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Sieger-Selfie, v.l. Franziska Schreiner, Chantal Mantz, Sophia Klee, Izabela Lupulesku (Bild: Dr. Stephan Roscher).
TSV Langstadt – ESV Weil 6:2

Langstadt mit souveränem Heimsieg gegen Weil

Dr. Stephan Roscher 14.02.2026

Langstadt. Der TSV Langstadt hat am Samstagnachmittag einen weiteren Schritt in Richtung Play-offs gemacht. Keineswegs unerwartet, konnte das Team aus Südhessen, das nach der Saison zurückgezogen und von der TG Langenselbold „beerbt“ wird, Schlusslicht ESV Weil mit 6:2 in die Schranken weisen – nicht unerwartet auch deshalb, weil der Gast, wie schon im Vorfeld bekannt geworden war, arge personelle Probleme hatte.

Bei Weil fehlte Spitzenspielerin Anna Hursey, die auf dem WTT-Turnier in Indien gefordert war, zudem konnte Martine Toftaker verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden.

Langstadt, das wider Erwarten doch mit Franziska Schreiner auflaufen konnte, baute damit seinen Vorsprung auf den ersten Nicht-Play-off-Platz auf sieben Punkte aus, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass der momentane Tabellenfünfte Weinheim eine Partie weniger ausgetragen hat und der TSV nur noch schwere Spiele vor sich hat.

Zwar fehlte beim Gastgeber erwartungsgemäß Thailand-Ass Orawan Paranang, jedoch hatte man ein wenig überaschend Izabela Lupulesku aufgeboten. Und noch überraschender war auch „Franzi“ Schreiner dabei, die am Donnerstag noch beim WTT Star Contender im indischen Chennai aufgeschlagen hat, zum Glück für ihr Team - auch wenn ihr jeder in Langstadt ein besseres Abschneiden bei dem Turnier gewünscht hätte - jedoch „rechtzeitig“ ausschied, sodass es noch reichte. Der Sportliche Leiter Manfred Kämmerer erläuterte: „Franzi ist nach ihrem Ausscheiden gestern in den Flieger gestiegen und war heute Morgen um 6 Uhr in Frankfurt.“

Der ESV hatte das „Pech“, dass Anna Hursey keine Anstalten machte, früh in Indien auszuscheiden. Und an Martine Toftakers Handgelenkverletzung hatte sich auch nichts geändert, sodass von der Stammbesetzung nur Ievgeniia Sozoniuk, Lea Lachenmayer und Kornelija Riliskyte anreisten, denen man die 16-jährige Leonie Kovac, Tochter des Trainers Alen Kovac, als Nummer vier zur Seite stellte. Klar dass sie auf diesem Level nichts reißen konnte, gemeldet ist sie in der dritten Mannschaft (Verbandsliga). Aufgrund von Doppelspielberechtigungen dürfen die Spielerinnen des Oberliga-Teams, bis auf eine, nicht in der Bundesliga aufschlagen. Mit dem Einsatz von Leonie Kovac vermied man das Abschenken mehrerer Matches, was für die Zuschauer, die nicht mehr viele Langstädter Spiele sehen können, nicht schön gewesen wäre.

Vor etwas mehr als 100 Fans entwickelte sich ein munteres Spiel, bei dem der Gast aus dem Dreiländereck auf den Positionen eins bis drei recht ordentlich dagegen hielt. Langstadt stellte aber die Weichen früh auf Sieg, indem beide Doppel ohne Satzverlust nach Hause gebracht wurden. Der Sieg von Lupulesku/Mantz gegen Riliskyte/Kovac stand zu erwarten, dass aber Schreiner/Klee mit dreimal 11:8 gegen Weils Paradedoppel Sozoniuk/Lachenmayer gewinnen würden, kam schon etwas überraschend.

Die Weilerinnen bäumten sich aber auf. Lea Lachenmayer bezwang in einem ungemein spannenden Match Izabela Lupulesku mit 3:1 (12:10, 10:12, 12:10, 11:8). Doch Langstadt zog auf 4:1 davon. Franziska Schreiner, der die Reisestrapazen nicht anzumerken waren, punktete in überzeugender Manier gegen Ievgeniia Sozoniuk (3:0). Keine Mühe hatte logischerweise Chantal Mantz mit Leonie Kovac.

Doch dann waren die Weilerinnen nochmals hellwach in Person von Kornelija Riliskyte, die überraschend die künftige Langenselbolderin Sophia Klee, bis dahin mit einer 6:1-Bilanz notiert, mit 11:6, 14:12 und 11:7 besiegte. Das war es dann aber auch für den ESV. Mehr ging nicht, auch wenn Lea Lachenmayer fast auch noch gegen „Franzi“ Schreiner triumphiert hätte. In einem tollen Match führte Weils Defensivstrategin im Entscheidungsdurchgang mit 9:7, konnte dann aber nicht verhindern, dass ihre Gegnerin vier Punkte in Folge verbuchte und somit den sechsten Langstädter Saisonsieg perfekt machte. Zuvor hatte Izabela Lupulesku ein klares 3:0 gegen Ievgeniia Sozoniuk eingetütet, die zweifellos nicht ihren allerbesten Tag erwischt hatte.

“Ein weiterer wichtiger Heimsieg für unser Team. Es war insgesamt verdient, aber keineswegs einfach“, so ein zufriedener Manfred Kämmerer. „Trotz des sicher unglücklichen Spieltermins waren wieder viele Fans gekommen und wurden mit tollem Tischtennissport belohnt.“ TSV-Trainerin Anna Rauch sagte: „Das Team hat das heute wieder gut gemacht. Wir waren sicher der Favorit, doch muss man das immer erstmal nach Hause bringen. Jetzt können wir entspannt auf die kommenden Aufgaben schauen, bei denen wir sicher nicht die Favoriten sind.“

„Es gab trotz der Niederlage ein paar sehenswerte Spiele“, zeigte sich Weils Abteilungschefin Doris Spiess gar nicht so unzufrieden, immerhin hatte ihr ersatzgeschwächtes Team dem eindeutigen Favoriten einigermaßen Paroli geboten und war nicht mit fliegenden Fahnen untergegangen. „Besonders Lea Lachenmayer, die im vorderen Paarkreuz aufschlagen musste, wusste zu überzeugen mit ihrem Sieg gegen Izabela Lupulesku. Und auch Franzi Schreiner brachte sie an den Rand einer Niederlage. Überzeugen konnte auch Kornelija Riliskyte mit ihrem Sieg gegen Sophia Klee. Für unsere Nachwuchsspielerin Leonie Kovac war es eine besondere Erfahrung, einmal auf der großen Bühne aufschlagen zu dürfen. In Anbetracht der Umstände war es trotz allem eine zufriedenstellende Leistung unserer Mannschaft.“

Nun wird es richtig schwer für die Hessinnen, die am 28.02. beim ttc berlin eastside an die Tische müssen, der dieses Jahr wieder das Triple anstrebt und personell glänzend besetzt ist. Am 07.03. lädt Langstadt dann zum letzten Heimspiel der regulären Punktrunde ein. Gegner ist der amtierende Deutsche Meister TTC 46 Weinheim. Erst am 12.04. ist der ESV Weil wieder an der Reihe, zum allerletzten Mal in dieser Spielzeit, und hat im Heimspiel gegen Weinheim die letzte Chance, in dieser Saison wenigstens zu zwei Siegen zu kommen – bislang stehen bescheidene 2:20 Zähler zu Buche. Der Gegner wird dies verhindern wollen, da er jeden Punkt benötigt, um noch in die Play-offs einzuziehen. Und in der Saison 2026/27 kann es für das Team aus dem Dreiländereck eigentlich nur besser laufen.

 

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