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Deutschlands Olympiateams standen heute Rede und Antwort
Virtuelle Pressekonferenz mit den Olympiateams / Gute Stimmung und viel Optimismus

Medien-Talk: "Den Rückenwind von der EM mit nach Tokio nehmen"

MS 07.07.2021

Düsseldorf. Fünf Jahre nach dem Gewinn von Silber (Damen-Team) und Bronze (Herren-Team) in Rio de Janeiro gehen Deutschlands Athleten in wenigen Wochen auch bei den Olympischen Spielen in Tokio chancenreich an den Start. Die Herren nehmen in der Setzung hinter China Position zwei ein, die Damen sind hinter China und Gastgeber Japan die Nummer drei. Im Einzel stehen der Weltranglistenachte Dimitrij Ovtcharov und Rekord-Europameister Timo Boll an Rang sieben und acht, Europameisterin Petrissa Solja und die Weltranglisten-22. Han Ying an elf und zwölf. Die WM-Dritten Patrick Franziska/Petrissa Solja sind im Mixed an Setzungsposition sieben eingestuft.

Anlässlich der bevorstehenden Sommerspiele lud der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) am heutigen Mittwoch zur virtuellen Tokio-Pressekonferenz mit den deutschen Olympia-Teilnehmern ein. Eineinhalb Wochen nach dem besten Abschneiden Deutschlands aller Zeiten bei den Individual-Europameisterschaften in Warschau mit viermal Gold und dreimal Silber in fünf Konkurrenzen standen die beiden Olympiateams des DTTB den Medienvertretern ausführlich Rede und Antwort.  

Vom 24. Juli bis 6. August fallen beim olympischen Tischtennisturnier in Japan zunächst die Entscheidungen im Mixed-Wettbewerb (Finale 26. Juli). Parallel werden vom ersten Tag an auch die Einzelkonkurrenzen ausgetragen, in denen am 29. (Damen) und 30. Juli (Herren) die Goldmedaillen vergeben werden. Die am 1. August beginnenden Mannschaftswettbewerbe küren am 5. (Damen) und 6. August (Herren) die neuen Olympiasieger.

Im Mittelpunkt des heutigen Medien-Talks: Die Themen EM-Rückenwind, Medaillenchancen, Olympiaform, Vor-Ort-Bedingungen und die pandemiebedingt wettkampfreduzierte Vorbereitung auf die Sommerspiele.

Die wichtigsten Aussagen in der Übersicht:

Athleten und Athletinnen

Dimitrij Ovtcharov … 

… zur Problematik der Vorbereitung mit wenigen Turnieren: „Im Jahr 2020 hatten wir extrem lange gar keine Wettkämpfe und das war schwierig für uns. Wir hatten keine Rückmeldung über den Leistungsstand, auch wenn wir durch die abgesagten Turniere endlich einmal lange am Stück trainieren konnten, was wir uns ja immer gewünscht hatten. Um endlich wieder eine Rückmeldung zu bekommen, haben Patrick und ich die Strapazen des Restarts in China mit langer Quarantäne Ende des Jahres auf uns genommen. Inzwischen allerdings ist die Situation besser für uns. Es wurde wieder Champions League gespielt, es gab die WTT-Turniere in Katar und nun die Europameisterschaften. Das gibt mir ein gutes Gefühl für Tokio.“ 

… zur Mitnahme seiner privaten Schlafdecke nach Tokio: „Ich schlafe einfach sehr gerne. Und wenn ich gut schlafe, spiele ich auch besser. Deshalb habe ich meine Wohlfühldecke und mein Kissen von zuhause schon einmal nach Tokio vorausgeschickt.“ 

… zur Einschätzung der aktuellen Stärke Chinas, die seit Ende 2020 kein internationales Turnier mehr gespielt haben: „Patrick und ich haben die Jungs ja im November beim Re-Start noch gesehen. Seitdem allerdings haben die Chinesen nur einige Events untereinander gespielt. Ich sehe es eher als Vorteil für den Rest der Welt, dass wir einige Wettkämpfe hatten und sie nicht. China hat in der Vergangenheit immer die Olympischen Spiele dominiert. Mal sehen, wie es diesmal läuft. Eine Veränderung in dieser Hinsicht wäre sicherlich gut für uns alle.“ 

 

Timo Boll … 

… über das Selbstvertrauen durch den Gewinn des Europameistertitels: „Dass es so gut in Warschau läuft, hätte ich nicht gedacht. Im Training, auch jetzt nach der EM, verliere ich die meisten Sätze. Ich bin froh, dass ich gespürt habe, dass ich mich im Wettkampf deutlich steigern kann und wieder Feingefühl entwickelt habe. Ich ruhe mich nicht auf dem Titel aus und versuche, an den Dingen zu arbeiten, die mir die EM als Feedback mitgegeben hat. Olympische Spiele sind noch einmal etwas ganz anderes, man spürt dann auch etwas mehr Stress. Aber es ist ein gutes Gefühl, als Europameister in Tokio anzureisen.“ 

… zur seiner leidenschaftlichen Funktion als 'Team-Barista': „Guter Kaffee darf nicht fehlen, da habe ich ein Faible für. Deshalb habe ich eine ordentliche Espressomaschine über den DOSB schon einmal vorausgeschickt. Ich habe alles dabei: Filter und Kaffeebohnen gehen zudem im Handgepäck mit - ich hoffe nur, ich vergesse meine Beläge nicht! Bei uns trinken alle gerne guten Kaffee, bis auf Jörg Roßkopf. Aber vielleicht können wir ihn ja in Tokio dazu überreden.“ 

… zu seinen Planungen nach den Olympischen Spielen: „Ich genieße einfach Wettkampf und Training. Das kann noch lange gehen, aber in meinem Alter kann man das nicht langfristig planen. Ich mache mir damit aber gar keinen Druck und Stress. Wenn es geht, will ich noch lange mein Hobby als Beruf ausüben. Jetzt freue ich mich erst einmal auf die Olympischen Spiele. Wahrscheinlich werden es die letzten sein, andererseits sollte man aber nie nie sagen. Die Qualifikation für Paris 2024 ist ja auch schon gar nicht mehr so weit entfernt…“ 

… zu seinen Rückenproblemen im vergangenen Jahr: „Ich habe damals lange pausiert und bin froh, dass es wieder geht. Ich hatte mir zwischenzeitlich schon Sorgen gemacht. Toi, toi, toi – jetzt bin ich wieder relativ fit. Trotz Talent und Feingefühl, ohne Athletik geht es nicht. Als Vorbereitung auf Matches hat mir mein Freund Dirk Nowitzki langes Dehnen vor Belastungen empfohlen, aber das hat bei mir nicht funktioniert. Ich habe aber für mich einen guten Weg gefunden: Ich vertraue auf meine Stärken und trainiere etwas weniger, um im Match frisch sein zu können.“ 

… zu seinen Zielen bei den Olympischen Spielen: „Ich habe mir keine wirklichen Ziele gesetzt. Ich habe immer den Ehrgeiz, jedes Match zu gewinnen, aber vor dem Turnier bin ich mit Prognosen lieber etwas zurückhaltender. Wenn ich fit bin, dann kann ich mit dem Team oder vielleicht auch im Einzel um Medaillen spielen. Erst einmal ist es aber wichtig, mich in das Turnier hineinzuspielen. Weiter sehe ich, wenn ich im Turnier angekommen und im Flow bin.“ 

… zu den Erwartungen an Olympische Spiele unter Corona-Bedingungen: „Ich denke, vor Ort wird alles relativ normal ablaufen. Auch Zuschauer sollen zu 50 Prozent der Hallenkapazität zugelassen werden, habe ich gehört. Wir werden uns auf unseren eigenen Wettkampf konzentrieren und diesmal keine anderen Sportarten sehen können. Es ist diesmal der Wettkampf der zählt, nicht das Ereignis Olympia.“ 

 

Patrick Franziska … 

… zur Bedeutung des Doppels im Teamwettbewerb: „Das Doppel ist sehr, sehr wichtig in der Mannschaft, das hat man ja 2019 bei den European Games gesehen, wo wir alle Doppel gewonnen haben. Es hilft einer Mannschaft natürlich enorm, ein gutes und zuverlässiges Doppel am Start zu haben. Ich bin mir sicher, dass Timo und ich in Tokio und ein starkes Doppel spielen werden. Wir sind sehr gut aufeinander abgestimmt.“ 

… zu den Aussichten mit Petrissa Solja im Mixed-Wettbewerb: „Wenn wir die erste Runde gewinnen und gut reinkommen, dann kann es durchaus weit nach vorne gehen für uns. Die Chinesen sind zwar die Topfavoriten, aber gegen alle anderen Asiaten haben wir schon gewonnen. Wir wollen das olympische Turnier genießen und viel Spaß haben.“ 

… zur Vorbereitung auf Tokio nach einer nicht optimalen EM: „Die EM als großer Wettkampf war noch einmal eine wichtige Rückmeldung für den Feinschliff in den nächsten Wochen. Es ist ja auch nicht alles schlecht gelaufen für mich. Im Einzel habe ich mich von Runde zu Runde gesteigert. Ich weiß nun um die Dinge, an denen ich bis zu den Olympischen Spielen noch arbeiten muss, auch im Doppel und Mixed. Ich bin guter Dinge, dass ich in Tokio gut spielen werde.“ 

 

Benedikt Duda … 

… zu seiner Rolle als Ergänzungsspieler: „Es ist für mich einfach ein super Gefühl, mit der Mannschaft nach Tokio zu fliegen. Ich freue mich, zum Team zu gehören und werde alles tun, damit wir erfolgreich sind. Auch als Ergänzungsspieler werde ich mich vor Ort genauso professionell und fokussiert mit Training, Videoanalyse und Gegnerbeobachtung auf jeden möglichen Kontrahenten vorbereiten, wie ich es immer bei Einzelturnieren mache.“



Petrissa Solja … 

… zum Selbstvertrauen in Tokio nach EM-Gold im Einzel und Doppel: „Nach den Europameisterschaften habe ich etwas Regeneration gebraucht. Das war gar nicht einfach, denn viele Interviews und Termine standen in den Tagen danach an. In dieser Woche sind hier in Düsseldorf viele Gratulanten hinzugekommen, die mich daran erinnern, dass ich zweifache Europameisterin bin. Den Schwung von der EM habe ich mit in die Olympiavorbereitung genommen, die Ambitionen für Tokio sind aber die gleichen geblieben. Der einzige Unterschied: Durch die EM-Erfolge bin ich vielleicht noch etwas entspannter, weil ich gemerkt habe, dass mein Weg der Vorbereitung der richtige ist. Aber Tokio wird kein Selbstläufer, da muss man sich neu fokussieren. Ich werde bei Olympia sehr hungrig auf Erfolge sein.“ 

… zu ihrem Leistungsstand gemessen an früheren Erfolgen: „Es ist schwer zu sagen, ob das jetzt die beste Petrissa aller Zeiten ist. Aktuell bin ich die Nummer 16 der Welt, meine beste Platzierung war die 13 – das ist sehr nah dran. Ich bin ziemlich gut drauf. Aber ich bin auch eine andere Person als vor fünf Jahren. Ob besser als damals, das weiß ich nicht.“ 

 zu ihren Ambitionen im Gemischten Doppel und im Einzel: „Patrick und ich haben in der Vergangenheit schon viele Superspiele gemacht, auch gegen sehr gute Asiaten gewonnen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es auch starke europäische Doppel gibt. Bei der EM haben wir nicht schlecht gespielt, aber die Bedingungen waren nicht einfach. Patrick musste direkt nach einem verlorenen Doppel wieder an den Tisch, das kann bei Olympia aufgrund des gestreckten Zeitplans nicht passieren. Wir haben bei der EM ein paar Schwachstellen entdeckt, an denen wir noch arbeiten werden. Im Gemischten Doppel gibt es immer die größten Überraschungen. Ich hoffe, dass wir in Tokio eine dieser Überraschungen sein werden und eine Medaille schaffen. Im Einzel möchte ich nach den Matches mit meiner Leistung zufrieden sein. Wenn ich es schaffen würde, um eine Medaille zu spielen, wäre das toll. Ich möchte bei Olympia nicht nur dabei sein.“

 

Han Ying … 

… zu Stand der persönlichen Vorbereitung nach dem EM-Aus im Achtelfinale: „Ich wusste, dass es gegen meine Mannschaftskollegin Sabine Winter sehr schwer wird, aber ich habe auch nicht optimal gespielt. Nach dem Match habe ich deshalb viel nachgedacht, was noch fehlt, was ich bis Tokio weiter verbessern muss. Um sich solch wichtige Gedanken zu machen, ist eine Niederlage manchmal gar nicht so schlecht. An der Zielsetzung für Tokio ändert das EM-Abschneiden aber nichts. Der Druck ist sowieso groß, aber unter Druck spiele ich eigentlich sehr gut. Wir sind mit der Mannschaft hungrig auf eine Medaille.“ 

 

Shan Xiaona … 

… zu ihren Erwartungen in Tokio: „Es sind für mich die zweiten Olympischen Spiele. In Rio 2016 hat es mit Silber super geklappt und natürlich will ich auch diesmal in Tokio wieder versuchen, mit dem Team eine Medaille zu gewinnen. Das Doppel spielt eine wichtige Rolle für die Mannschaft, deshalb war es gut, bei der EM nach einigen Jahren Pause wieder mit Peti zusammenzuspielen. In Warschau haben wir mit dem Titelgewinn gezeigt, dass unser Doppel noch sehr gut funktioniert. Das macht noch mehr Hoffnung auf einen erfolgreichen Teamwettbewerb in Tokio.“  

Nina Mittelham … 

… zu ihrer Rolle als Ergänzungsspielerin: „Wie meine Rolle genau aussehen wird, weiß ich natürlich nicht, da ich sie noch nie hatte. Ich weiß aber, wie ich mir sie vorstelle. Ich will dem Team in Tokio die ganze Zeit über Rückhalt geben und für die Mannschaft da sein. Ich hoffe, dass ich dem Team helfen und es unterstützen kann, egal in welcher Hinsicht. Meine eigenen Bedürfnisse stelle ich in Tokio komplett hinten an.“

Teamleitung / Betreuung

Teamleitung / BetreuungSportdirektor Richard Prause … 

… zu den Erwartungen des DTTB bei den Olympischen Spielen: „„Wir wollen in Tokio unser bestes Tischtennis spielen, das ist das A und O. Wir wollen verletzungsfrei bleiben und um die Medaillen mitspielen, das ergibt sich schon aus unseren guten Setzungen. Wir wissen aber auch, dass viele Nationen uns angreifen wollen. Es ist eine Herausforderung, diese Angriffe abzuwehren. Wir wollen sehen, dass wir den Rückenwind von den Europameisterschaften auch mit nach Tokio nehmen. Alle haben in Warschau noch einmal eine wichtige Rückmeldung bekommen, woran noch zu arbeiten ist.“ 

„Natürlich hat man immer auch die herausragenden Ergebnisse von Rio 2016 im Hinterkopf. Die Bedingungen für ein erfolgreiches Abschneiden 2020 sind durch unsere guten Setzungen gegeben. Aber durch die Setzungen allein gewinnen man keine Medaillen. Sie weisen aber darauf hin, dass wir um die vorderen Platzierungen kämpfen können. Ob es am Ende zu Edelmetall langt, werden wir dann sehen. Bei Olympischen Spielen reicht ja im Gegensatz zu anderen Meisterschaften ein Sieg im Viertelfinale noch nicht aus, um eine Medaille zu gewinnen.“ 

… zu den Bedingungen vor Ort: „Wir wissen noch nicht alle Details. Auf jeden Fall sind wir aber als komplettes Team inklusive der Ergänzungsspieler zusammen im Olympischen Dorf untergebracht sind. Das ist schon einmal sehr wichtig, denn das haben wir in der Vergangenheit auch schon anders erlebt. Das ist eine sehr gute Sache: So leben wir den Teamspirit von Beginn an, außerdem hilft es bei Planungen und Trainingseinteilungen.“ 


Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf … 

… zum Rückenwind der EM für die Olympischen Spiele: „Die Spieler, die Trainer und das Team hinter dem Team wissen, dass trotz aller Erfolge bei den Europameisterschaften die Olympischen Spiele der Höhepunkt sind. Die EM hat uns Selbstvertrauen gegeben, aber wir wollen in Tokio Medaillen holen. Wir gehen optimistisch nach Tokio und werden uns dort in guter Form präsentieren.“ 

… zum Stand der Vorbereitung des Teams: „Aktuell sind alle in dem Modus, dass sie sich wohlfühlen und viel Spaß im Training haben. Alle haben monatelang alles dafür getan, um in Tokio in Bestform zu sein. Ein wichtiges Element für Erfolge ist unser Mannschaftsgeist, der uns immer ermöglicht hat, uns im entscheidenden Moment zu steigern. Wir würden gerne am Ende ganz oben stehen.“ 

… zu den Bedingungen während der Sommerspiele: „Wir wissen noch nicht, wie es mit Training und dem ganzen Drumherum aussehen wird, wahrscheinlich werden wir die ganze Zeit im Olympischen Dorf sein. Unsere Konzentration liegt voll auf dem Turnier und den Wettbewerben. Werden unsere Trainingszeiten maximal nutzen, aber wir kennen sie noch nicht. Bei der Halle wissen wir vom World Team Cup im November 2019, was uns erwartet. Sie ist relativ langsam, aber darauf werden wir uns einstellen.“ 

… zur hoher Setzungseinstufung, aber zurückhaltender Prognose: „Zahlen und Statistiken gewinnen keine Medaillen. Wir müssen topfit sein, egal in welchem Wettbewerb. Wir haben sehr gute Spieler, aber das haben andere Nationen ebenfalls und auch diese rechnen sich ihre Chancen aus. Es hilft uns nichts auszuposaunen, dass wir eine Goldmedaille wollen, wenn keine Erfolge herauskommen. Wir sind immer gut damit gefahren, uns so zu positionieren, dass wir bei der Medaillenvergabe ein gewichtiges Wort mitreden wollen. Wir machen unsere Hausaufgaben und wollen immer gut spielen. Aber es ist ein schmaler Grat im Hochleistungssport, 2012 gegen Schweden wären wir beispielsweise fast draußen gewesen. Wir gehen es deshalb auch in Tokio wieder step-by-step an und hoffen, dass am Ende im Mannschaftsturnier alle gesund sind. Auch den ‚turnaround‘ nach dem Einzelturnier zu schaffen, ist nicht einfach.“ 

 

Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp … 

… zum Selbstvertrauen der Damen nach einer erfolgreichen EM: „Wir nehmen zu den Olympischen Spielen das Selbstvertrauen mit, das wir uns bei den Europameisterschaften erarbeitet haben. Die Spielerinnen präsentieren sich nach ein paar Tagen EM-Regeneration alle hochmotiviert bei unserer Vorbereitung auf Tokio. Alle haben das große Ziel, die Olympischen Spiele, vor Augen.“ 

… zur besonderen Herausforderung, gegen asiatische Gegnerinnen nach langer internationaler Turnierpause antreten zu müssen: „Wenn man lange nicht gegen Asiatinnen gespielt hat, ist es schwer, eine Voraussage zu treffen. Aber andersherum gilt das natürlich genauso: Auch die Asiatinnen wissen nicht, wie sie derzeit die Europäerinnen einzuschätzen haben. Wir konzentrieren uns deshalb nur auf uns und versuchen, in Tokio in bester Form an den Tisch zu gehen. Unsere Spielerinnen verfügen über viel Erfahrung und sind es gewohnt, schwierige Situationen zu meistern. Wir haben ein gutes Gefühl, bei den Olympischen Spielen das Beste herausholen zu können.“

 

Herren-Assistenztrainer Lars Hielscher …

… zur Möglichkeit von unerwarteten Vorkommnissen:
„Mir selbst ist einmal bei meiner einzigen Teilnahme 2004 in Athen eine unerwartete Situation passiert. Das wird diesmal kaum der Fall sein. Und falls doch: Die Jungs haben sehr viel Erfahrung bei Olympia, insbesondere Timo, Dima und auch Rossi als Trainer. Da bringen uns auch Überraschungen nicht aus der Ruhe.“

Mannschaftsarzt Dr. Antonius Kass … 

… zu seinen Aufgaben in Tokio: „Im Olympischen Dorf gibt es die zentrale medizinische Abteilung des DOSB, in der auch ich untergebracht sein werde. Ich bin für jegliche Tischtennis-Aktivität freigestellt, aber auch die medizinische Betreuung anderer Sportler und Sportarten gehört während der Sommerspiele zu meinem Aufgabengebiet. Aktuelle Informationen über die Bedingungen vor Ort haben wir noch nicht erhalten. 2016 war es das Zikavirus, jetzt begleitet die Covid-19-Pandemie die Olympischen Spiele in Tokio. Als Arzt muss man sich natürlich permanent einlesen, sich mit der Situation beschäftigen und vorbereitet sein.“  

Das deutsche Aufgebot in Tokio

Herren-Team: Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ergänzungsspieler: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Team: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Han Ying (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Ergänzungsspielerin: Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Herren-Einzel: Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll
Damen-Einzel: Petrissa Solja, Han Ying
Gemischtes Doppel: Patrick Franziska/Petrissa Solja
Teilmannschaftsleiter: Richard Prause (Sportdirektor)
Trainer*in: Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Lars Hielscher (Assistenztrainer)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Arzt: Dr. Antonius Kass (Düsseldorf)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf (Düsseldorf)

Links

Nach der EM ist vor Olympia
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EM-Bilanz: Mit viel Selbstvertrauen nach Tokio
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Rückblick Rio 2016

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