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Am Ziel ihrer Träume: Mizutani/Ito (Foto: ITTF, Bild aus dem Viertelfinale)
Was zwei Sätze lang nach einer fast klaren Angelegenheit für China aussah, wurde am Ende doch noch zu einem großen Finale

Mizutani/Ito erfüllen der Gastgebernation den Traum vom Gold

SH 26.07.2021

Tokio. Was zwei Sätze lang nach einer fast klaren Angelegenheit für China aussah, wurde am Ende doch noch zu einem großen Finale. Mit 2:0 in Sätzen war das amtierende Weltmeister-Duo, Xu Xin und Liu Shiwen aus China, in dieses erste olympische Mixed-Finale der Tischtennis-Geschichte gestartet, doch dann kämpften sich Jun Mizutani und Mima Ito einmal mehr zurück. Einiges erinnerte an das Viertelfinale gegen Patrick Franziska und Petrissa Solja vor zwei Tagen, wo die beiden Japaner sogar noch mehr am Rand der Niederlage standen und insgesamt sieben Matchbälle abwehren konnten.

Sie zwangen den topgesetzten Xu/Liu zunehmend ihr eigenes Spiel auf, gewannen sagenhafte Rallyes  und Satz um Satz bis zur eigenen 3:2-Führung. Doch das Duo von Coach Ma Lin blieb dran, sicherte sich Durchgang sechs. Im Entscheidungssatz ließen sich die Japanern den Sieg dann nicht nehmen. Schnell gingen sie mit 7:0 in Führung, in einer Manier, dass man zwischenzeitlich Angst vor der Höchststrafe für die Weltmeister haben musste. Beim Stand von 10:6 verwandelten Jun Mizutani und Mima Ito ihren zweiten Matchball.

Siegerehrung: Duos hängen einander Medaillen um

Danach war nur noch Jubel auf Seiten der Gastgeber im Tokyo Metropolitan Gymnasium, wenn auch nur vor der kleinen Kulisse mit ausgesuchten Mitgliedern der japanischen Delegation. Jun Mizutani und Mima Ito holten nicht nur das neunte Gold für Japan bei diesen Sommerspielen, sondern auch das erste Gold im Tischtennis für ihr Land überhaupt - und das erste im gemischten Doppel im Tischtennis bei Olympia vergebene.

"Ich bin einfach so stolz. Wir wussten, dass die Chinesen sehr stark ist, und wir wussten, dass wir 150 Prozent geben müssen. Selbst dann waren wir nicht sicher, ob es reichen würde, sie zu besiegen", sagte Jun Mizutani gegenüber der ITTF. "Die Olympischen Spiele sind für mich etwas ganz Besonderes. Bei den letzten Olympischen Spielen in Rio habe ich gegen Xu Xin gewonnen, und heute habe ich ein zweites Wunder erlebt."

Ito: "Wollte nicht mental besiegt werden"

Und Mima Ito fügte hinzu: "Ich bin einfach so glücklich! Der 0:2-Rückstand war sehr hart, aber ich habe meine Einstellung geändert - ich wollte einfach nicht mental besiegt werden - und danach konnte ich besser nach meinem Stil spielen." Beim Stand von 0:2 habe sie sehr viel Druck gespürt, habe aber gewusst, dass ich ihn gemeinsam mit Mizutani überwinden könne. "Ich genieße die Olympischen Spiele so sehr, weil es dort so viele unvorhersehbare Dinge gibt. Das heutige Match gibt mir die Sicherheit, dass ich auch morgen wieder gut spielen werde", sagte Mima Ito.

Bronze sicherten sich die in Tokio an Position drei gesetzten Taiwanesen Lin Yun Ju/Cheng I Ching aus Taiwan, die sich gegen das einzige europäische Duo im Halbfinale, Emmanuel Lebesson/Yuan Jia Nan aus Frankreich, glatt mit 4:0 durchsetzten.

Eine schöne Geste bei der Siegerehrung: Weil es das Pandemie-Protokoll nicht zulässt, dass den Athletinnen und Athleten die Medaillen von den Olympia-Ehrengästen umgehängt werden, taten dies die jeweiligen Mixed-Partner für einander.

Mixed, Finale
Jun Mizutani/Mima Ito JPN - Xu Xin/Liu Shiwen CHN 4:3 (-5,-7,8,9,9,-6,6)

Spiel um Bronze
Lin Yun Ju/Cheng I Ching TPE – Emmanuel Lebesson/Yuan Jia Nan FRA 4:0 (8,7,8,5)

Halbfinale, 25. Juli
Xu Xin/Liu Shiwen CHN – Emmanuel Lebesson/Yuan Jia Nan FRA 4:0 (5,6,11,7)
Jun Mizutani/Mima Ito JPN – Lin Yun Ju/Cheng I Ching TPE 4:1 (9,-6,9,6,6)

Viertelfinale, 25. Juli
Lin Yun Ju/Cheng I Ching TPE – Lee Sangsu/Jeon Jihee KOR 4:2 (-7,4,-7,7,8,7)
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Jun Mizutani/Mima Ito JPN 3:4 (-8,5,3,-3,9,-8,-14)
Xu Xin/Liu Shiwen CHN – Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs ROU 4:0 (6,1,6,10)
Wong Chun Ting/Doo Hoi Kem HKG – Emmanuel Lebesson/Yuan Jia Nan FRA 3:4 (-3,6,7,-8,8,-7,-11)

Achtelfinale (1. Runde), 24. Juli
Xu Xin/Liu Shiwen CHN – Wang Zhen/Zhang Mo CAN 4:1 (-9,8,7,8,6)
Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs ROU – Lubomir Pistej/Barbora Balazova SVK 4:1 (8,8,-12,4,9)
Emmanuel Lebesson/Yuan Jia Nan FRA – Hu Heming/Melissa Tapper AUT 4:0 (5,9,1,0)
Wong Chun Ting/Doo Hoi Kem HKG – Adam Szudi/Szandra Pergel HUN 4:0 (6,5,3,9)
Lin Yun Ju/Cheng I Ching TPE – Kamal Achanta/Manika Batra IND 4:0 (8,6,5,4)
Lee Sangsu/Jeon Jihee KOR – Omar Assar/Dina Meshref EGY 4:1 (-9,3,5,7,8)
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Jorge Campos/Daniela Fonseca CUB 4:0 (5,7,8,7)

Jun Mizutani/Mima Ito JPN - Stefan Fegerl/Sofia Polcanova AUT 4:1 (5,-8,9,4,4)

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Das deutsche Aufgebot bei den Tischtenniswettbewerbe in Tokio

Herren-Team: Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ergänzungsspieler: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Team: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Han Ying (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Ergänzungsspielerin: Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Herren-Einzel: Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll
Damen-Einzel: Petrissa Solja, Han Ying
Gemischtes Doppel: Patrick Franziska/Petrissa Solja
Teilmannschaftsleiter: Richard Prause (Sportdirektor)
Trainer-Team: Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Lars Hielscher (Assistenztrainer)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Arzt: Dr. Antonius Kass (Düsseldorf)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf (Düsseldorf)
Öffentlichkeitsarbeit: Benedikt Probst (Frankfurt/Main)

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