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Benedikt Duda setzt gegen Kroatien den Schlusspunkt (Foto: ITTF)
Souveräne Leistung nach 3:8 am Vormittag gegen Japan / Am Freitag um 6 Uhr gegen Topfavorit China

Mixed Team World Cup: DTTB-Team lässt Kroatien beim 8:1 keine Chance

MS 04.12.2025

Chengdu. Beim Mixed Team World Cup in Chengdu (30.11.–7.12.) endete der zweite Zwischenrundentag für die von Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf und Damen-Assistenz-Bundestrainer Zoltan Batorfi betreute Mannschaft mit einem deutlichen 8:1-Erfolg über Kroatien. Zuvor hatte die DTTB-Auswahl am Vormittag beim 3:8 gegen das noch ungeschlagene Japan allerdings ihre erste Turnierniederlage nicht verhindern können. Deutschland, das gestern Schweden mit 8:5 bezwang und außerdem den 8:4-Erfolg aus der Vorrunde gegen Frankreich auf seiner Habenseite stehen hat, liegt im Kampf um den Einzug in die Endrunde derzeit bestens im Rennen. Die Entscheidung über den Einzug in das Halbfinale fällt in den noch ausstehenden Duellen mit Titelverteidiger China (Freitag, 6 Uhr MEZ), Südkorea (Samstag, 5 Uhr) und Hongkong (Samstag, 12 Uhr).

Mixed Qiu/Kaufmann geben Kroatien erfolgreiches Debüt

Gegen Kroatien nutzte Deutschland den mit seinen vielen Spielen bestens als hochkarätiges Testfeld funktionierenden World Cup zum erfolgreichen Erproben einer neuen Mixed-Konstellation. Annett Kaufmann und Dang Qiu ließen dem Duo Hana Arapovic/Ivor Ban nicht die Spur einer Chance. Europas Nummer 1 Sabine Winter baute anschließend die deutsche Führung durch ein weiteres 3:0 gegen Mateja Jeger auf 6:0 aus, bevor Benedikt Duda gegen den formstarken Tomislav Pucar den Schlusspunkt setzte. Erfreulich in beiden Einzeln: Beide Deutsche wandelten im Schlusssatz gegen ihre Kontrahenten deutliche Rückstände noch in einen Punktgewinn für ihr Team um. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf war zufrieden: „Wir wollten mit Hinsicht auf das Erreichen der Endrunde Kroatien unbedingt gewinnen – das haben wir gut gelöst. Dang und Annett haben das bei ihrem Debüt gut gemacht.“ Damen-Assistenz-Bundestrainer Zoltan Batorfi lobte: „Das Mixed mit Dang und Annett hat sehr gut funktioniert, auch Sabine und Benne haben stark gespielt.“

Sabine Winter: „Aufregend für die Zuschauer, stressig für die Spieler“

Benedikt Duda sagte anschließend: „Wir wussten, dass Kroatien ein starkes Team stellt. Wir haben uns aber vor allem auf uns selbst und unsere eigene Leistung fokussiert. Wir sind froh, dass wir deutlich gewonnen haben und heute somit etwas früher ins Bett kommen.“ Seine Teamkollegin Sabine Winter lobte im Halleninterview den Teamgeist: „Bei diesem Spielsystem ist immer Druck da. Deshalb bin ich froh, dass ich 3:0 gewinnen konnte. Es macht übrigens viel Spaß, zusammen mit den Männern ein Team zu bilden. Sie sind alle immer bester Dinge und haben immer einen Witz auf Lager. Für die Zuschauer ist es ein aufregendes Format – für die Spieler ist es aufgrund der Bedeutung von jedem einzelnen Punkt jedoch auch stressig.“

Dang Qiu besiegt den Weltranglistenfünften Harimoto

Gegen Japan zeigte wenige Stunden zuvor Dang Qiu eine herausragende Leistung. Der Finalist des WTT Champions Frankfurt unterstrich seine glänzende Verfassung mit einem 2:1-Sieg über den Weltranglistenfünften Tomokazu Harimoto, nachdem er zuvor im Auftakt-Mixed an der Seite der EM-Dritten Nina Mittelham bereits den ersten deutschen Punkt gegen das Duo Satsuki Odo/Sora Matsushima erzielt hatte. Mehr allerdings war gegen die Asiaten an diesem Tag nicht zu holen. Die erstmals im Einzel eingesetzte Annett Kaufmann brachte die Weltranglistensechste Miwa Harimoto nur beim 10:12 im dritten Satz ernsthaft in Bedrängnis, und im letzten Spiel des Tages blieb die nicht eingespielte Kombination Benedikt Duda/Patrick Franziska gegen Doppel-Weltmeister Shunsuke Togami und Sora Matsushima chancenlos. Jörg Roßkopf sagte nach der Niederlage: „Gegen Japan ist es sehr schwer, weil sie im Mixed und Doppel unglaublich stark sind. Dang hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht gegen Tomokazu Harimoto.“

Roßkopf: „Probieren viel und erhalten dadurch Rückschlüsse“

Eine Überraschung waren am zweiten Zwischenrundentag die gegenüber den bislang gewählten Formationen veränderten deutschen Aufstellungen nicht. Das Trainerteam nutzt das Turnier, bei dem jeder Ländervergleich mit dem achten, jeweils als einen Punkt gewerteten Satzgewinn einer Mannschaft endet und jedes einzelne Spiel auf drei Sätze festgeschrieben ist, intensiv für Wettkampftests verschiedener Doppel- und Mixedkonstellationen. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf, der gestern bereits für das Japan-Spiel Veränderungen angekündigt hatte, sagt: „Wir haben beim World Cup eine gute Gelegenheit, Spielpraxis für Doppel- und Mixedkombinationen zu gewinnen. Das ist im üblichen Turnierkalender nur selten möglich. Wir probieren viel und erhalten dadurch viele Rückschlüsse. Morgen kommt jetzt China und danach folgen gegen Südkorea und Hongkong noch zwei weitere Spiele, die sehr wichtig für uns sind.“ Zoltan Batorfi pflichtet seinem Trainerkollegen bei: „Gegen Japan und China, auch wenn wir es natürlich versuchen, müssen wir nicht unbedingt gewinnen. Aber am Samstag kommen mit Südkorea und Hongkong zwei Teams, die für uns in jedem Fall schlagbar sind. Das sind wichtige Spiele für die Platzierungen.“

Insgesamt 16 Nationen am Start
Beim Mixed Team World Cup treten gemischte Mannschaften aus insgesamt 16 Nationen am Austragungsort der Weltmeisterschaften 2022 gegeneinander an, um den Titel auszuspielen. Topfavorit ist Titelverteidiger China. Fast alle Nationen treten in Bestbesetzung an. Das DTTB-Aufgebot besteht aus den Team-Europameisterinnen Sabine Winter, Annett Kaufmann und Nina Mittelham sowie aus Ex-Europameister Dang Qiu, dem EM-Zweiten Benedikt Duda und dem Saudi-Smash-Finalisten Patrick Franziska. Durch die Aufnahme eines Mixed-Team-Wettbewerbs in den Tischtennis-Wettbewerb der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vergrößerte sich die Attraktivität des 2023 erstmals ausgetragenen World Cups noch einmal erheblich.

Das Spielsystem
Aus den vier Vorrundengruppen qualifizieren sich jeweils die Erst- und Zweitplatzierten für die nächste Phase im Modus „jeder gegen jeden“, wobei die Ergebnisse aus der Vorrunde übertragen werden. In der dritten Phase wird im K.-o.-System unter den vier besten Teams der Titel ausgespielt.

Das Spielsystem weicht von der üblichen Norm ab. Eine Mannschaft gewinnt, sobald sie acht Sätze für sich entscheidet. Jedes Mannschaftsspiel besteht aus maximal fünf Begegnungen, die jeweils über drei Sätze ausgetragen werden, sodass das Resultat pro Begegnung entweder 3:0 oder 2:1 lautet.

Den Auftakt eines jeden Mannschaftskampfs bildet ein gemischtes Doppel, gefolgt von je einem Damen- und Herren-Einzel. Ist das Match zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, folgen zwei Doppel. Die Reihenfolge, in der Damen- und Herren-Doppel ausgetragen werden, bestimmt der Mannschaftsführer des in der Weltrangliste schlechter platzierten Teams.

Die Spiele der Deutschen in der Zwischenrunde

3. Zwischenrundenspiel am 4. Dezember
Deutschland - Kroatien 8:1
Annett Kaufmann/Dang Qiu - Hana Arapovic/Ivor Ban 3:0 (8,9,6)
Sabine Winter - Mateja Jeger 3:0 (4,7,8)
Benedikt Duda - Tomislav Pucar 2:1 (8,-6,10)
2. Zwischenrundenspiel am 4. Dezember
Deutschland - Japan 3:8
Nina Mittelham/Dang Qiu - Satsuki Odo/Sora Matsushima 1:2 (-7,9,-6,)
Annett Kaufmann - Miwa Harimoto 0:3 (-5,-5,-10)
Dang Qiu - Tomokazu Harimoto 2:1 (3,9,-3)
Benedikt Duda/Patrick Franziska - Shunsuke Togami/Sora Matsushima 0:2 (-4,-2)
1. Zwischenrundenspiel am 3. Dezember
Deutschland - Schweden 8:5

4. Zwischenrundenspiel am 5. Dezember
Deutschland - China 6 Uhr Uhr MEZ, Tisch 1
5. Zwischenrundenspiel am 6. Dezember
Deutschland - Südkorea 5 Uhr MEZ, Tisch 2
6. Zwischenrundenspiel am 6. Dezember
Deutschland - Hongkong 12 Uhr MEZ, Tisch 1
7. Zwischenrundenspiel (übernommen vom 1. Dezember/Stufe 1)
Deutschland - Frankreich 8:4

Die Spiele der Endrunde am 7. Dezember
Halbfinale
Finale


Die Übersicht über die Spiele der Stufe 1 in der Gruppe 4

Gruppe 4
Gruppenendstand

1. Deuschland 3:0 Siege, 2. Frankreich 2:1, 3. Rumänien 1:2, 4. Brasilien 0:3
1. Gruppenspieltag am 30. November
Deutschland – Rumänien 8:5
2. Gruppenspieltag am 1. Dezember
Deutschland - Frankreich 8:4
3. Gruppenspieltag am 2. Dezember
Deutschland – Brasilien 8:2

Die Endstände der Gruppen 1-3
Gruppe 1
1. China, 2. Hongkong, 3. Ägypten, 4. Chile 
Gruppe 2
1. Japan, 2. Kroatien, 3. Australien, 4. Indien
Gruppe 3
1. Südkorea, 2. Schweden, 3. Taiwan, 4. USA

ITTF Mixed Team World Cup 2025

Das DTTB-Aufgebot in Chengdu

Damen: Sabine Winter (TSV Dachau), Annett Kaufmann (SV DJK Kolbermoor), Nina Mittelham (ttc berlin eastside).
Herren: Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT)
Trainer: Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Zoltan Batorfi (Assistenz-Bundestrainer Damen)

Zum Spielsystem

  • Stufe 1

Die Gruppenphase wird mit 4 Gruppen á 4 Mannschaften ausgetragen. Alle Mannschaften einer Gruppe spielen gegeneinander.

  • Stufe 2

In Stufe 2 treten alle Gruppensieger und alle Gruppenzweiten der Stufe in einer einzigen Gruppe mit insgesamt acht Mannschaften gemeinsam an. Auch diesmal spielen alle Mannschaften gegeneinander, mit einer Ausnahme. Die Begegnungen zwischen den Gruppenersten und Gruppenzweiten der Stufe 1 werden in die Stufe 2 übernommen.

  • Stufe 3

Die Stufe drei wird im K.-o.-System mit Halbfinale und Finale ausgetragen. Im Halbfinale treffen der Erstplatzierte und der Viertplatzierte bzw. der Zweitplatzierte und der Drittplatzierte der Stufe zwei aufeinander. Der dritte Platz wird ausgespielt.

Zum Modus der Matches

  • Eine Mannschaft besteht aus 3 oder 4 Spielern pro Geschlecht.
  • Alle Spiele gehen über insgesamt drei Sätze, enden also entweder 3:0 oder 2:1.
  • Die Mannschaft, die zuerst acht Sätze gewonnen hat, ist Sieger des Spiels.
  • Die Anzahl der Spieler beider Teams auf dem Spielbogen muss übereinstimmen.
  • Jeder Spieler darf maximal 2 Spiele (1 Doppel und 1 Einzel) pro Mannschaftsspiel bestreiten.
  • Im dritten Satz eines jeden Spiels müssen die Spieler oder Paare die Seiten wechseln, wenn ein Spieler oder ein Paar fünf Punkte erzielt hat.

Die Spielreihenfolge eine Mannschaftspiels lautet wie folgt

  1. Mixed-Doppel
  2. Damen-Einzel
  3. Herren-Einzel
  4. Damen-Doppel*
  5. Herren-Doppel*

Nur falls nach dem Herren-Einzel noch keine Entscheidung gefallen ist, kommt es zu einem oder zwei weitere Doppel-Spielen. Die Reihenfolge der beiden letzten Spiele wird vor dem Spiel durch den Mannschaftsführer der schlechter in der Weltrangliste platzieren Mannschaft festgelegt.

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