Mittendrin statt nur dabei: Bernd Beringer im Kreis der aktuellen Zweitliga-Mannschaft (Foto: Giurdanella)
Bernd Beringer scheidet beim Zweitligisten TV 1879 Hilpoltstein altersbedingt als Teammanager aus

Tischtennis ist und bleibt sein Leben

Marco Steinbrenner 22.04.2020

Hilpoltstein/Frankfurt am Main. Tischtennis beim TV 1879 Hilpoltstein war und ist unmittelbar mit einem Namen verbunden: Bernd Beringer. Der mittlerweile 74-Jährige hat sich mit dem vorzeitigen Ende der Saison 2019/20 altersbedingt in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet und seinen Posten als Team-Manager aufgegeben. Im Rahmen des letzten Heimspiels gegen den TTC GW Bad Hamm, das eigentlich für den 5. April geplant war, sollte Beringer feierlich verabschiedet werden. Der Corona-Virus, verbunden mit dem Abbruch der Saison, hatte etwas dagegen. Doch getreu dem Motto „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ wird der Akt zu einem späteren Zeitpunkt nicht minder herzlich nachgeholt werden.

Der Mann mit dem guten Händchen sagt Servus

„Das war es!“ Ein wenig traurig klingt Bernd Beringer schon, denn der „Mister Tischtennis“ in Hilpoltstein prägte die Abteilung in den vergangenen vier Jahrzehnten wie kein Zweiter. Alleine 26 Jahre war der frühere Bürgermeister (1992 bis 1997) als Abteilungsleiter tätig. „Ich kenne Bernd seit ungefähr 20 Jahren“, erinnert sich Hilpoltsteins Urgestein Alexander Flemming, der seit der Saison 2009/10 beim TV 1879 aufschlägt. Beringer sei in der langen Zeit stets ein „fairer Manager gewesen, der großzügig, menschlich und stets freundschaftlich mit seinen Spielern agierte“. Statt bis auf des Messers Schneide um den letzten Euro zu verhandeln, habe er stets „konstruktiv und produktiv nach Gelegenheiten gesucht, Dinge zu ermöglichen“. Flemming gerät förmlich ins schwärmen, wenn er von seinem langjährigen Weggefährten spricht. „Bernd ist stets positiv, kann andere Leute mit seiner Begeisterung anstecken.“ Außerdem habe Beringer ein „gutes Händchen“ für schwierige Entscheidungen. Tischtennis lag ihm schon immer am Herzen. „Er hat alles für den Sport und seine Entwicklung gegeben. Stets hat Bernd seine eigenen Interessen zurückgestellt. Das ist meiner Meinung nach selten.“

In den vergangenen 40 Jahren erlebte Bernd Beringer mit dem TV 1879 Hilpoltstein Vieles. Anfang der 80er führt er seinen Verein von der 1. Kreisklasse innerhalb von nur sieben Jahren bis in die Regionalliga und später in das Bundesliga-Unterhaus. Die Teilnahme am Final Four-Turnier in Neu-Ulm vor drei Jahren ist noch ganz frisch im Kopf. „300 Fans kamen zur Unterstützung, die alle mit einem schwarz-gelben Trikot gekleidet waren. Das war ein super Bild.“ Die 0:3-Niederlage gegen Borussia Düsseldorf war nicht weiter tragisch. „Alexander Flemming hat es damals gegen Kristian Karlssson sogar in den fünften Satz geschafft.“

Keine One-Man-Show / Mannschaft in Hilpoltstein stadtbekannt

Auch wenn Bernd Beringer für den TV 1879 Hilpoltstein steht, so betont der rüstige Rentner immer wieder, „dass es bei uns keine One-Man-Show gab und es diese auch in Zukunft nicht geben wird“. Vielmehr seien die Erfolge in einem Team hinter dem Team erzielt worden. 20 Helfer sind bei jedem Heimspiel im Einsatz. Der Zuschauerschnitt lag in dieser Saison wieder bei rund 400 Fans. „In dieser Tabelle belegen wir schon seit Jahren den ersten Platz.“ Eine Erklärung, warum unverändert ein so großes Publikum in die Halle kommt, hat Beringer schnell parat. „Wir sind in den zwei Tageszeitungen sehr häufig und groß vertreten.“ Ein weiteres Kriterium seien die Spieler selbst gewesen. „Wir hatten keine Söldner, sondern achteten bei den Verpflichtungen immer darauf, dass die Jungs auch menschlich zu uns passten.“ So trifft sich das Team zu Vorbereitungslehrgängen und absolviert stets ein gemeinsames Abschlusstraining vor Ort. „In Hilpoltstein kennt jeder unsere Mannschaft.“

In Zukunft wird die Arbeit von Bernd Beringer, der während seiner gesamten Zeit als Team-Manager lediglich zwei Saisonspiele verpasste, auf mehrere Personen verteilt. Robert Nachtrab (Abteilungsleiter/Presse) und Ulrich Eckert (Stellvertreter/Vergnügungswart) waren schon im Vorstand der Tischtennis-Abteilung tätig. Neu hinzu kommt Alexander Flemming, der sich um den sportlichen Bereich und den Spielerkontakt kümmern soll. Viele Erfahrungen hat der Leipziger in den vergangenen Jahren machen dürfen. „Bernd hatte stets das ideale Gleichgewicht aus Professionalität und Spaß. Er legte viel Wert auf das Beisammensein und die Förderung des Teamgeistes. Das wirkte sich positiv auf das ganze Umfeld aus und zeichnet die erfolgreiche sowie langfristige Entwicklung Hilpoltsteins aus.“ Nach Meinung von Alexander Flemming sei „nirgendwo Breiten-, Nachwuchs- und Profisport so eng verknüpft wie in Hilpoltstein“.

So ganz verschwindet Bernd Beringer nicht aus der Hilpoltsteiner Tischtennis-Szene. „Ich spiele auch weiterhin in unserer achten Mannschaft.“ Doch damit nicht genug: Auch bei den Heimspielen wird der langjährige Sprecher der 2. Bundesliga unter den Zuschauern zu finden sein. Wie sang schließlich einst Trude Herr: „Niemals geht man so ganz...“

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