Langstadt macht die Welle, v.l. Dina Meshref, Petrissa Solja, Thomas Hauke, Anne Bundesmann, Janina Kämmerer, Monika Pietkiewicz, Alena Lemmer (Bild: Dr. Stephan Roscher).
TSV Langstadt - TSV Schwabhausen 6:0

Langstadt setzt Duftmarke

Dr. Stephan Roscher 10.11.2019

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt hat sich der TSV Langstadt eindrucksvoll in der 1. Bundesliga Damen zurückgemeldet und gezeigt, dass auch in dieser Saison mit ihm zu rechnen ist. Gegen Aufsteiger TSV Schwabhausen gab man sich vor 200 Fans nicht die geringste Blöße und siegte mit 6:0.

Ein einziger Satzgewinn im Doppel war den Gästen aus Oberbayern vergönnt, die ohne ihre etatmäßige Nummer zwei, die US-Amerikanerin Crystal Wang, anreisten, so dass Mateja Jeger ins vordere Paarkreuz hochrücken musste. An Position vier kam Eva-Maria Maier zum Einsatz.

Langstadt schöpfte personell beinahe aus dem Vollen. Nur beinahe, weil Cheng Hsien-Tzu mit Taiwan beim Team World Cup in Tokio im Einsatz war und somit die „Nicht-EU-Ausländerposition“ zwangsläufig wieder mit der Ägypterin Dina Meshref besetzt werden musste, die allerdings stark aufspielte und ihren Einsatz mehr als rechtfertigte. Überhaupt lief im Team der Südhessinnen von den Doppeln an alles optimal, während beim Gast „vielleicht jener kleine aber entscheidende Tick fehlte“ – so Abteilungsleiter Helmut Pfeil –, den man brauche, um in solchen Spielen etwas zu erreichen. „Allerdings war Langstadt für uns auch der klare Favorit und keines der Teams, gegen das wir punkten müssen, um in der Liga zu bleiben.“

Schwabhausen, zuletzt stolzer 6:2-Sieger in Anröchte, hatte allerdings auch nicht gerade das Glück gepachtet und konnte in den Einzeln die engen Durchgänge alle nicht ins Ziel bringen, wie Sabine Winter, die gegen eine anfänglich total dominante Dina Meshref im dritten Satz endlich auf Augenhöhe agierte, jedoch mit 17:19 den Kürzeren zog.

Insgesamt war es aber eine sehr klare Angelegenheit, so dass nach weniger als zwei Stunden die Messe gelesen war. Neben Meshref, die gegen Winter fraglos ihr bisher bestes Saisonspiel zeigte, punkteten Petrissa Solja (gegen Mateja Jeger), Monika Pietkiewicz (gegen Eva-Maria Meier) und Janina Kämmerer (gegen Alina Nikitchanka) sowie die Doppel Pietkiewicz/Kämmerer (3:0 gegen Maier/Ninitchanka) und Solja/Meshref (3:1 gegen Winter/Jeger).

„Ich bin sehr stolz auf meine Mädels. Das war heute eine super Leistung der ganzen Mannschaft“, freute sich Langstadts Coach Thomas Hauke. „Wir haben nur einen einzigen Satz abgegeben, ich denke das sagt eigentlich alles.“ Der Sportliche Leiter Manfred Kämmerer gab zu Protokoll: „Wir sind erst einmal froh, dass wir mit dem Erfolg heute vom Tabellenende weg sind. Jetzt gilt es allerdings, genau da im nächsten Spiel weiter zu machen, wo wir heute aufgehört haben. Besonders gefreut hat mich heute der überzeugende Auftritt von Dina. Das war wirklich eine klasse Leistung mit der sie die Zuschauer so richtig auf ihre Seite gezogen hat.“ Die gelobte Linkshänderin strahlte über das ganze Gesicht: „Ich bin so glücklich, dass wir den ersten Sieg geschafft haben. Mit meiner Leistung bin ich natürlich auch sehr zufrieden. Ich hatte zuletzt schon gute Ergebnisse bei internationalen Turnieren und bin natürlich froh, dass ich das in das Spiel heute mitnehmen konnte.“ Janina Kämmerer analysierte ihr eigenes Match: „Ich hatte das letzte Mal ganz knapp gegen Nikitchanka verloren. Das wollte ich heute vor den heimischen Fans unbedingt besser machen. Als Abwehrspielerin liegt sie mir sehr gut, doch mit einem 3:0 hatte ich nicht unbedingt gerechnet.“ 

Schwabhausens Trainer Alexander Yahmed ordnete das Geschehen realistisch ein. „Im Endeffekt war Langstadt schon klar besser. Sie haben unsere Doppel perfekt getroffen und dann sofort unsere Nummer 1 gebreakt, somit war klar, dass wir es wohl nicht mehr spannend machen können“, so Yahmed, der hinzufügte: „Langstadt  hat absolut verdient aufgrund einer Topleistung auch in der Höhe gewonnen.“ Für den Trainer ist in Hinblick auf die kommenden Partien wichtig: „Jetzt liegt es an uns, die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu lernen.“

Durch den klaren Heimsieg sprang Langstadt in der Tabelle sogleich auf Platz fünf, während Schwabhausen an Position neun abrutschte, was allerdings in diesem Stadium der Saison noch nicht allzu viel aussagt. Der Hessen-Klub will kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Anröchte seine Bilanz ausgleichen, während Schwabhausen tags zuvor gegen Bingen/Münster-Sarmsheim vor einer ganz wichtigen Partie im Kampf um den Klassenerhalt steht.

Das Spiel in der Übersicht auf click-TT

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