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Gold für Patrick Franziska/Petrissa Solja (Foto: Schillings)
Nach nicht einmal 15 Minuten Netto-Spielzeit ist das deutsche Parade-Mixed erster Gewinner der European Games

Im Schnelldurchgang Geschichte geschrieben: Franziska/Solja siegen in Minsk

SH / MS 25.06.2019

Minsk. Nach nicht einmal 15 Minuten Spielzeit, Satzpausen ausgenommen, war alles vorbei. Patrick Franziska und Petrissa Solja haben als Gewinner der ersten Goldmedaille im gemischten Doppel bei European Games Geschichte geschrieben. Und nebenbei ihr Mixed-Ticket zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 gelöst - vorbehaltlich der Nominierung durch den DOSB. Vor vier Jahren in Baku war das gemischte Doppel noch kein Bestandteil der Tischtenniswettbewerbe.

Petrissa Solja: "Wir haben perfekt gespielt"

Die deutschen WM-Dritten von Budapest ließen im Premierenfinale der Europaspiele von Minsk ihren rumänischen Gegnern Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs in drei Sätzen nicht den Hauch einer Chance. Lediglich im ersten Durchgang erspielten sich ihre an Position sechs gesetzten Kontrahenten eine 4:0-Führung, erzielten danach in diesem Satz jedoch keinen Punkt mehr. Für das DTTB-Parade-Mixed ist es der größte kontinentale Erfolg in der noch jungen Karriere als Duo. Bronze gewannen die Franzosen Tristan Flore/Laura Gasnier, die die deutschen Halbfinalgegner, Lubomir Pistej und Barbora Balazova aus der Slowakei, mit 3:1 besiegten.

Das Besondere daran: Die Rumänen spielten nicht einmal schlecht. Ganz im Gegenteil, wie Petrissa Solja unterstrich: "Es waren von Anfang an unglaublich tolle Ballwechsel dabei, die ersten haben wir sogar verloren. Unsere Gegner waren gut, aber wir haben heute ein fast perfektes Mixed gespielt." Die 25-jährige Langstädterin strahlte in der Mixedzone voller Stolz, nachdem sie sich unmittelbar nach dem verwandelten Matchball und dem gesicherten Olympiaticket ein paar Tränchen verdrücken musste: "Der Titelgewinn war eine unheimliche Erleichterung. Jetzt können wir ganz in Ruhe den Masterplan für Tokio ausarbeiten, ohne uns Sorgen um die Qualifikation zu machen." Patrick Franziska hatte sich trotz des vorausgegangenen Ausscheidens seiner Partnerin im Einzelwettbewerb keine Sorgen vor dem Endspiel gemacht: "Eine ähnliche Situation hatten wir in Budapest auch. Ich habe zwar gesehen, wie traurig Peti nach der Niederlage war, aber das ist ja normal. Als wir uns dann am Abend eingespielt haben, habe ich wieder das Feuer in ihren Augen gesehen und wusste, dass wir das Finale gewinnen." 

Chance auf Einzel-Edelmetall am Mittwoch

Am Mittwoch haben Timo Boll und Han Ying die Chance auf Edelmetall im Einzel. Am Donnerstag ist der Auftakt der Manschaftswettbewerbe bei Herren und Damen.

Für Team D, die deutsche Gesamtmannschaft in Weißrusslands Hauptstadt, bedeutete der Mixed-Triumph nach dreimal Bronze bei Judo, Bogenschießen und Schießen die erste Goldmedaille dieser Europaspiele überhaupt, die das Aufgebot von einem der hinteren Ränge im Klassement auf einen Mittelfeldplatz katapultierte. Deutschland liegt zurzeit mit einmal Gold und dreimal Bronze auf Rang 21 von 50 Nationen.

Gemischtes Doppel, Spiel um Bronze
Tristan Flore/Laura Gasnier FRA - Lubomir Pistej/Barbora Balazova SVK 3:1 (-6,11,8,6)

Finale
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs ROU 3:0 (4,4,4)

Mittwoch, 26. Juni

Damen-Einzel, Halbfinale
Han Ying - Yang Xiaoxin MON, 10 Uhr
Ni Xialian LUX - Yu Fu POR, 9 Uhr 

Herren-Einzel, Halbfinale
Timo Boll - Tomislav Pucar CRO, 11 Uhr
Jonathan Groth DEN - Kou Lei UKR 12 Uhr

Links

Das deutsche Aufgebot

Herren
Timo Boll (Weltrangliste: 6, Borussia Düsseldorf)
Dimitrij Ovtcharov (Nr. 12, Fakel Gazprom Orenburg/Russland)
Patrick Franziska (Nr. 16, 1. FC Saarbrücken TT)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Ricardo Walther (Nr. 38, ASV Grünwettersbach)

Damen
Petrissa Solja (Weltrangliste: 26, TSV 1909 Langstadt)
Han Ying (Nr. 45, KTS Zamek Tarnobrzeg/Polen)
Nina Mittelham (Nr. 50, ttc berlin eastside)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Shan Xiaona (Nr. 165, ttc berlin eastside)

Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Lars Hielscher (Assistenztrainer)

Delegationsleiter
Richard Prause (Sportdirektor)

Medizinische Abteilung
Peter Heckert (Physiotherapeut, OSP Hessen)
Dr. Antonius Kass (Mannschaftsarzt)

Schiedsrichter
Christoph Geiger

 

Der Zeitplan

Freitag, 21. Juni
Auslosung
ab 10 Uhr (deutscher Zeit)
Samstag, 22. Juni
Damen- und Herren-Einzel, 1. und 2. Runde
ab 9 Uhr (ohne deutsche Beteiligung)

Sonntag, 23. Juni
Gemischtes Doppel, Achtelfinale
9 Uhr/9.45 Uhr (mit Patrick Franziska/Petrissa Solja)
Damen-Einzel, 3. Runde (beste 32)
12 / 13 / 14 / 15 Uhr (mit Petrissa Solja, Han Ying)
Herren-Einzel, 3. Runde (beste 32)
16 / 17 / 18 / 19 Uhr (mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov)

Montag, 24. Juni
Gemischtes Doppel, Viertelfinale
9 Uhr/9.45 Uhr
Damen-Einzel, Achtelfinale
12 / 13 / 14 / 15 Uhr
Herren-Einzel, Achtelfinale
16 / 17 / 18 / 19 Uhr

Dienstag, 25. Juni
Gemischtes Doppel, Halbfinale
9 Uhr/9.45 Uhr
Damen-Einzel, Viertelfinale
12 / 13 Uhr
Herren-Einzel, Viertelfinale
14 / 15 Uhr
Gemischtes Doppel, Spiel um Bronze
17 Uhr
Gemischtes Doppel, Finale
18 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 19 Uhr

Mittwoch, 26. Juni
Damen-Einzel, Halbfinale
9 / 10 Uhr
Herren-Einzel, Halbfinale
11 / 12 Uhr
Damen-Einzel, Spiel um Bronze
15 Uhr
Herren-Einzel, Spiel um Bronze
16 Uhr
Damen-Einzel, Finale
17 Uhr
Herren-Einzel, Finale
18 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 19 Uhr

Donnerstag, 27. Juni
Damen- / Herren-Mannschaft, Achtelfinale
9 / 12 Uhr (ohne deutsche Beteiligung)
Damen-Mannschaft, Viertelfinale
15 Uhr (mit Deutschland)
Herren-Mannschaft, Viertelfinale
18 Uhr (mit Deutschland)

Freitag. 28. Juni
Damen-Mannschaft, Halbfinale
9 / 12 Uhr
Herren-Mannschaft, Halbfinale
15 / 18 Uhr

Samstag, 29. Juni
Damen-Mannschaft, Spiel um Bronze
9 Uhr
Damen-Mannschaft, Finale
12 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 15 Uhr
Herren-Mannschaft, Spiel um Bronze
16 Uhr
Herren-Mannschaft, Finale
19 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 22 Uhr

 

Die Setzlisten

Herren-Einzel

1 Timo Boll (Deutschland), 2 Mattias Falck (Schweden), 3 Dimitrij Ovtcharov (Deutschland), 4 Liam Pitchford (England), 5 Vladimir Samsonov (Weißrussland), 6 Simon Gauzy (Frankreich), 7 Kristian Karlsson (Schweden), 8 Daniel Habesohn (Österreich), 9 Emmanuel Lebesson (Frankreich), 10 Jonathan Groth (Dänemark), 11 Marcos Freitas (Portugal), 12 Tomislav Pucar (Kroatien), 13 Tiago Apolonia (Portugal), 14 Cedric Nuytinck (Belgien), 15 Darko Jorgic (Slowenien), 16 Alvaro Robles Martinez (Spanien)

Damen-Einzel

1 Bernadette Szocs (Rumänien), 2 Sofia Polcanova (Österreich), 3 Matilda Ekholm (Schweden), 4 Petrissa Solja (Deutschland), 5 Elizabeta Samara (Rumänien), 6 Georgina Pota (Ungarn), 7 Li Jie (Niederlande), 8 Fu Yu (Portugal), 9 Britt Eerland (Niederlande), 10 Margaryta Pesotska (Ukraine), 11 Barbora Balazova (Slowakei), 12 Polina Mikhailova (Russland), 13 Han Ying (Deutschland), 14 Li Qian (Polen), 15 Ni Xia Lian (Luxemburg), 16 Hana Matelova (Tschechien)

Gemischtes Doppel

1 Lubomir Pistej/Barbora Balazova (Slowakei), 2 Stefan Fegerl/Sofia Polcanova (Österreich), 3 Patrick Franziska/Petrissa Solja (Deutschland), 4 Tristan Flore/Laura Gasnier (Frankreich), 5 Adam Szudi/Szandra Pergel (Ungarn), 6 Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs (Rumänien), 7 Alvaro Robles Martinez/Galia Dvorak (Spanien), 8 Laurens Tromer/Britt Eerland (Niederlande), 9 Aleksandr Shibaev/Polina Mikhailova (Russland), 10 Mattias Falck/Matilda Ekholm (Schweden), 11 Aleksandar Karakasevic/Izabel Lupulesku (Serbien), 12 Niagol Stoyanov/Giorgia Piccolin (Italien), 13 Cedric Nuytinck/Lisa Lung (Belgien), 13 Jakub Dyjas/Natalia Partyka (Polen), 15 Luka Mladenovic/Ni Xialian (Luxemburg), 16 Pavel Platonov/Nadezhda Bogdanova (Weißrussland)

Damen-Mannschaft

1 Deutschland, 2 Rumänien, 3 Ungarn, 4 Österreich, 5 Holland, 6 Ukraine, 7 Polen, 8 Spanien, 8 Luxemburg, 8 Russland, 11 Schweden, 12 Weißrussland

Herren-Mannschaft

1 Deutschland, 2 Schweden. 3 Österreich, 4 Großbritannien, 5 Frankreich, 6 Slowenien, 7 Kroatien, 8 Weißrussland, 9 Portugal, 10 Belgien, 11 Rumänien, 12 Dänemark

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