Theresa Kraft zeigte gegen Kolbermoor ihre bisher beste Leistung in der laufenden Saison (Bild: Dr. Stephan Roscher).
eastside dicht vor der direkten Halbfinal-Qualifikation

Kolbermoor mit knappem Sieg in Böblingen, Anröchte in Berlin ohne Chance

Dr. Stephan Roscher 17.02.2019

Schlusslicht SV Böblingen klebt das Pech weiterhin am Schläger. Eine ganz starke Leistung gegen Meister und Pokalsieger SV DJK Kolbermoor wurde einmal mehr nicht mit Zählbarem belohnt. Nicht lange fackelte dagegen Ligaprimus ttc berlin eastside, der den ersatzgeschwächten TTK Anröchte humorlos mit 6:0 abfertigte und die direkte Halbfinalteilnahme drei Spieltage vor Punktrunden-Ende ganz dicht vor Augen hat. 

 

SV Böblingen – SV DJK Kolbermoor 4:6

Der SV Böblingen bleibt das Pech treu. Gegen Meister SV DJK Kolbermoor agierte man vor circa 100 Fans auf Augenhöhe, auch weil Theresa Kraft (3:2 gegen Katharina Michajlova, 3:0 gegen Svetlana Ganina) einen ganz starken Tag erwischt hatte. Gerade gegen Defensivkünstlerin Ganina, die nicht den Hauch einer Chance hatte, spielte Kraft überragend.

Nach über drei Stunden stand das Schlusslicht jedoch abermals mit leeren Händen da, nicht zuletzt weil Qianhong Gotsch gegen die hoch konzentrierte und in beeindruckender Form aufspielende Kristin Lang ihr zweites Einzel der laufenden Saison verlor.

Dennoch war ein Punktgewinn für die Böblingerinnen greifbar nahe. Julia Kaim hatte im letzten Match das Unentschieden gegen Michajlova auf dem Schläger, führte mit 2:1 Sätzen, verlor Durchgang vier nach einer fulminanten Aufholjagd in der Verlängerung und lag im Entscheidungssatz mit 5:0, 6:1 und 7:4 vorne. Bei 11:10 hatte sie noch einen Matchball, doch am Ende durfte ihre Gegnerin ein hauchdünnes 13:11 bejubeln.

Was soll man aus Böblinger Sicht dazu sagen? Seit 22 Monaten ohne Bundesliga-Sieg, springt auch aus den Begegnungen nichts heraus, in denen man wirklich gut spielt und dicht vor einem Erfolg steht, wie er wirklich inzwischen mehr als verdient wäre. Man macht das einzig Richtige und kritisiert die ohnehin schon arg deprimierten Spielerinnen nicht, sondern lobt ihre Stärken und erkennt ihre guten Leistungen an. SVB-Manager Frank Tartsch konnte mit seinem Quartett auch wirklich zufrieden sein: „Ich denke, wir haben uns toll verkauft.“ Coach Volker Ziegler merkte an: „Ein einziger Ball hat uns gefehlt zum Unentschieden. Ein besonderes Lob für Theresa. Sie war heute unglaublich stark.“

Kolbermoors Trainer Michael Fuchs fiel ein Stein vom Herzen. „Es war definitiv ein schweres Spiel und wir waren im letzten Einzel zwischen Katharina und Julia Kaim auch schon mit dem Rücken zur Wand, als es im 5. Satz 0:5 hieß. Glücklicherweise konnte Katharina den Satz noch drehen und in der Verlängerung gewinnen“, so Fuchs. „Wir sind natürlich froh, dass es am Ende die für uns wichtigen zwei Punkte geworden sind, die uns auf einen direkten Einzug ins Halbfinale weiter hoffen lassen.“ Fuchs lobte seine Spitzenspielerin: „Kristin hat wieder einmal ihre super Leistungen bestätigt und mit dem Sieg gegen Gotsch ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt.“ Doch der Trainer übte auch Kritik: „Eigentlich dürfen wir es gar nicht so weit kommen lassen, vor allem, wenn man im vorderen Paarkreuz 3:1 spielt. Gegen Theresa Kraft, die heute sehr stark war, muss unser Anspruch trotzdem sein, mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Punkte zu holen.“ 

 

ttc berlin eastside – TTK Anröchte 6:0

Der ttc berlin eastside steht durch den letztlich lockeren 6:0-Heimsieg gegen den erneut ersatzgeschwächten TTK Anröchte – wie schon gegen Bad Driburg standen die Defensivkünstlerinnen Aimei Wang und Jing Tian-Zörner nicht zur Verfügung – ganz dicht vor der angestrebten direkten Qualifikation für die Play-off-Halbfinals.

Zwei Matches waren stark umkämpft. So besiegte die für Georgina Pota, die bei den Portugal Open in Lissabon gefordert war, ins Spitzen-Paarkreuz gerückte Nina Mittelham Gäste-Spitzenspielerin Shi Qi in der Verlängerung des Entscheidungssatzes. Auch das Doppel Shan/Mittelham hatte gegen Shi/Henrich zu kämpfen (3:2). Der Rest verlief beim zweiten 6:0-Sieg der Hauptstädterinnen in Folge einseitig. Shan Xiaona dominierte das Match gegen Yang Henrich, Matilda Ekholm hatte mit Ersatzfrau Annika Kerkhoff überhaupt keine Probleme und Kathrin Mühlbach gab gegen Marta Golota keinen Satz ab, wenngleich sie gegen die Polin in zwei Durchgängen zu kämpfen hatte.

„Die Mannschaft hat so gespielt, wie ich es von ihr erwartet habe. Gegen Anröchte mit Ersatz müssen wir klar gewinnen, das ist einfach unser Anspruch“, so ein zufriedener ttc-Manager Andreas Hain. „Dass dennoch das eine oder andere Match mal knapp ausgeht, ist ganz normal. Wichtig ist für uns, dass wir jetzt aus drei Spielen nur noch einen Sieg brauchen, um uns direkt für das Halbfinale zu qualifizieren.“

Der TTK Anröchte ist mit nunmehr 11:11 Zählern Tabellenfünfter. Ein Punkt fehlt noch, um das Play-off-Ticket definitiv zu lösen. Vorsitzender Manfred Vogel wollte angesichts der Aufstellung keine Kritik üben: „Ich denke, dass wir uns recht gut verkauft haben. Nach den Doppeln und den ersten beiden Einzeln hätte es mit etwas Glück auch 2:2 stehen können.“ Die restlichen drei Partien der Punktrunde – darunter Heimspiele gegen Bingen und Langstadt – will man mit Optimismus angehen, auch weil Aimei Wang dann vermutlich wieder dabei sein wird. „Wir freuen uns jetzt auf die beiden nächsten Heimspiele und haben uns als neues Saisonziel das Erreichen des vierten Tabellenplatzes gesetzt“, erklärt Vogel.

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Bericht auf der offiziellen Webseite der 1. Bundesliga Damen mit weiteren Fotos

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