Beim TTC HS Schwarza wird wieder trainiert (Foto: privat)
Auch Ihre Halle ist wieder offen? Wir stellen Ihren Verein und Ihre Erfahrungen auf tischtennis.de vor!

In Schwarza: Freitags Konzept eingereicht, montags wieder trainiert

MS 01.07.2020

Frankfurt/Schwarza. Covid-19 hat die Welt verändert. Davon betroffen ist auch der Sport. Zwar sorgen die Maße des Tisches automatisch für einen idealen Distanzhalter und machen Tischtennis zu einer der risikofreiesten Sportarten. Doch ohne maßgeschneiderte Schutz- und Hygienekonzepte der Vereine öffnen sich in Deutschland auch nach dem Lockdown keine Hallen.

Wir stellen Ihren Verein vor! Mit Ihren Fotos! Mit Ihrem Video!

Wir möchten Ihnen auf tischtennis.de ab in loser Folge einige jener Vereine vorstellen, die bereits wieder den Trainingsbetrieb aufgenommen haben. Und falls auch bei Ihnen schon wieder die Bälle über die Netze fliegen, dann würden wir gerne die ganz persönliche Geschichte Ihres Vereines erfahren. Welchen organisatorischen und bürokratischen Hürden standen Sie auf dem Weg zur Wiedereröffnung gegenüber? Welches Tischbuchungssystem setzen Sie im Training ein? Wie haben Ihre Mitglieder die Öffnung nach monatelanger Schließung angenommen? Welche neuen Strukturen hat Ihr Verein für den Umgang mit der Pandemie geschaffen? Wir freuen uns auf Ihre Geschichte und einige Informationen zu Ihrem Verein! Und gerne auch auf Ihre Fotos aus dem Corona-Training und/oder auf Ihr Video. Unsere Kontaktadresse ist: schillings.dttb@tischtennis.de.

Heute: Der TTC HS Schwarza

Den Auftakt unserer Reihe macht heute der TTC HS Schwarza, Mitglied im Thüringer TTV. Der Verein aus Schwarza bei Meiningen im Thüringer Wald ist bekannt für seine gute Nachwuchsarbeit. 2019 gewann der TTC den Breitensportpreis des DTTB für besonderes Engagement im Mädchentischtennis. Rund 100 Mitglieder spielen in Schwarza Tischtennis, 40 Prozent davon sind Mädchen und Damen. In der Saison 2004/2005 spielte Schwarza als erster Verein aus den neuen Bundesländern in der 1. Damen-Bundesliga. Für den TTC schildert B-Lizenztrainer Hans-Dieter Dömming die aktuelle Corona-Situation des Vereins:

Freitags Konzept eingereicht, montags wieder trainiert

„Wir konnten nach rund dreimonatiger Hallenschließung im Juni glücklicherweise wieder schnell in unsere Halle zurück und stehen nun bereits in der vierten Trainingswoche. Unsere Präsidentin Katrin Wenzel und Vizepräsident Jan Dömming haben frühzeitig die Weichen für die Rückkehr zum Trainingsbetrieb gestellt, schnell wurde mit meiner Person ein Hygienebeauftragter eingesetzt. Wir haben dann in kürzester Zeit in Tag- und Nachtschichten auf Basis der Schutz- und Handlungskonzepte des DTTB und des TTTV sowie unter der Berücksichtigung der lokalen Vorschriften unser Konzept für die Wiedereröffnung beim zuständigen Landratsamt Schmalkalden-Meiningen eingereicht. Das Amt hat toll mitgespielt: Wir haben freitags alle Dokumente eingereicht und am Montag war die Halle schon wieder das erste Mal offen! Wir trainieren jetzt, mit Ausnahme des Mittwochs, fünfmal die Woche von Montag bis Samstag vom späten Nachmittag bis in den Abend.

Aufleserohre statt Netze

Was uns vor eine große Aufgabe gestellt hat, war der Organisationsplan für die Halle. Betreten, Händereinigen, Spielen, Gruppenwechsel, Belehrungen, Absprachen mit den Eltern – an alles muss gedacht werden. Unsere Halle ist mit 23 x 11,5 Metern nicht besonders groß, so dass wir im Moment nur an drei Tischen spielen können. Das heißt, nicht mehr sechs gleichzeitig, deshalb bilden wir entsprechend kleine Gruppen. Für uns stand und steht im Fokus, auf keinen Fall etwas zu riskieren. Jeder Spieler bringt seine eigenen Bälle mit, die markiert sind und die er alleine anfasst, und jeder nimmt diese auch wieder mit nach Hause. Für das Ballaufheben benutzen wir nur Aufleserohre, weil sie sicherer sind als Netze. Balleimertraining darf bei uns auch in Coronazeiten nicht fehlen. Deshalb haben alle Trainer jetzt ihre eigenen Ballkisten.

„So sauber waren die Tische noch nie!“

Die Corona-Maßnahmen haben auch einen lustigen Nebeneffekt: Noch nie waren unsere Tische so sauber wie jetzt nach dem permanenten Wischen und Desinfizieren – und selbst die eingefleischten Junggesellen putzen fleißig mit! Über Whatsapp-Gruppen sprechen wir ab, wer zu den einzelnen Trainingseinheiten da ist. Alle Spielpaarungen müssen dann in unsere Tischlisten eingetragen werden. Immer mit Telefonat und Anschrift, und die Listen müssen wegen der Möglichkeit der Nachverfolgbarkeit mindestens drei Wochen aufgehoben werden. Diese Listen kontrollieren wir, das Präsidium und ich, auch regelmäßig. Es ist nicht allein in unserer Hand: Aber wir versuchen einfach alles dafür tun, damit das Virus bei uns keinen Einzug hält.

Training in den Sommerferien noch offen

Mit der Trainingsbeteiligung sind wir nach den ersten drei Wochen sehr zufrieden, auch wenn einige lieber noch die Sommerferien abwarten wollen, in der Hoffnung auf eine Besserung der Corona-Situation. Ein Mitglied haben wir leider verloren, das sich an den Vorgaben, unter denen Tischtennis im Moment stattfinden muss, störte. Ansonsten gab es bei uns aber keinerlei Einbußen bisher. Im nächsten Jahr melden wir sogar zwei Mannschaften mehr als bisher im Damen-Spielbetrieb.

Vor allem, wer bei uns in den Mannschaften spielt, würde natürlich gerne auch ab 20. Juli in den Sommerferien trainieren. Ob das klappt, wissen wir aber im Moment leider noch nicht. Von Vereinsseite haben wir jedenfalls alle Kapazitäten zur Verfügung. Wir würden neben unserem normalen Trainingsangebot für Vereinsspieler auch gerne zusätzlich Tischtennis für daheim gebliebene Schüler oder Freizeitspieler anbieten, die Ihren monatelangen Bewegungsmangel durch den Lockdown wieder ausgleichen wollen. Für die Nutzung der Halle in den Ferien brauchen wir aber noch grünes Licht vom Landratsamt. Hier sind wir noch in Gesprächen.“

Zur Homepage des TTC HS Schwarza

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