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Nina Mittelham und Damen-Bundestrainerin Tamara Boros beim Balleimertraining am Abend (Foto: DTTB)
Am Sonntag ab 18 Uhr werden die ersten Gegner für Deutschlands Asse ermittelt

Mittelham/Winter bei der mit Spannung erwarteten Auslosung an Nummer 3 gesetzt

MS 21.11.2021

Houston. Die ersten drei Trainingseinheiten im George R. Brown Convention Center sind seit Samstagabend absolviert. Timo Boll ist inzwischen eingetroffen und erholt sich von den Strapazen seines elfstündigen Flugs. Vor allem aber wirft die mit Spannung erwartete Auslosung für die am Dienstag beginnenden Weltmeisterschaften große Schatten voraus: Am Sonntag ab 18 Uhr deutscher Zeit entscheidet sich, auf wen die Deutschen zum Auftakt des Turniers treffen und welche Hürden auf dem beschwerlichen Weg zu den Medaillen zu nehmen sind. Die besten Deutschen in den Setzungslisten sind übrigens Nina Mittelham und Sabine Winter, die im Doppelwettbewerb Position drei unter den Favoriten-Duos bekleiden.

Herren-Einzel: Boll an Position acht, Franziska an zehn gesetzt

Insgesamt 120 Herren suchen im Einzel-Wettbewerb den Nachfolger des dreimaligen Siegers Ma Long (2015, 2017, 2019), der diesmal ebenso wie der vielfache Doppel- und Mixed-Weltmeister Xu Xin nicht in Chinas Aufgebot steht. An der Favoritenstellung für das Reich der Mitte ändert das erst einmal wenig. Läuft es normal, dann wäre Kronprinz Fan Zhendong, der Weltranglistenerste, an der Reihe. "Fan ist der Favorit", sagt der heute im Mannschaftshotel eingetroffene Timo Boll. Eine diesmal bessere Chance für den Rest der Welt hält der Rekord-Europameister zwar nicht ganz für ausgeschlossen, ein Automatismus sei dies aber in keinem Fall: "Ob es für den Rest der Welt besser aussieht, wird man sehen. Zumindest waren einige jüngere Chinesen nicht ganz so konstant in ihren Leistungen. Aber sie haben auch das Niveau, Weltmeister zu werden. Für mich gilt: Ich muss erstmal selbst zusehen, in guter Form zu spielen.“

Die ehemalige Nummer eins der Welt ist in Houston an Position acht gesetzt. Vor ihm stehen Fan Zhendong, Tomokazu Harimoto (Japan), Hugo Calderano (Brasilien), Lin Yun-Ju (Taiwan), Lin Gaoyuan, Liang Jingkun (beide China) und der Schwede Mattias Falck, der 2019 bewies, dass auch Underdogs an guten Tagen und bei einer entsprechenden Auslosungsverlauf alles andere als chancenlos sind. Der Weltranglisten-14. Patrick Franziska (Saarbrücken) ist die Nummer zehn bei der WM und auch Abwehrass Ruwen Filus (Fulda-Maberzell) zäht an 29 als dritter Deutscher noch zu besten 32 Gesetzten.

Damen-Einzel: Vier deutsche Damen unter den besten 32 Gesetzten

Die große Stärke der deutschen Damen-Nationalmannschaft ist ihre Ausgeglichenheit, die sich bei der WM auch in der Setzungsliste spiegelt. Mit Europameisterin Petrissa Solja an Position 16, der unmittelbar hinter ihr an 17 eingestuften Defensivkünstlerin Han Ying sowie den Berlinerinnen Nina Mittelham (23) und Shan Xiaona (28) sind vier DTTB-Asse für das Erreichen der Runde der besten 32 gesetzt, Petrissa Solja sogar für das Achtelfinale. Europe-Top-16-Gewinnerin Nina Mittelham will sich, unabängig vom Ausgang der Auslosung, allein auf das Wesentliche konzentrieren: "Ich schaue einfach von Runde zu Runde und versuche, das Bestmögliche bei der WM herauszuholen." Die Favoritinnen kommen alle aus Asien: Unter den besten Acht stehen mit der topgesetzten Weltranglistenersten und Olympiasiegerin Chen Meng, Sun Yingsha (2), Wang Manyu (4) und Wang Yidi (7) gleich vier Athletinnen aus dem Reich der Mitte. Einzige Nicht-Chinesin unter den besten Vier ist die Japanerin Mima Ito (3), als beste Europäerin ist die Österreicherin Sofia Polcanova an Position 13 eingestuft.

Damen-Doppel: Zwei DTTB-Duos unter den Top Acht

Käme der Vorschlag, die Medaillen nach der Setzungsliste zu vergeben, würden Nina Mittelham und Sabine Winter diesen Vorschlag wohl sehr ernsthaft ins Kalkül ziehen. Immerhin werden die Zweitplatzierten der EM an Position drei hinter den Südkoreanerinnen Jeon Jihee/Shin Yubin und den Japanerinnen Kasumi Ishikawa/Miu Hirano geführt, Deutschlands Europameisterinnen Petrissa Solja/Shan Xiaona bekleiden ebenfalls noch eine exponierte Position. Allerdings sind die Setzungslisten im Doppel die wohl vunerabelsten. Angesichts der langen Turnierabstinenz der Chinesen tauchen beispielsweise die auch diesmal wieder hoch bei den Buchmachern gehandelten Doppel-Weltmeisterinnen Sun Yingsha/Wang Manyu gerade einmal an Position elf auf, das zweite chinesische Duo ist nicht einmal unter den Top 16 gelistet. Shan Xiaona will weit kommen: "Wenn Peti und ich es schaffen, in guter Form zu spielen, dann können wir jedes Doppel schlagen. Mein persönliches Ziel ist jedenfalls eine Medaille."

Herren-Doppel: Boll/Franziska sucht man in der Setzungsliste vergeblich

Das Doppel Timo Boll/Patrick Franziska sucht man in der Liste der gesetzten 16 Duos vergeblich. Doch keine Bange: Die China-Open-Gewinner von 2019 haben nicht ihr Doppel zurückgezogen, ihnen fehlten für eine Aufnahme in die Favoritenliste allerdings die entsprechenden Kriterien, sprich Ergebnisse. Patrick Franziska kündigt an: "Nachdem wir wegen Timos plötzlicher Erkrankung bei sehr guten Chancen auf einen Medaillengewinn nicht zum Viertelfinale antreten können, haben wir damals schon gesagt: Wir greifen wieder an. Genau das werden wir jetzt auch tun." Die viermaligen Deutschen Meister Benedikt Duda/Dang Qiu, die ebenfalls gerne ein Wort bei der Medaillenvergabe mitreden möchten, sind an Position acht gesetzt. Nummer eins sind die Chinesen Liang Jingkun/Lin Gaoyun, die unlängst beim WTT Contender in Slowenien überlegen auftrumpften. Das ebenfalls goldmedaillenverdächtige Duo Fan Zhendong/Wang Chuqin ist die Nummer neun der Setzungsübersicht.

Mixed: Zwei Eisen im Feuer

Auch im Mixed hat Deutschland zwei heiße Eisen im Feuer. Die WM-Dritten und European-Games-Gewinnern Patrick Franziska/Petrissa Solja, nehmen an Position acht gesetzt das Rennen auf. Für Houston hat sich das Duo einiges vorgenommen, wie Patrick Franziska verrät: "2019 haben wir Bronze gewonnen und wenn die Auslosung passt, wollen wir das wieder tun, ganz besonders nach der verpassten Medaillenchance bei den Olympischen Spielen." An Position zehn zählen auch die Europameister Dang Qiu/Nina Mittelham zu den aussichtsreichen Kombinationen für eine Platzierung im Vorderfeld. Die Nummer eins der Setzungsliste sind Taiwans Olympiadritte Lin Yun-Ju/Cheng I-Ching. Wie in den beiden anderen Doppel-Wettbewerben dürfte der Weg zum Titel am Ende aber auch im Mixed nur über China führen, auch wenn mit dem Duo Liang Wang Chuqin/Sun Yingsha an 15 aktuell nur eines der beiden Duos aus dem Reich der Mitte unter den besten 16 geführt wird.

Das Aufgebot des DTTB bei den WM in Houston/Texas

Herren
Timo Boll (Verein: Borussia Düsseldorf, Weltrangliste: 11)
Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 14)
Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 36)
Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 45)
Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 47)

Damen
Petrissa Solja (TSV 1909 Langstadt, WR: 19)
Han Ying (KTS Tarnobrzeg/Polen, WR: 21)
Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 31)
Shan Xiaona (ttc berlin eastside, WR: 37)
Sabine Winter (SV Schwabhausen, WR: 99)

Herren-Doppel
Timo Boll/Patrick Franziska
Benedikt Duda/Dang Qiu

Damen-Doppel
Shan Xiaona/Petrissa Solja
Nina Mittelham/Sabine Winter

Mixed
Patrick Franziska/Petrissa Solja
Dang Qiu/Nina Mittelham

Trainerteam und Delegationsleitung
Richard Prause (Sportdirektor), Tamara Boros (Bundestrainerin Damen), Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Lars Hielscher (Cheftrainer Düsseldorf), Sascha Nimtz (Wissenschaftskoordinator, IAT Leipzig), Ralph Färber (Athletiktrainer, Olympiastützpunkt Hessen in Frankfurt am Main) Rainer Kruschel (Delegationsleiter und DTTB-Leistungssportreferent)

Medizinisches Team
Dr. Antonius Kass (Teamarzt), Dr. Christian Zepp (Sportpsychologischer Experte), Birgit Schmidt und Annette Zischka (Physiotherapeutinnen, OSP Hessen)

Schiedsrichter-Team der ITTF
Kerstin Duchatz (Düsseldorf), Nico Zorn (Wuppertal)

Offizielle DTTB-Vertreter in ITTF-Gremien
Michael Geiger (AGM-Delegierter), Matthias Vatheuer (AGM-Delegierter), Heike Ahlert (DTTB-Vizepräsidentin Leistungssport, ETTU-Vizepräsidentin, Mitglied im ITTF Board of Directors), Dr. Torsten Küneth (Equipment Committee), Manfred Schillings (ITTF Media Committee und DTTB-Presse & -Kommunikation)

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