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In memoriam Conny Freundorfer

09.11.2006

Bayreuth. Am 9. November wäre Conny Freundorfer 70 Jahre alt geworden. Neunmal in Folge - von 1953 bis 1961 - wurde der Linkshänder aus München Deutscher Meister. Ein Rekord, den er sich mit Eberhard Schöler (1962 - 1969 und 1971) teilt. Schölers Urteil über seinen Vorgänger: "schnelle Beine, außergewöhnliches Ballgefühl und der sichere Instinkt, im richtigen Moment das Richtige zu tun. " 

 

Bei seinem ersten Titelgewinn am 1. Februar 1953 in Herford war Conny 16 Jahre und knapp drei Monate jung. Auch das ist immer noch eine Bestmarke im deutschen Herren-Tischtennis. Rang 2 belegt hier ein anderer Linkshänder namens Timo, den heute hierzulande jeder kennt. Timo Boll schenkte sich am 8. März 1998 an seinem 17. Geburtstag den ersten von bisher sieben nationalen Triumphen.  

 

International nimmt sich Freundorfers Erfolgsbilanz im Vergleich zu seinen Nachfolgern Schöler, Roßkopf, Boll und einigen anderen eher bescheiden aus. EM-Dritter 1960, Sieger bei den Internationalen Championaten von Österreich und der Schweiz sowie Einzelsiege gegen fast alle Großen seiner Zeit.

 

Seine absolute Lust am Spiel, seine Freude an der Bewegung, die oft in Verspieltheit mündete, haben ihm manchen Streich gespielt. Conny hat aber zu seinen Glanzzeiten mit der unglaublichen Leichtigkeit und Fantasiefülle seines Spiels die Sportart Tischtennis endgültig der Caféhaus-Atmosphäre entrissen und populär gemacht. Er hat mit seiner Virtuosität begeistert und fasziniert. Junge wie Alte, Tischtennisfans wie Gelegenheitsgucker. Das sichert Freundorfer seinen Logenplatz in der Tischtennis-Historie.

 

Conny Freundorfer ist am 7. Mai 1988 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Alle, die ihn noch im Zenit seiner Laufbahn bewusst gesehen oder gegen ihn gespielt haben, sind heute über 60 Jahre. Sie wissen: Conny sitzt in diesen Tagen auf Wolke sieben im Tischtennis-Himmel und guckt auf Bayreuth. Er nimmt wenn auch etwas zögerlich zur Kenntnis, dass heute und dort unten ein anderes Tischtennis gespielt wird -verbissener, athletischer, härter, schneller, vom Material beeinflusst. Nicht immer für den Betrachter attraktiver. Kurzum: extrem professionell.

 

Und der Bayer Conny Freundorfer wird - ausnahmsweise in Hochdeutsch - in seiner legendären Unbekümmertheit feststellen: "Als ich damals - 1954 in Ostberlin erstmals meine Meisterwürde erfolgreich verteidigt habe und in meinem Seidenanzug gesamtdeutsch diskutiertes Aufsehen erregte, da sah ich jedenfalls schicker aus als die Kollegen heute."

 

Friedrich-Karl Brauns
Foto: Bayerischer Tischtennis-Verband
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