Sieben Medaillen gewannen die DTTB-Nachwuchshoffnungen in Ostrava (Foto: Steinbrenner)
Nachwuchs-Cheftrainerin Eva Jeler blickt auf den Saisonhöhepunkt zurück

Jugend-EM: Wertvolles Handgepäck

Marco Steinbrenner 17.07.2019

Ostrava/Frankfurt am Main. Mit sieben Medaillen im Rucksack kehrte die Delegation des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am Mittwochnachmittag von den 62. Jugend-Europameisterschaften aus Ostrava in die Heimat zurück. Doch damit nicht genug: Die Mädchen als neuer Titelträger sowie die Jungen auf Platz drei lösten direkt das Ticket zu den Jugend-Welttitelkämpfen, die in diesem Jahr vom 24. November bis 1. Dezember in Bangkok (Thailand) stattfinden werden.

Mädchen steigern sich nach der Gruppenphase von Spiel zu Spiel

Das herausragende Ergebnis aus DTTB-Sicht ist die sensationelle Goldmedaille für das mit Anastasia Bondareva, Sophia Klee, Franziska Schreiner, Laura Tiefenbrunner und Yuki Tsutsui besetzte Mädchen-Team. Eva Jeler, Cheftrainerin Nachwuchs, geht sogar noch einen Schritt weiter. „Für mich ist dieser erste Platz die größte Überraschung des gesamten Turniers.“ Dass das Quintett im Vorfeld eine Medaille erreichen könnte, „wussten die Mädchen. Die Fünf sind über sich hinaus gewachsen und haben eine hervorragende Mannschaftsleistung mit Gold gekrönt.“ Die im Endspiel eingesetzten Bondareva und Klee dürfen altersbedingt im Jahr 2020 in Zagreb den Titel verteidigen. Sophia Klee kann auch noch 2021 in Novi Sad mitwirken. Die deutsche Jugendmeisterin ist erst seit rund zwei Monaten 16 Jahre jung.
Nach der Gruppenphase und der nicht eingeplanten 1:3-Niederlage gegen den Gastgeber und späteren Dritten, Tschechien, entschloss sich Bundestrainerin Dana Weber zu einer anderen Art von Mannschaftsführung. Alle Spielerinnen wurden in die Verantwortung genommen und durften in den Satzpausen Tipps geben. „Das ist eine große Leistung von ihr, in einer solchen Stresssituation ihren eigenen Stil total zu verändern“, merkte Jeler an.

Freude über Bronze bei den Jungen, Schülern und Schülerinnen

Zum dritten Mal in Folge gewann das Jungen-Team eine EM-Medaille und zum dritten Mal heißt der Bundestrainer Zhu Xiaoyong. „Alle fünf Spieler waren gefordert und haben sich mit sehr guten Leistungen im vorderen Kreis behauptet“, freute sich die Nachwuchs-Cheftrainerin. Auch die Bronzemedaille der Schülerinnen ist nach Ansicht von Eva Jeler „sehr hoch anzusehen. Das Team ist schließlich noch unheimlich jung.“ Mit ihren 14 Jahren ist Naomi Pranjkovic die älteste Spielerin. Annett Kaufmann, Mia Griesel sowie Jele Stortz dürfen noch zweimal im U15-Bereich an den Start gehen. „Die Mannschaft hat sich gerade im vergangenen Monat sehr gut entwickelt und viel gelernt. Für die Zukunft lässt das hoffen.“ Das von Eva Jeler trainierte Schüler-Team holte ebenfalls Bronze. „Es hat nur Freude gemacht, mit den Vier zu arbeiten.“ Eine „solide Basis“ sei geschaffen worden, auf die es sich aufbauen lässt. Gerade im Schüler-Bereich ist die Spitze in Europa sehr breit. Die beiden im Einzel-Finale gestandenen rumänischen Spieler wurden mit der Mannschaft hinter Russland nur Zweiter. Auf der anderen Seite holte Russland keine Einzel-Medaille. Die Nummer eins und zwei der Setzliste erreichten nicht das Achtelfinale.

Zweite Turnierhälfte verläuft für DTTB-Talente mit Höhen und Tiefen

Die Golden Girls aus Ostrava mussten im Einzel-Wettbewerb die eine oder andere Enttäuschung einstecken. Mit Laura Tiefenbrunner erreichte lediglich eine Spielerin das Achtelfinale. Die hoch gesetzten Franziska Schreiner und Anastasia Bondareva schieden nach einem Freilos direkt in Runde zwei aus. „Es kommt gerade im Nachwuchsbereich häufig vor, dass man nach sehr guten Leistungen ausrutscht. Das Turnier ist schließlich verdammt hart.“ Mit Mike Hollo und Naomi Pranjkovic fehlte zwei Talenten aus dem U15-Bereich nur ein Sieg zur Medaille „Mike wollte mehr. Er hat gegen den späteren Vize-Europameister verloren“, so Jeler. Trotzdem gab es drei Medaillen im Schüler-Bereich. Im Mixed standen Annett Kaufmann/Mike Hollo (Silber) und Naomi Pranjkovic/Felix Köhler (Bronze) auf dem Podium. Hinzu kommt Bronze für das Doppel Tom Schweiger/Vincent Senkbeil. „Diese Ergebnisse geben Hoffnung für die Zukunft.“

Bälle sorgen für viel Gesprächsstoff unter den Aktiven und Trainern

Die Titelkämpfe in Ostrava waren nach Beobachtungen von Eva Jeler, wie schon vor sechs Jahren an gleicher Stelle, „sehr gut organisiert. Alles verlief reibungslos und wurde mit viel Liebe professionell auf die Beine gestellt.“ Einen Kritikpunkt hatte die erfahrene Trainerin dann aber doch auf Lager. „Viele Kinder träumen im Vorfeld von dem Turnier. Dann bekommen sie solche Bälle präsentiert. Ich erwarte vom ETTU-Präsidenten, dass er vor der Vertragsunterzeichnung mit dem nächsten Hersteller die Bälle selbst ausdreht.“ Jeler sprach von den „schlechtesten Bällen meines Lebens. So etwas habe ich als Spielerin und Coach noch nicht erlebt. Es war grausam.“ Eva Jeler drehte selbst 20 Bälle aus. Das Ergebnis: „Einer drehte sich einigermaßen rund. Für so ein schlechtes Material, das man nicht verkauft oder gar verschenkt, waren die Spiele noch unglaublich gut.“ Für einen Großteil der Teilnehmer hänge vom EM-Resultat schließlich die weitere Förderung ab.

Die DTTB-Medaillen in Ostrava

Gold
Mädchen-Mannschaft (Anastasia Bondareva, Sophia Klee, Franziska Schreiner, Laura Tiefenbrunner, Yuki Tsutsui)

Silber
Annett Kaufmann/Mike Hollo (Schüler-Mixed)

Bronze
Jungen-Mannschaft (Kirill Fadeev, Dominik Jonack, Daniel Rinderer, Kay Stumper, Felix Wetzel)
Schüler-Mannschaft (Mike Hollo, Felix Köhler, Tom Schweiger, Vincent Senkbeil)
Schülerinnen-Mannschaft (Mia Griesel, Annett Kaufmann, Naomi Pranjkovic, Jele Stortz)
Tom Schweiger/Vincent Senkbeil (Schüler-Doppel)
Naomi Pranjkovic/Felix Köhler (Schüler-Mixed)

Das DTTB-Aufgebot in Ostrava

Spieler und Spielerinnen

Mädchen
Anastasia Bondareva (Einzelspielbetrieb: VfR Fehlheim/Mannschaftsspielbetrieb: SV DJK Kolbermoor), Sophia Klee (SC Niestetal/TuS Bad Driburg), Franziska Schreiner, Laura Tiefenbrunner (TSV Schwabhausen), Yuki Tsutsui (NSU Neckarsulm/TuS Bad Driburg)

Jungen
Kirill Fadeev (VfR Fehlheim/BV Borussia Dortmund), Dominik Jonack (Hannover 96), Daniel Rinderer (FC Bayern München), Kay Stumper (SSV Ulm 1846/TTC Neu-Ulm), Felix Wetzel (TTC Wiener Neustadt, Österreich) 

Schülerinnen
Mia Griesel (TSV Lunestedt), Annett Kaufmann (SV Böblingen), Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor), Jele Stortz (DJK Offenburg)

Schüler
Mike Hollo (SV 1963 Riedering/1. FC Saarbrücken TT), Felix Köhler (TSG Kaiserslautern), Tom Schweiger (DJK Altdorf/FC Bayern München), Vincent Senkbeil (TSV Wrestedt-Stederdorf/SV Bolzum)

Betreuer-Team

Trainer und Trainerinnen
Eva Jeler (Cheftrainerin Nachwuchs und Bundestrainerin Schüler)
Dana Weber (Bundestrainerin Mädchen)
Zhu Xiaoyong (Bundestrainer Jungen)
Lara Broich (Bundestrainerin Schülerinnen)
Tamara Boros (DTTZ-Trainerin)Jaroslav Kunz (Assistenztrainer)

Physiotherapeutinnen
Anna Wienen
Annette Zischka

Psychologe
Christian Zepp

Organisationsleitung
Carina Beck

Vertreter des Präsidiums
Ralf Tresselt (Vizepräsident Jugendsport)

Schiedsrichter
Sven Weiland (Deputy Referee)
Anja Beja-Pütz
Stephan Kramer
Thomas Schwark
Gudrun Wenzel

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Fotos
Marco Steinbrenner

Die 62. Jugend-Europameisterschaften in Ostrava auf der ETTU-Homepage

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