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Lorena Morsch und Franziska Schreiner freuen sich über ihren Sieg im Doppel (Bild: Dr. Stephan Roscher).
TSV Langstadt – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 6:4

Langstadt startet Abschiedstour mit Heimsieg

Dr. Stephan Roscher 09.02.2026

Langstadt. Nicht unerwartet nur mit den deutschen Spielerinnen an Bord, hat der TSV Langstadt am Sonntagnachmittag bei seinem späten Rückrundenstart einen wichtigen 6:4-Heimsieg in einer spannenden, sehenswerten Bundesligapartie gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim eingefahren.

Wichtig, weil damit der dritte Tabellenplatz gefestigt werden konnte und ein weiterer Schritt in Richtung Play-offs gemacht wurde, die nur die besten vier Teams der Tabelle erreichen. Es war Spiel eins der Abschiedstour des TSV, der nach sieben erfolgreichen Jahren in der 1. Bundesliga sein Team zum Saisonende zurückziehen wird. Das „Erbe“ wird die TG Langenselbold antreten, die den Bundesliga-Startplatz der Südhessen übernimmt.

Fünf weitere Langstädter Partien werden in der Rückrunde folgen mit Zugabe, sofern die Halbfinals erreicht werden – der TSV hat inklusive Bingen-Spiel erst sieben Partien in der Punktrunde bestritten, während manche anderen Teams schon zehn- (Bingen, Weil) oder gar elfmal (Dachau) an die Tische gegangen sind.

Rund 150 Fans in der Eckehard-Colmar-Halle bekamen im vorerst drittletzten Langstädter Heimspiel schönes, qualitativ ansprechendes Tischtennis zwischen zwei Teams auf Augenhöhe zu sehen. Ohne Trauer, ohne Wehmut - dafür bleibt noch reichlich Zeit und Gelegenheit -, dafür aber spannend und hochklassig.

In den Doppeln ging man, wie so oft, mit einem 1:1 auseinander. Franziska Schreiner und Lorena Morsch besiegten Shi Qi/Karolina Mynarova in drei umkämpften Sätzen, während Chantal Mantz und Sophie Klee gegen das Bingener Duo Lea Rakovac/Elena Kuzmina ohne Satzgewinn den Kürzeren zogen.

Viele Zuschauer ahnten zu diesem Zeitpunkt, dass es kein Spaziergang gegen den Tabellensechsten aus Rheinhessen werden würde, womit natürlich von vorneherein nicht gerechnet werden konnte. Schließlich hatten sich beide Teams zuletzt am 10. Januar beim Pokalturnier in Kolbermoor gegenüber gestanden, wo Langstadt, damals mit der Top-Thailänderin Orawan Parang, mit größter Mühe 3:2 gewann.

Dass es am Ende zum fünften Saisonsieg im siebten Bundesligaspiel reichte, war vor allem zwei Spielerinnen zu verdanken, die einen richtig guten Tag erwischt hatten und die Kulisse zu begeistern wussten. Da wäre Franziska Schreiner zu nennen, die bis dahin mit ihrer 2:4-Bilanz noch nicht so überzeugt hatte, sich diesmal aber als würdige Nummer eins präsentierte. Schreiner besiegte in ihrem ersten Einzel Shi Qi, die im Pokal Orawan Paranang geschlagen hatte, glatt in drei Sätzen. Und in ihrem zweiten Einzel glänzte Schreiner, über deren sportliche Zukunft noch nichts bekannt ist, gegen Bingens kroatische Spitzenspielerin Lea Rakovac, die in vier teilweise sehr spannenden Durchgängen auf Distanz gehalten werden konnte.

In richtig guter Form zeigte sich auch Sophia Klee, die kommende Saison im Langenselbolder Dress aufschlagen wird. Die 22-jährige Nordhessin baute ihre starke Bilanz im hinteren Paarkreuz auf 6:1 aus. Zunächst gab sie der Tschechin Karolina Mynarova in vier Sätzen das Nachsehen, später brachte sie der Russin Elena Kuzmina, die eine überaus erfolgreiche Saison spielt (Bilanz nun 11:4), eine nicht unbedingt erwartete Niederlage bei, ebenfalls in vier Durchgängen.

Da Chantal Mantz im vorderen Paarkreuz leer ausging (1:3 gegen Lea Rakovac, 2:3 gegen Shi Qi), fehlte den Langstädterinnen noch ein Punkt zu ihrem Glück, und den steuerte Lorena Morsch - wie Klee kommende Saison in Langenselbold unter Vertrag - ganz am Ende bei. Gegen Karolina Mynarova zeigte sich die 17-jährige Mittelhessin nervenstark und siegte mit 11:6, 11:9 und 11:9.

Sehr zufrieden zeigte sich Langstadts Sportlicher Leiter Manfred Kämmerer: „Ein sehr wichtiger Sieg für uns. Umso erfreulicher, dass wir gezeigt haben, dass wir auch ohne Orawan konkurrenzfähig sind. Franzi Schreiner ist dafür heute in die Bresche gesprungen und hat mit ihren zwei Einzelsiegen genau wie Sophia Klee überzeugt.“

Franziska Schreiner freute sich über „zwei sehr wichtige Punkte auf unserem Weg in die Play-offs, die wir hoffentlich erreichen werden“. Die 24-Jährige weiter: „Obwohl unsere Ausländerinnen heute nicht dabei waren, haben wir eine gute, geschlossene Teamleistung gezeigt, sodass wir uns den Sieg gegen Bingen, das immer gefährlich ist und nie ein leichter Gegner für uns war, verdient haben. Mit meinen eigenen Leistungen heute bin ich natürlich sehr zufrieden.“

„Es war das erwartet hart umkämpfte und spannende Spiel bei unserem letzten Aufeinandertreffen“, so Bingens Sportvorstand Joachim Lautebach. „Für uns war es jetzt schon die dritte 4:6-Niederlage hintereinander. Man kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, da sie alles gegegeben und mit Leidenschaft gekämpft hat. Außerdem haben wir heute teilweise sehr gute, hochklassige Spiele gesehen. Schade, dass Elena Kuzmina in ihrem letzten Einzel gegen Klee nicht mehr die Leistung von ihrem ersten Match gegen Morsch wiederholen konnte. Sie ist schon mit Magen-Darm-Problemen in die Begegnung gegangen, hat sich aber durchgekämpft, doch zum Schluss fehlte es ihr an Kraft und Konzentrationsfähigkeit.“ Das Duell Bingen vs. Langstadt wird es so schnell nicht mehr geben, vermutlich sogar nie mehr, auch wenn man eigentlich niemals nie sagen sollte. „Trotz unserer Niederlage war es ein schöner Abschluss, schade dass wir gegen Langstadt keine Spiele mehr austragen können“, bekräftigt Lautebach, der nach vorne blickt: „Wir haben jetzt eine längere Pause, können neue Kräfte sammeln und wollen uns in den letzten beiden Heimspielen gegen sehr starke Gegner nochmal von unserer besten Seite zeigen.“

Schon am kommenden Samstag (15 Uhr) geht es für den Rückrunden-Spätstarter aus Langstadt am selber Stelle weiter mit dem Heimspiel gegen Schlusslicht ESV Weil – ein Team das deutlich stärker ist, als es der Tabellenplatz vermuten lässt und mit dem sich der TSV schon ofters schwergetan hat. Letzte Saison schied man gegen die Truppe aus dem Dreiländereck im Play-off-Viertelfinale aus. Sollte auch diese gewiss knifflige Partie gewonnen werden, würde man den Play-offs wieder ein gutes Stück näherkommen.

Bingen (Platz 6, 5:15 Punkte) muss nach dem dritten 4:6 in Folge die Halbfinals endgültig abschreiben, möchte aber weiter gut performen und engagierte Leistungen zeigen, gerade vor den heimischen Fans. Und denen hat man noch zwei echte Leckerbissen anzubieten: Am 14.03. empfängt man Titelverteidiger TTC 46 Weinheim und am 12.04. gastiert Champions-League-Sieger ttc berlin eastside in der Sporthalle am Binger Mäuseturm.

 

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