sind favorisiert, aber nicht unantastbar. Ich hoffe, dass etwas geht. Vielleicht ja sogar mehr als nur 'etwas'."

Shan Xiaona: Unterstützung von Töchterchen und Ehemann

Vor dem Erfolg Soljas über die Weltranglisten-16. Polcanova hatte bereits Berlins Weltklassespielerin Shan Xiaona in der Budapester Olympiahalle für Aufmerksamkeit gesorgt. Bei ihrem ersten internationalen Turnierauftritt nach ihrer Babypause besiegte die Rechtshänderin auf Anhieb Hongkongs Weltranglisten-14. Doo Hoi Kem in sechs Sätzen und bedankte sich nach dem Match für eine besondere Unterstützung: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung heute: Ich bin zwar noch etwas langsam, aber es wird immer besser. Geholfen hat mir, dass sich heute mein Mann Zhang Yong während meines Spieles um unsere Tochter Mia kümmern konnte. So ist sie ruhig geblieben und ich habe keinen Stress während des Matches gehabt, das war gestern anders." Die Wahl-Düsseldorferin Shan steht nun morgen um 14.30 Uhr an ihrem 36. Geburtstag im Achtelfinale Rumäniens Europe-Top-16-Siegerin Bernadette Szocs gegenüber, die sich heute nach Abwehr von mehreren Matchbällen zu einem 4:3-Erfolg über die Taiwanesin Chen Hsien-Tzu zitterte. "Ich habe erst einmal gegen sie gespielt", so Shan: "Damals im Finale der Team-EM 2013 habe ich knapp gewonnen. Seitdem ist sie aber viel besser geworden und ich bin noch nicht ganz wieder in alter Form. Aber mal sehen, wie es läuft."

Benedikt Duda: Starker Auftritt im Einzel, Medaillenchance im Doppel

Trotz einer knappen Niederlage hat Benedikt Duda allen Grund, mit seinem Erstrundenauftritt in Budapest zufrieden zu sein. Der 24-jährige Bergneustädter zwang den Weltranglisten-Zweiten Xu Xin in einer hochklassigen Partie zweier kompromissloser Linkshänder in den Entscheidungssatz, der dann jedoch mit 11:5 für den Chinesen endete. Duda sagte nach dem Match: "Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Xu Xin ist ein richtig schwerer Brocken, aber ich habe ein super Match abgeliefert. Das erste Duell mit Xu Xin im Februar beim Team World Cup habe ich noch klar mit 0:3 verloren, heute war es sehr knapp. Das ist ein Indiz, dass ich mich im Laufe eines Jahres deutlich gesteigert habe. Leider sind mir im siebten Satz ein, zwei leichte Fehler unterlaufen, die ein solcher Gegner sofort ausnutzt. Aber ich habe in Budapest insgesamt sehr stark gespielt und auch gestern meine Aufgaben in der Qualifikation sehr souverän gelöst."

Duda hat trotz seines Ausscheiden im Einzels noch ein Eisen im Feuer. Im Doppel besiegte der Weltranglisten-45. heute im Achtelfinale an der Seite von Abwehrass Ruwen Filus (Fulda-Maberzell) die Hongkong-Chinesinnen Ho Kwan Kit/Ng Pak Nam ohne Satzverlust. Das Duo spielt nun am Freitag um 12.20 Uhr gegen die Franzosen Tristan Flore/Emmanuel Lebesson um eine Medaille. Duda: "Im Doppel mit Ruwen läuft es richtig gut. Wir haben vorher noch nie zusammen gespielt, aber wir harmonieren ganz gut und haben bisher auch unsere Aufgaben gut gelöst. Mal sehen, wie es im Viertelfinale läuft."

Die Hungarian Open sind das erste von insgesamt zwölf Turnieren der World Tour 2019. Sechs Stationen davon gehören zur exklusiven Platinum Serie, darunter erneut auch die German Open vom 8. bis 13. Oktober in der Bremer ÖVB-Arena.



DIE SPIELE DER DEUTSCHEN AM FREITAG



Herren-Einzel
Achtelfinale
20.30 Uhr: Patrick Franziska - Vladimir Samsonov BLR

Damen-Einzel
Achtelfinale
14.30 Uhr: Shan Xiaona - Bernadette Szcos ROU
14.30 Uhr: Petrissa Solja - Yu Fu POR
Viertelfinale
19.40 Uhr / 20.30 Uhr

Mixed
Viertelfinale
10.40 Uhr: Patrick Franziska/Petrissa Solja - Xu Xin/Liu Shiwen CHN
Halbfinale
17.10 Uhr

Herren-Doppel
Viertelfinale
12.20 Uhr: Benedikt Duda/Ruwen Filus - Tristan Flore/Emmanuel Lebesson FRA
Halbfinale
15.20 Uhr


Zum Livestreaming der ITTF

Alle Ansetzungen und Ergebnisse auf der Webseite der ITTF



DIE ERGEBNISSE DER DEUTSCHEN AM DONNERSTAG

Herren-Einzel
Beste 32
Patrick Franziska - Zhou Qihao CHN 4:2 (12,8,7,-6,-8,7)
Benedikt Duda - Xu Xin CHN 3:4 (-5,-3,7,-5,11,13,-5)
Qiu Dang - Vladimir Samsonov BLR 0:4 Wertung
Qiu wegen Erkrankung nicht angetreten


Damen-Einzel
Beste 32
Petrissa Solja - Sofia Polcanova AUT 4:0 (9,11,1,6)
Shan Xiaona - Doo Hoi Kem HKG  4:2 (-5,8,5,-7,8,5)

Herren-Doppel
Achtelfinale
Benedikt Duda/Ruwen Filus - Ho Kwan Kit/Ng Pak Nam HKG 3:0 (9,9,8)

Damen-Doppel
Achtelfinale
Shan Xiaona/Sabine Winter - Lin Ye/Yu Mengyu SGP 1:3 (-6,-7,8,-7)

 

Mixed
Achtelfinale
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Alvaro Robles/Galaia Dvorak ESP 3:0 (9,5,12)

 

DAS DEUTSCHE AUFGEBOT

Damen: Chantal Mantz (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Kristin Lang (SV DJK Kolbermoor), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Petrissa Solja (TSV Langstadt), Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor), Wan Yuan (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim)
Herren: Patrick Baum (AS Pontoise Cergy TT/FRA), Benedikt Duda (TTC Bergneustadt), Gerrit Engemann (TTC GW Bad Hamm), Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Tobias Hippler (TuS Celle), Nils Hohmeier (TuS Celle), Dennis Klein (ttc indeland Jülich), Steffen Mengel (Post SV Mühlhausen), Kilian Ort (TSV Bad Königshofen), Qiu Dang (ASV Grünwettersbach), Bastian Steger (SV Werder Bremen), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach)
Trainer: Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Assistenztrainer Herren), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin), Wan Guohui (Assistenztrainer Damen)
Schiedsrichter: Michael Zwipp (Stellv. Oberschiedsrichter)

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