Der Moment des Titelgewinns: Kristin Lang und Nina Mittelham (Foto: MS)
Zwei Matchbälle abgewehrt, den eigenen dritten im Entscheidungssatz genutzt

Lang/Mittelham sind Doppel-Europameisterinnen

SH 23.09.2018

Alicante. Vor der EM hatten sie sich eine Medaillenchance ausgerechnet, jetzt stehen sie ganz oben auf dem Podest in Alicante. Kristin Lang und Nina Mittelham sind Europameisterinnen im Doppel. Das Kolbermoor-Berliner Duo besiegte Sofia Polcanova/Yana Noskova (Österreich/Russland) mit 4:3, musste in einer Nervenschlacht im Entscheidungssatz zwei Matchbälle abwehren und konnte den eigenen dritten (nach 10:8-Führung) dann nach Hause bringen.

„Mein Mut zum Risiko wurde belohnt. Zwar habe ich bei 10:8 im siebten Satz für uns einen gut liegenden Ball verzogen“, schränkte Nina Mittelham, „dafür aber dann zweimal bei Matchball gegen uns unfassbare Bälle getroffen." Der Schlüssel zum Erfolg des Doppels sei die Mischung aus Routine und Jugend gewesen. Die 33-jährige Silbereisen, die im Januar ihre Tochter geboren hatte, war als Titelverteidigerin angereist, allerdings hatte sie den Titel vor zwei Jahren an der Seite ihrer Bundesliga-Klubkollegin Sabine Winter gewonnen. Für die zwölf Jahre jüngere Nina Mittelham ist es das erste Gold bei den Damen bei einer Individual-EM.

Mittelham: "Ich kann das überhaupt noch nicht fassen, dass wir jetzt Europameister sind“

"Ich kann das überhaupt noch nicht fassen, dass wir jetzt Europameister sind. Wahrscheinlich brauche ich ein paar Tage um zu begreifen, was dieser Titelgewinn bei solch einem  wichtigen Turnier bedeutet“, so Mittelham. Lang ergänzte: "Am Anfang der EM haben wir nicht daran gedacht, als Europameister nach Hause zu fahren. Das ist einfach fantastisch, hier meinen Titel verteidigt zu haben.“ Die Taktik im Endspiel gegen Polcanova/Noskova war aufgegangen. „Im Finale war es sehr wichtig, die Initiative gegen unseren Gegner zu übernehmen, um in den offenen Ballwechsel zu kommen. Immer wenn uns das gelungen ist, waren wir im Vorteil“, erklärt Lang, übrigens gebürtige Silbereisen. Auch Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp ist angetan von ihrem neuen Paradedoppel: "Das war ganz stark! Sie haben sich den Titel mit tollen Leistungen bei diesen Europameisterschaften wirklich verdient."

Ein großer persönlicher Dank der erfolgreichen Titelverteidigerin geht an Kristin Langs Familie: „Dass ich so schnell nach der Geburt meiner Tochter Carolin (Anmerkung: im Januar 2018) wieder auf diesem Level spielen kann, verdanke ich einem guten Zeitmanagement und vor allem auch der Unterstützung meines tollen Ehemanns (Jochen). Ohne ihn ginge das gar nicht."

Li Qian holt Einzeltitel

Die neue Europameisterin im Einzel ist Li Qian. Die Polin gewann im Finale das Duell der Defensivakteurinnen gegen Han-Ying-Bezwingerin Margaryta Pesotska aus der Ukraine. Nach zwei verlorenen ersten Durchgängen ließ Li der Ukrainerin, die bereits 2009 im EM-Endspiel gestanden hatte, keine Chance mehr.

Bronze teilen sich die bei der EM Topgesetzte, Sofia Polcanova, und Lis Nationalteamkollegin Katarzyna Grzybowska-Franc. Die letzten im Turnier verbliebenen drei DTTB-Damen waren jeweils im Viertelfinale unterlegen: Han Ying, Petrissa Solja und Sabine Winter.

 

Ergebnisse und Liveticker

Zum Livestream bei laola1.tv

 

Damen-Einzel, Halbfinale

Sofia Polcanova AUT - Margaryta Pesotska UKR 2:4 (7,-14,-10,11,-4,-5)
Li Qian POL - Katarzyna Grzybowska-Franc POL 4:1 (11,6,6,-10,10)

Finale
Li - Pesotska 4:2 (-8,-10,6,6,2,2)

 

Damen-Doppel, Finale
Kristin Lang/Nina Mittelham - Sofia Polcanova/Yana Noskova AUT/RUS 4:3 (10,-8,-6,4,-9,7,12)

Halbfinale
Kristin Lang/Nina Mittelham - Ni Xia Lian/Sarah de Nutte LUX 4:2 (-8,8,5,6,-6,10)
Matilda Ekholm/Georgina Pota SWE/HUN - Sofia Polcanova/Yana Noskova AUT/RUS 3:4 (9,1,-6,-6,6,2,8)

Viertelfinale
Kristin Lang/Nina Mittelham - Elizabeta Samara/Bernadette Szocs ROM 4:3 (-7,-7,10,11,6,-4,7)
Petrissa Solja/Sabine Winter - Matilda Ekholm/Georgina Pota SWE/HUN 3:4 (-9,7,-10,5,-9,10,-8)

Achtelfinale
Kristin Lang/Nina Mittelham - Yu Fu/Shao Jieni POR 4:2 (-8,7,9,7,-9,9)
Petrissa Solja/Sabine Winter - Britt Eerland NED/Dana Cechova CZE 4:2 (5,-8,-9,5,5,7)

 

Das deutsche Aufgebot für die EM in Alicante in der Übersicht

Herren

  • Timo Boll (Verein: Borussia Düsseldorf, Weltrangliste: 4)
  • Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg (Russland), 5)
  • Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, 16)
  • Ruwen Filus (RhönSprudel Fulda-Maberzell, 19)
  • Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach, 46)
  • Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, 50)

Einzel: Boll, Ovtcharov, Franziska, Walther, Duda
Doppel: Franziska/Jonathan Groth DEN, Filus/Walther

Damen

  • Han Ying (Verein: KTS Zamek Tarnobrzeg (Polen), Weltrangliste: 39)
  • Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor, 46)
  • Petrissa Solja (TSV Langstadt, 49)
  • Nina Mittelham (ttc berlin eastside, 54)
  • Kristin Lang (SV DJK Kolbermoor, 139)

Einzel: Han, Winter, Solja, Mittelham, Lang
Doppel: Solja/Winter, Lang/Mittelham

Gemischtes Doppel: Filus/Han, Franziska/Solja

Betreuer
Sportliche Leitung: Richard Prause (Sportdirektor)

Trainer 
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Assistenztrainer Herren), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin), Wan Guohui (Assistent der Damen-Bundestrainerin)

Medizinische Abteilung
Annette Zischka, Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen in Frankfurt am Main)
Thomas Garn (Teamarzt)

Schiedsrichter
Referee/Evaluation: Jörg Baumgart (Bickenbach)
Schiedsrichter: Anja Gersdorf, Stephan Lödige, Ana Beja-Pütz, Roman Fieger

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