Zum dritten Mal nach 2003 und 2011 die neue Nummer 1 der Welt: Timo Boll (Foto: Schillings)
Legendär: Timo Boll zum dritten Mal seit 2003 die Nr. 1 / Dima Ovtcharov Dritter

März-Weltrangliste: Timo Boll ist die neue Nr. 1 der Welt!

27.02.2018

Lausanne/Frankfurt. Timo Boll ist die neue Nummer 1 der Welt. 15 Jahre und zwei Monate nach seinem ersten Vorstoß an die Spitze und 81 Monate nach Ende seiner zweiten Regentschaft setzt sich der Düsseldorfer zum dritten Mal auf den Thron des Weltverbandes ITTF, der heute sein Ranking veröffentlichte. Der in neun Tagen 37 Jahre alte Boll wird mit der Ablösung von Dimitrij Ovtcharov, der auf Position drei rückt, endgültig zur Legende. Es ist zudem die erste Wachablösung zwischen zwei deutschen Spielern in der Historie der Weltrangliste. 

Timo Boll: "Ich glaubte zunächst an einen Scherz"

„Als Dimitrij Ovtcharov vor wenigen Tagen zu mir kam und meinte, ich sei im März wieder die Nummer 1 der Weltrangliste, glaubte ich zunächst an einen Scherz. Aber er kennt sich mit diesen Statistiken perfekt aus. Nun hat der Computer tatsächlich dieses Ergebnis ausgespuckt und ich möchte eine gewisse Freude nicht verhehlen. Es ist die Bestätigung für meine harte Arbeit der letzten Monate. Es ist auch eine Bestätigung für meine Konstanz, da ich vor 15 Jahren erstmals die Nummer 1 war und nun wenige Tage vor meinem 37. Geburtstag sicher auch die älteste Nummer 1 aller Zeiten bin", freut sich Timo Boll. Der abgelöste Ovtcharov gönnt seinem Nationalmannschaftskollegen und Kumpel den Erfolg: "Ich freue mich sehr für Timo und persönlich ist es in diesem Fall natürlich viel schöner, dass mich ein guter Freund und nicht ein Chinese ablöst. Dass nach mir nun Timo an der Spitze der Weltrangliste steht, ist toll für das gesamte deutsche Tischtennis und gibt uns beiden viel Selbstvertrauen für die Team-WM. Natürlich wäre ich gerne noch länger oben geblieben."

Lebende Legende Boll 

Schaut man nicht nur auf die Jahreszahlen, dann erobert Timo Boll in seiner außergewöhnlichen Karriere nun sogar bereits zum vierten Mal den ersten Platz in der Weltrangliste. Denn im Jahr 2003 schaffte es der Rekord-Europameister nicht nur als erster Deutscher überhaupt, sondern auch gleich zweimal auf den Platz an der Sonne. Von Januar bis Mai warf ihn der ITTF-Computer als Nummer 1 aus, nach zweimonatiger Unterbrechung durch das frühe Ausscheiden bei der WM in Paris kehrte Boll dann im August und September für ein zweites Mal auf die Spitzenposition zurück.

Sieben Jahre und drei Monate später schaffte Boll, was keinem Sportler zuvor und danach nach solch langer Unterbrechung gelang: Mit dem Gewinn des Volkswagen Cups in Braunschweig und einem Finalsieg über den Chinesen Ma Lin legte Boll die Basis für seine dritte Wachablösung, die von Januar bis März 2011 währte. Sechs Jahre und elf Monate später ist Timo Boll erneut die Nummer 1 der Weltrangliste. Und das selbstverständlich mit einer weiteren Bestmarke: Am 1. März löst Boll im Alter von 36 Jahren, 11 Monaten und 21 Tagen den Schweden Jan-Ove Waldner als den damals im Oktober 1997 mit 31 Jahren, 11 Monaten und 28 Tagen ältesten Weltranglisten-Ersten ab.

Dazwischen lagen Jahre, in denen Boll auch immer wieder durch gesundheitliche Probleme zurückgeworfen wurde. Deutschlands Ausnahmesportler, der neben seinen Erfolgen auf internationalem Parkett auch elf Mal nationaler Einzelmeister wurde, fand jedoch immer wieder den Anschluss an die Weltspitze, zuletzt nach einer längeren Durststrecke im Anschluss an seine Knieoperation im Herbst 2015. DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb über Bolls unfassbare Karriere: "Timo Boll hat schon längst den Status einer Legende und gehört nun immer noch zu den absolut besten Spielern der Welt. Er ist ein Mann, der seit 15 Jahren unter den Top Ten der Welt kämpft und in Sieg und Niederlage seine Haltung und seine Mitte nie verloren hat." Wen ein Überblick über die Spielkunst Bolls interessiert, dem legt Gäb einen überaus sehenswerten Videozusammenschnitt vieler bemerkenswerter Ballwechsel ans Herz, zu sehen unter: https://youtu.be/ywXZF6xPfJY

Timo Boll liegt 60 Zähler von Fan Zhendong

Der Vorsprung des neuen Weltranglisten-Ersten ist allerdings derzeit kein komfortabler. Mit 15705 Zählern rangiert Boll gerade einmal 60 Punkte vor dem WM-Zweiten Fan Zhendong mit 15645 Zählern, direkt dahinter folgt mit 15465 Punkten Deutschlands Nummer eins der Monate Januar und Februar, World-Cup-Gewinner Dimitrij Ovtcharov. Vierter und Fünfter sind nach wie vor Fans chinesische Teamkollegen Lin Gaoyuan und Xu Xin. Weltmeister Ma Long ist aktuell Neunter. Den Ausschlag für Bolls Rückkehr auf Platz 1 hatte der Gewinn des Europe Top 16 in Montreux gegeben. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf: "Timo hat sehr gut beim Top 16 gespielt, und durch das neue System ist dann alles möglich. Ein Beweis, dass er es verdient hat, ist aber auch, dass er auch mit fast 37 Jahren noch mit absolut allen mithalten kann. Er hat nicht nur ein herausragendes Jahr 2017 gespielt, sondern im neuen Jahr auch gleich wieder auf sehr hohem Niveau begonnen. 

Boll freut sich zwar, an der Spitze des ITTF-Rankings zu stehen. Der stets faire Sportsmann Boll macht aber aus seiner dezidierten Meinung zum aktuellen System keinen Hehl: "Daran ändert natürlich auch nichts, dass ich nun ganz oben stehe. Ich glaube weiterhin, dass Ma Long, Fan Zhendong oder Dimitrij Ovtcharov die Besten sind, auch wenn der Computer etwas anderes sagt. Fakt ist: Das neue System gönnt dir keine Pausen und entschuldigt keine Verletzungen. Man muss viel spielen. Das habe ich die letzten zwölf Monaten getan und bin von Verletzungen verschont geblieben, weshalb mir das neue System nun zugutekommt."

Dimitrij Ovtcharov: "Timo hat es verdient, die Nummer eins zu sein"

Dimitrij Ovtcharov, der am 1. Januar 2018 nach 81-monatiger chinesischer Alleinherrschaft Olympiasieger Ma Long an der Spitze abgelöst hatte, sieht, anders als Boll, durch das aktuelle System jedoch vor allem Vorteile für den Tischtennissport: "Timo hat das Momentum auf seiner Seite und hat es deshalb auch verdient, jetzt die Nummer eins zu sein. Ich finde es schön, dass mit dem neuen System viel Bewegung in der Weltrangliste ist. Es ist gut für unseren Sport, wenn nicht nur ein einzelner Spieler 50 Monate an der Spitze steht." DTTB-Sportdirektor Richard Prause ergänzt: "Es ist einfach toll, dass Deutschland auch im März wieder den Weltranglisten-Ersten stellt. Dass ein deutscher Spieler dabei einen anderen deutschen Spieler an der Spitze der Weltrangliste ablöst, ist etwas bislang Einmaliges und sehr bemerkenswert. Mit Dimitrij und Timo zwei solch herausragende Spieler in unserer Nationalmannschaft zu haben, ist etwas ganz Besonderes und motiviert uns alle auch nochmals zusätzlich in Richtung Team-Weltmeisterschaften in Schweden Ende April."

Herren: Sieben DTTB-Asse unter den Top 42

Auch hinter Timo Boll und Dima Ovtcharov ist es um Deutschlands Herren in der März-Weltrangliste bestens bestellt. Defensivkünstler Ruwen Filus (Fulda) bleibt als jetzt 19. in den Top 20 und machte einen Platz gut, der Bremer Bastian Steger rückt von 33 auf 21 vor, der Saarbrücker Patrick Franziska ist als 30. acht Plätze besser als im Vormonat notiert. Auf den Rängen 41 und 42 folgen Ricardo Walther (Grünwettersbach), der von 28 abrutsche, und der sieben Plätze aufgerückte Benedikt Duda (Bergneustadt). 

Damen: Winter und Mittelham machen sechs Plätze gut

Bei den Damen tauschen an der Spitze die Chinesinnen Chen Meng und Zhu Yuling, die nun wieder die Nummer 1 der Welt ist, die Positionen. Die fünf DTTB-Athletinnen unter den Top 100 werden immer noch von der Berlinerin Shan Xiaona angeführt, die aber auf 38 abrutschte. An 42 steht nun Abwehrass Han Ying. Sechs Plätze gut machte Sabine Winter, die als drittbeste Deutsche 59. ist, gefolgt von Petrissa Solja (63) und der um sechs Positionen aufgerückten Nina Mittelham. 

WELTRANGLISTE MONAT MÄRZ

HERREN

Die Top 10
1 (3) Timo Boll (Düsseldorf) - 15705 Punkte
2 (2) Fan Zhendong CHN - 15645 Punkte
3 (1) Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland) - 15465 Punkte
4 (4) Lin Gaoyuan CHN - 13974 Punkte
5 (5) Xu Xin CHN - 13720 Punkte
6 (7) Wong Chun Ting HKG - 12890 Punkte
7 (6) Koki Niwa JPN - 12840 Punkte
8 (9) Simon Gauzy FRA - 12893 Punkte
9 (7) Ma Long CHN - 11990 Punkte
10 (10) Kenta Matsudaira JPN - 11835 Punkte

Die Platzierungen der übrigen Deutschen unter den Top 100
19 (20) Ruwen Filus (Fulda), 21 (33) Bastian Steger (Bremen), 30 (38) Patrick Franziska (Saarbrücken), 41 (28) Ricardo Walther (Grünwettersbach), 42 (49) Benedikt Duda (Bergneustadt)

Die weiteren Platzierungen der Deutschen unter den Top 300
180 (115) Steffen Mengel (Bergneustadt), 257 (220) Patrick Baum (Saarbrücken), 287 (288) Kilian Ort (Bad Königshofen), 302 (304) Dang Qiu (Grünwettersbach)

Zur kompletten Weltrangliste der Herren


DAMEN

Die Top 10
1 (2) Zhu Yuling (CHN), 2 (1) Chen Meng (CHN), 3 (4) Kasumi Ishikawa (JPN), 4 (3) Feng Tianwei SGP, 5 (6) Mima Ito (JPN), 6 (7) Miu Hirano (JPN), 7 (5) Wang Manyu (CHN),  8 (8) Cheng I-Ching TPE, 9 (12 Chen Xingtong CHN, 10 (11) Chen Szu-Yu TPE 

Die Platzierungen der Deutschen unter den Top 100
38 (22) Shan Xiaona (Berlin), 41 (34) Han Ying (Tarnobrzeg, Polen), 59 (65) Sabine Winter (Kolbermoor), 63 (64) Petrissa Solja (Berlin), 64 (70) Nina Mittelham (Bad Driburg)

Die weiteren Platzierungen der Deutschen unter den Top 300
146 (149) Wan Yuan (Bingen/Münster-Sarmsheim), 169 (170) Kristin Lang (Kolbermoor), 222 (227) Chantal Mantz (Le Chesnay), 262 (268) Irene Ivancan

Zur kompletten Weltrangliste der Damen

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