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Franziska Schreiner spielt im vorderen Paarkreuz, sofern Orawan Paranang nicht zur Verfügung steht (Bild: Dr. Stephan Roscher).
Sonntag, 14 Uhr: TSV Langstadt – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

Langstadts Abschiedstour beginnt am Sonntag

Dr. Stephan Roscher 08.02.2026

Langstadt. Mit dem späten Einstieg in die Rückrunde gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim beginnt für den TSV Langstadt am Sonntag die Abschiedstour in der 1. Bundesliga Damen. Eine Abschiedstour, die Emotionen und Wehmut erwarten lässt, auch wenn, wie seit Mittwoch offiziell feststeht, mit der TG Langenselbold ein Nachfolger ganz in der Nähe gefunden wurde, der sogleich die Verpflichtung von Sophia Klee und Lorena Morsch bekannt gab.

In heimischer Halle empfängt Langstadt das Team aus Bingen, mit dem man sich zuletzt am 10. Januar beim Pokalturnier in Kolbermoor ein heißes Duell geliefert hat, das mit 3:2 knapp und glücklich gewonnen wurde. Danach stehen noch zwei Heimspiele auf dem Programm, nämlich gegen Weil (14.02.) und Weinheim (07.03.). Sollte, nach sieben erfolgreichen Jahren in der nationalen Topliga, ein letztes Mal der Einzug in die Play-offs gelingen - die Chancen der Südhessinnen, auf einem der ersten vier Plätze ins Ziel zu kommen, stehen nicht schlecht -, gäbe es mindestens ein weiteres Heimspiel, nämlich im Halbfinale. Maximal wäre noch eine zweite Zugabe möglich, doch dazu müsste man schon ins Endspiel einziehen.

Aktuell stehen die Langstädterinnen mit 8:4 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz, während der Tabellensechste Bingen (5:13) durch zwei knappe Niederlagen auf der Bayern-Tour am letzten Wochenende seine Chance auf die Play-offs wohl endgültig verspielt hat. Die Mannschaft hat sowohl in Kolbermoor als auch in Dachau ansprechend gespielt, konnte sich aber nicht belohnen und zog beide Male mit 4:6 den Kürzeren.

Das Team aus Rheinhessen hat in der Russin Elena Kuzmina (Bilanz 10:3) seine erfolgreichste Akteurin. Auch im vorderen Paarkreuz ist man mit Lea Rakovac und Shi Qi recht gut besetzt. Von den beiden Asiatinnen, Huang Yingqi (China) und Yelin Choi (Südkorea), kam in der Rückrunde bisher noch keine zum Einsatz.

Der TSV möchte erfolgreich in die zweite Saisonhälfte starten. Es verspreche einmal mehr, ein heißes Duell zu werden. "Gegen Bingen waren es fast immer sehr umkämpfte Spiele, zuletzt ja auch beim Pokal, als wir ganz knapp gewinnen konnten“, betont Trainerin Anna Rauch: „Wir wollen natürlich mit einem positiven Ergebnis in die Rückrunde starten und damit im Rennen um die Play-offs weiter Boden gutmachen.“ Der Sportliche Leiter, Manfred Kämmerer verspricht: „Wir wollen uns natürlich ordentlich aus der Liga verabschieden und werden alles daran setzen, unseren treuen Fans nochmal tollen Tischtennissport in den anstehenden Heimspielen der Rückrunde zu bieten.“ Kämmerer, dessen Team als allerletztes in die Rückrunde einsteigt, übt aber auch Kritik: „Der internationale Terminkalender lässt keine vernünftige Saisonplanung zu. So haben wir die fast schon absurde Situation, dass zum Beispiel Dachau schon fünf Spiele gemacht hat und somit fast schon mit der Rückrunde fertig ist, während wir noch gar nicht angefangen haben. Mit einem normalen und fairen Wettbewerb hat das eigentlich nichts mehr zu tun.“

Bingens Sportvorstand Joachim Lautebach unterstreicht, dass sein Team mit gemischten Gefühlen anreisen wird: „Es schwingt schon etwas Wehmut mit, wenn wir am Sonntag zum letzten Mal gegen Langstadt in einem Bundesligaspiel antreten werden. Über viele Jahre hinweg haben wir uns spannende, hochklassige und immer faire Begegnungen geliefert, zuletzt das hochdramatische Pokalspiel in Kolbermoor.“ Lautebach sieht die Rheinhessen eher in der Außenseiterrolle, die das Hinspiel Anfang Oktober in eigener Halle glatt mit 1:6 verloren hatten, dabei aber unter Wert geschlagen wurden: „Das Langstädter Team ist favorisiert, wenn es in Bestbesetzung antreten kann.“ Ohne heftigen Widerstand wolle man die Punkte aber keineswegs abliefern: „Trotzdem hoffen wir nach den guten Auftritten und den knappen, etwas unglücklichen Niederlagen am vergangenen Wochenende auf entsprechende Gegenwehr unserer Mannschaft und auf ein umkämpftes Spiel mit schönen Ballwechseln. Vielleicht gelingt uns ja diesmal eine Überraschung.“

Ob Langstadt tatsächlich in Bestbesetzung an die Tische gehen wird, wissen wir nicht. Der TSV bleibt nämlich auch in der Schlussphase seines „Bundesliga-Märchens“ der stets eisern befolgten Devise treu, nichts über die Aufstellung zu verraten. Da der Langstädter Bundesligakader aus sechs Spielerinnen besteht, wird gewiss eine starke Mannschaft am Start sein, die Frage ist allerdings, ob die thailändische Spitzenspielerin Orawan Paranang dabei sein wird, die bekanntlich gegen fast jeden Gegner den Unterschied ausmachen kann.

 

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