Auch in Budapest in Halbfinale: Dimitrij Ovtcharov (Foto: MS)
Perfekte Doppel-Premiere: Titelgewinn für Benedikt Duda und Patrick Franziska

Hungarian Open: Dima Ovtcharov und Han Ying stehen im Halbfinale

22.02.2020

Budapest. Mit dem Titelgewinn im Doppel für Benedikt Duda und Patrick Franziska endete der vorletzte Tag der Hungarian Open, zuvor bereits hatten Dimitrij Ovtcharov und Han Ying mit dem Einzug in das morgige Halbfinale der Einzelwettbewerbe Ausrufezeichen gesetzt. Han glänzte mit einem Siebensatz-Erfolg über Japans Weltranglistenelfte Miu Hirano, der erkrankte Ovtcharov erkämpfte sich ein 4:2 über den Tschechen Pavel Sirucek. Niederlagen gab es allerdings auch: Ausgeschieden sind im Viertelfinale Benedikt Duda und Nina Mittelham, im Mixed gewannen Franziska/Petrissa Solja die Silbermedaille.

Dimitrij Ovtcharov will Erfolg gegen Harimoto wiederholen

Dimitrij Ovtcharov steht im Halbfinale des 170.000-Dollar-Turniers von Budapest. Für den an Position drei gesetzten Weltranglistenzehnten, der sich immer noch mit den Nachwirkungen einer starken Virusinfektion herumplagt und am Dienstag noch an eine Absage gedacht hatte, ist die erneute Halbfinalteilnahme drei Wochen nach dem dritten Platz bei den German Open in Magdeburg ein Erfolg. Seinen Sieg im Viertelfinale über den Tschechen Pavel Sirucek, der auf seinem Weg in das Hauptfeld unter anderem Bastian Steger (Bad Köngshofen) aus dem Turnier geworfen hatte, erarbeitete sich der körperlich angeschlagene Ex-Europameister mit einer soliden Leistung in sechs hart umkämpften Sätzen. Ovtcharov gestand anschließend: "Ich habe heute zum ersten Mal gegen Pavel gespielt, und es war kein einfaches Match."

Gegner beim Kampf um den Einzug in das Finale ist am Sonntag um 10.30 Uhr Japans Wunderkind Tomokazu Harimoto, das im Viertelfinale den Bergneustädter Benedikt Duda ausschaltete. Nochmals Ovtcharov: "Obwohl ich körperlich nicht auf der Höhe bin, habe ich es in Budapest bis in das Halbfinale geschafft. Und vielleicht geht es mir ja morgen besser. Mein letztes Match gegen Harimoto habe ich im November bei den Austrian Open gewonnen. Wenn es mir gelingt, mein Niveau abzurufen, ist er auch nicht stärker als ich." Auf wen der Sieger der Partie im Finale trifft, entscheidet sich in der Partie zwischen dem Japaner Yukiya Uda und dem Engländer Liam Pitchford, der gestern die Siegesserie von Portugal-Open-Gewinner Dang Qiu (Grünwettersbach) gestoppt hatte.

Han Ying mental stark und mit dichter Abwehr 

Einen Tag nach dem Abwehr-Duell mit Honoka Hashimoto kämpfte sich Han Ying in Budapest in einem erneuten Siebensatz-Krimi gegen eine Japanerin zu einem 11:9-Erfolg im Entscheidungssatz über die Weltranglistenelfte Miu Hirano. Wie bereits gestern präsentierte sich die bei Polens Champions-League-Sieger Tarnobrzeg unter Vertrag stehende Defensivkünstlerin spielerisch, physisch und mental in bester Verfassung. Nach einem 2:3-Satzrückstand und 5:7 im entscheidenden Durchgang punktete die nahezu fehlerlos abwehrende Nummer 27 der Welt fünfmal in Folge, bevor sie kurze Zeit später nach ihrem dritten Matchball ihren 11:9-Erfolg bejubeln durfte: "Ich bin sehr zufrieden, auch vom Kopf her war es eine gute Leistung. Jetzt werde ich mich ein paar Stunden ausruhen und muss erstmal wieder runter kommen, dann bereite mich auf das morgige Halbfinale vor." 

Für Han Ying ist es der erste Halbfinaleinzug in der World Tour seit ihrem dritten Platz 2017 bei den Czcech Open. Einzeltitel gewann die 36-Jährige 2015 in Österreich und 2014 in Südkorea. Ihre Halbfinalgegnerin am Sonntag um 12 Uhr ist, wie übrigens auch 2017 in Tschechien, die topgesetzte Japanerin Mima Ito. Die Weltranglistendritte hatte in ihrem Viertelfinalmatch gegen Verteidigerin Hitomi Sato bereits eine Vorbereitung auf das morgige Duell mit der European-Games-Finalistin. Han Ying: "Ich habe mir Itos Halbfinale gegen Sato angeschaut, sie ist schon sehr gut gegen Abwehr. Ich werde versuchen, noch besser zu spielen als heute und es ihr auf jeden Fall nicht leicht machen - ich werde beißen!" Im zweiten Halbfinale der Damen treffen die Weltranglistenzehnte Cheng I-Ching (Taiwan), die gestern im Achtelfinale die Berlinerin Shan Xiaona besiegte, und die Nina-Mittelham-Bezwingerin Kasumi Ishikawa (Japan) aufeinander.

Gelungene Premiere: Gold für das Doppel Duda/Franziska

"Wir verstehen uns privat sehr gut und sind schon seit langem auch außerhalb des Tisches gute Freunde", ließen Patrick Franziska und Benedikt Duda ihre Fans zum Ende des Tages unisono wissen. Unmittelbar zuvor hatte der Saarbrücker und der Bergneustädter, die in Budapest ihre Premiere als Doppel feierten, das Finale gegen die Inder Sharat Kamal Achanta/Sathiyan Gnanasekaran in vier Sätzen gewonnen. Auch in den Runden zuvor hatten die beiden Deutschen, die auch mit ihren Standardpartnern Timo Boll und Dang Qiu Weltklasse-Duos bilden, ihre Klasse als Ausnahme-Doppelspieler unter Beweis gestellt. Benedikt Duda, im Einzel zuletzt Finalist der Spanish Open, gestand nach dem Endspiel: "Ich war vor dem Match schon etwas nervös. Ich wollte unbedingt zusammen mit Patrick diesen Titel gewinnen. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit meiner Leistung in Ungarn. Der Doppel-Titel war ein schöner Abschluss!"

Benedikt Duda unterliegt Ausnahmetalent Harimoto in sechs Sätzen

Eineinhalb Jahre nach seinem Überraschungserfolg bei den Swedish Open endete das zweite Aufeinandertreffen zwischen Benedikt Duda und Tomokazu Harimoto mit dem Sieg des Favoriten. Das erst 16 Jahre alte Ausnahmetalent setzte sich diesmal in einem sehenswerten Hochgeschwindigkeits-Duell in sechs Sätzen durch. Chancenlos war Duda allerdings nicht, im Gegenteil: Vor allem in den mit 10:12 verlorenen Durchgängen eins und vier hatte Deutschlands Nummer 42 der Welt, der zum Turnierauftakt den Weltranglisten-15. Koki Niwa mit 4:0 vom Tisch gefegt hatte, seine Möglichkeiten, dem ausgeglichenen Match einen besseren Verlauf zu geben. Seine Niederlage wusste Duda jedoch einzuordnen: "Harimoto war heute einfach ein paar Bälle besser und hat am Ende verdient gewonnen. Das habe ich zu akzeptieren. Aber es spornt mich auch an, um nur noch besser zu werden!"

Nina Mittelham zahlt Lehrgeld

Chancenlos blieb heute Nina Mittelham im ihrem Viertelfinalmatch. Die Deutsche Meisterin, die zuvor mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Petrissa Solja (Langstadt) und der Holländerin Britt Eerland die beiden Finalistinnen des Europe Top 16 aus dem Turnier geworfen hatte, zahlte bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mit der an Position zwei gesetzten Japanerin Kasumi Ishikawa Lehrgeld. 3:11, 6:11, 3:11 und 7:11 lautete das Ergebnis zwischen der 23-jährigen Nummer 40 und der routinierten Nummer 9 der Welt. Mittelham sagte nach ihrer Niederlage: "Sie hat es geschafft, mich so anzuspielen, dass es für mich ungemein schwer war, ins Spiel zu kommen. Dadurch habe ich viele leichte Fehler produziert."

Mixed: Franziska/Solja fehlen nur zwei Punkte zum Gold

In einem hochklassigen Mixed-Finale fehlten Patrick Franziska (Saarbrücken) und Petrissa Solja (Langstadt) gegen die Hongkong-Chinesen Wong Chun Ting/Doo Hoi Kem nur zwei Punkte zum Titelgewinn. Die WM-Dritten führten gegen das Duo aus Hongkong bereits mit 8:5, mussten am Ende den Entscheidungssatz aber noch mit 9:11 quittieren. Im Einzel waren die European-Games-Gewinner in Budapest überraschend schon in der ersten Runde gescheitert. Die Weltranglisten-19. Solja unterlag Nina Mittelham, der Weltranglisten-14. Franziska dem japanischen Qualifikanten Takuya Jin. Franziska: "Wir lernen zwar, mit solchen Niederlagen umzugehen. Aber trotzdem war es sehr schade, dass wir dieses Finale nicht gewonnen haben."

 

DIE ERGEBNISSE VOM SAMSTAG (AUSZUG) 


Herren-Einzel
Viertelfinale

Benedikt Duda - Tomokazu Harimoto JPN 2:4 (-10,9,-6,-10,9,-4)
Dimitrij Ovtcharov - Pavel Sirucek CZE 4:2 (-9,3,6,11,-9,8)

Damen-Einzel
Viertelfinale

Han Ying - Miu Hirano JPN 4:3 (-4,9,9,-9,-8,5,9)
Nina Mittelham - Kasumi Ishikawa JPN 0:4 (-3,-6,-3,-7)

Herren-Doppel
Finale
Benedikt Duda/Patrick Franziska - Sharat Kamal Achanta/Sathiyan Gnanasekaran IND 3:1 (5,9,-6,9) 

Mixed
Finale
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Wong Chun Ting/Doo Hoi Kem HKG 2:3 (-6,6,-9,7,-9)

Damen-Doppel
Finale
Miu Hirano/Kasumi Ishikawa JPN - Doo Hoi Kem/Lee Ho Ching HKG 3:0 (6,9,10)

Ergebnisse auf der Turnierseite der ITTF

 

DIE SPIELE AM SONNTAG 

Damen-Einzel
Finale
16:20 Uhr Livestream 
Halbfinale

Han Ying - Mima Ito JPN 12 Uhr Livestream 
Kasumi Ishikawa JPN - Cheng I-Ching TPE 12:45 Uhr Livestream 

Herren-Einzel
Finale 
15:30 Uhr Livestream 
Halbfinale

Dimitrij Ovtcharov - Tomokazu Harimoto JPN 10:30 Uhr Livestream 
Liam Pitchford ENG - Yukiya Uda JPN 11:15 Uhr Livestream 

Ergebnisse auf der Turnierseite der ITTF


Das DTTB-Aufgebot bei den Hungarian Open (18.-23.2.)

Damen
Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Han Ying (KTS Tarnobrzeg, Polen), Chantal Mantz (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Petrissa Solja (TSV Langstadt), Wan Yuan (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim)
Herren
Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Nils Hohmeier (TTC OE Bad Homburg), Steffen Mengel (Post SV Mühlhausen), Qiu Dang (AS Grünwettersbach), Kilian Ort (TSV Bad Königshofen), Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Bastian Steger (TSV Bad Königshofen), Ricardo Walther (Borussia Düsseldorf)

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