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Bisher sehr erfolgreich, nicht zuletzt aufgrund des prächtigen Teamgeists: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim, v.l. Lea Rakovac, Karolina Mynarova, Elena Kuzmina, Katerina Tomanovska (Bild: Rainer Oppenheimer).
Zweimal 1. Bundesliga Damen am Sonntag

Jena empfängt Bingen, Kolbermoor erwartet Böblingen

Dr. Stephan Roscher 03.11.2023

Jena. 16 Partien wurden bisher in dieser Saison in der 1. Bundesliga Damen ausgetragen – eine spannender als die andere, manche sogar, ohne jede Übertreibung, atemberaubend. Bisher deutet nichts darauf hin, dass die Nummern 17 und 18 am kommenden Sonntag langweiliger werden könnten. Jena und Bingen sowie Kolbermoor und Böblingen duellieren sich, und bei keinem dieser Spiele möchte man eine Prognose wagen.

 

Sonntag, 14:00 Uhr: SV SCHOTT Jena – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

Aufsteiger Jena hat sich bis jetzt vorzüglich geschlagen und steht mit ausgeglichenem Punktverhältnis auf dem dritten Platz. Zuletzt präsentierte man sich mit dem Sieg in Kolbermoor und dem Remis in Langstadt - auch in dieser Partie war man nicht sehr weit von einem Sieg entfernt – in toller Verfassung.

Es hat sich gezeigt, dass man in der Aufstellung Misuzu Takeya, Ece Harac, Valerija Mühlbach und Koharu Itagaki jedem in der Liga gefährlich werden kann, wobei natürlich auch Vivien Scholz und Martine Toftaker zu erwähnen sind, die bisher jeweils erst einen, etwas glücklos verlaufenen Einsatz hatten und darauf brennen zu zeigen, was sie wirklich können. Vor allem, dass Jenas vorderes Paarkreuz so stark sein würde – Takeya zählt mit ihrer 6:2-Bilanz aktuell zu den Ligabesten, Harac (4:6) hält sehr gut mit und hat zuletzt sogar eine Chantal Mantz geschlagen –, hätten nicht viele erwartet.

Nun steht man vor einer weiteren echten Herausforderung, da es am Sonntag in Thüringen zum Duell der beiden Mannschaften der Stunde kommt. Auch die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim darf sich über ein ausgeglichenes Punktverhältnis freuen – und das nach Spielen gegen namhafte Gegner wie Berlin, Langstadt, Weinheim und Kolbermoor, gegen die Jena aber auch schon in der Box stand und zumeist geglänzt hat.

Waren die Rheinhessinnen noch mit zwei knappen Niederlagen in die Runde gestartet, haben sie zuletzt mit dem Heimsieg über Weinheim und dem Auswärtserfolg in Kolbermoor unter Beweis gestellt, was eine glänzend eingespielte Truppe ohne Stars, dafür aber mit viel Herzblut und tollem Fighting Spirit erreichen kann. Vor allem die Doppel sind spitze, dreimal ging man bisher mit 2:0 aus den Doppeln heraus, einmal gab es “nur” ein 1:1.

Auch in Jena wird es maßgeblich darauf ankommen, ob sich der Doppel-Siegeszug von Tomanovska/Kuzmina und Rakovac/Mynarova fortsetzt oder ob der SV SCHOTT, der mit bisher 6:4 auch nicht gerade schwach in den Doppeln auftritt - Takeya/Harac stehen sogar 4:0 -, von Anfang an dagegenhalten kann.

“Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf und den Ergebnissen unserer Mannschaft”, unterstreicht Jenas Abteilungsleiter Andreas Amend. “Daher freuen wir uns auf das Duell mit Bingen am Sonntag, die ja zuletzt für Furore gesorgt haben, und hoffen, dass wir auch hier mithalten können. Wir wollen wieder die bestmögliche Mannschaft stellen, prüfen aber noch mögliche Doppeloptionen, da das ja die große Stärke von Bingen ist. Und natürlich hoffen wir auf viele Zuschauer, super Stimmung und spanndende Spiele.”

Die Befindlichkeit in Bingen stellt sich ähnlich dar wie in Jena. Der TTG-Vorsitzende Joachim Lautebach sagt: “Wir sind natürlich bisher mit unseren Leistungen sehr zufrieden” und fügt hinzu: “Wir wollen auch in Jena daran anknüpfen, wissen aber auch, dass Jena eine sehr starke Mannschaft hat, deren bisherige Ergebnisse wirklich beachtenswert sind. Ich gehe davon aus, dass es wieder ein sehr enges und interessantes Spiel gibt. Man muss natürlich abwarten, wie unsere Spielerinnen am Sonntag drauf sind, zumal viele ja in dieser Woche das Turnier in Slowenien spielen.”

Und dann folgt noch ein interessanter Satz: “Wir werden mit fünf Spielerinnen anreisen und vor Ort entscheiden, wer zum Einsatz kommt.” Dies kann zweierlei bedeuten: Entweder die starke junge Inderin Diya Chitale steht erstmals in dieser Saison zur Verfügung oder aber das mit Spannung erwartete Deutschland-Debüt der 16-jährigen, auf der Spitzenposition gemeldeten US-Amerikanerin Sally Moyland zeichnet sich ab. Man darf also auf die Aufstellung der TTG, natürlich auch auf die des SV SCHOTT, äußerst gespannt sein.

 

Sonntag, 14.00 Uhr: SV DJK Kolbermoor – SV Böblingen

Die Oberbayern waren toll in die Runde gestartet mit ihrem Derbysieg in Dachau und dem Remis in Weinheim. Doch es folgte eine gewisse Ernüchterung. Zweimal musste man vor heimischer Kulisse den Gegnern gratulieren, nämlich Jena (3:6) und Bingen (4:6). Das eine Mal musste man ohne Kristin Lang antreten, das andere Mal war man nicht gerade vom Glück verfolgt. Zumindest zwei Unentschieden wären möglich gewesen und dann stünde man jetzt nicht mit 3:5, sondern mit 5:3 Zählern da.

Doch Konjunktive zählen bekanntlich im Sport nicht, also geht es für den SV DJK am Sonntag einfach darum, in die Erfolgsspur zurückzukommen und den ersten Heimsieg der Saison unter Dach und Fach zu bringen. Besonders stark präsentierte man sich bisher, wenn die Inderin Swastika Ghosh dabei war (4:0). Aber auch Hana Arapovic zeigte sich zuletzt in toller Form und bewang sogar Bingens Lea Rakovac. Svetlana Ganina ist, sofern sie im hinteren Paarkreuz aufschlagen kann, nach wie vor eine Punktgarantin.

Doch mit der SV Böblingen kommt kein Aufbaugegner zum Süd-Gipfel nach Bayern. Die Schwäbinnen sind mit Niederlagen in Dachau und gegen Langstadt in die Saison gestartet – dazwischen lag ein überzeugender 6:2-Heimerfolg gegen Jena.

Nun würde man gerne das Punktekonto ausgleichen, zumal man in dieser starken, ausgeglichenen Liga nicht weiß, wen es am Ende treffen könnte, vorausgesetzt Absteiger ESV Weil setzt seinen Siegeszug im Unterhaus fort und schafft den angestrebten sofortigen Wiederaufstieg – natürlich könnte auch ein anderer Zweitligist Meister werden und den Aufstieg wahrnehmen. Zwei Pluspunkte haben alle aktuellen Erstligisten bereits auf dem Konto und es empfiehlt sich, weitere in eifriger Eichhörnchen-Manier zu sammeln, um am Ende gar nicht erst zittern zu müssen.

Das gilt im übrigen für 80 Prozent der Liga und gewiss nicht nur für die SV Böblingen, die mit ihrem extrem starken Spitzenpaarkreuz aus Qianhong Gotsch und Annett Kaufmann natürlich für jeden Gegner gefährlich ist und auch Kolbermoor am Sonntag vor eine echte Herausforderung stellen dürfte. Das hintere Paarkreuz der Schwaben ist bislang eher ein Schwachpunkt, doch auch das könnte sich ändern, wenn die beiden beziehungsweise jeweils eine der zwei unter Vertrag genommenen jungen Taiwanerinnen - von Yeh Yi-Tian und Chien Tung-Chuan ist die Rede - zum Einsatz kommt und dann häufiger zur Verfügung steht.

Auch Kolbermoors Trainer Michael Fuchs ist bewusst, dass man “Hongi” Gotsch und Annett Kaufmann erst einmal schlagen muss, wobei gerade eine Kristin Lang in den letzten Jahren wiederholt gezeigt hat, dass sie mit Gotschs virtuosem Defensivspiel gut zurechtkommt. “Böblingen hat ein sehr starkes vorderes Paarkreuz”, betont Fuchs. “Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir oben irgendwie ein “Break” schaffen und unten gegen Yoshida oder eine der Spielerinnen aus Taiwan mindestens einen Punkt holen. Da nur eine Nicht-Europäerin spielen kann, sehe ich uns auf Position vier etwas im Vorteil.” Die Doppel waren bisher ein Schwachpunkt der Oberbayern, auch wenn knappe Niederlagen dabei waren – bisher spielte man in den Doppeln 2:6. Das müsse unbedingt besser werden, meint Fuchs: “Ein Knackpunkt werden die Doppel sein, in denen wir uns bisher leider etwas schwerer getan haben, als ich davor gedacht habe. Ich hoffe, wir können uns hier am Sonntag steigern und mindestens mit 1:1 aus den Doppeln gehen.“

Das Duell der beiden unterlegenen Halbfinalisten der Vorsaison verspricht Spannung. Letzte Saison gewannen beide Teams jeweils ihre Heimpartien, Böblingen mit 6:2 und Kolbermoor mit 6:4. SVB-Pressewart Manfred Schneider erklärt: „Bei der SVB warten alle auf den ersten Einsatz einer der neuen Taiwanesinnen, also Yeh Yi-Tian oder Chien Tung-Chuan. Bis es soweit ist, wird Mitsuki Yoshida die Asiatinnen-Position besetzen.“ Das klingt eigentlich nicht so, als würde es bereits am kommenden Sonntag zu Böblinger Taiwan-Festspielen kommen.

Annett Kaufmann hat diese Woche beim hochkarätig besetzten WTT Champions-Turnier in der Frankfurter Süwag Energie Arena gespielt, musste allerdings in der ersten Runde der Rumänin Bernadette Szöcs, Nummer zwölf der Weltrangliste, gratulieren. Qianhong Gotsch gelang vor 14 Tagen gegen Langstadts Chantal Mantz übrigens ihr sage und schreibe 666. Bundesligasieg im Einzel – zweifellos etwas für das Guinness Buch der Rekorde. Doch in Kolbermoor beginnt alles bei Null, da zählen nur die harten Fakten an den beiden Tischen. Die Tagesform wird vermutlich eine Menge ausmachen.

 

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