Nils Hohmeier (Foto: Steinbrenner)
20-jähriger Doppel-Europameister gibt seine Erfahrungen als Aktiver im Ressort Jugendsport weiter

Nils Hohmeier: Nationalspieler und Funktionär

Marco Steinbrenner 15.02.2018

Frankfurt am Main. Es ist auf den Tag fast genau zwei Jahre her: Am 14. Februar 2016 bestreitet Nils Hohmeier im Trikot des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen seine altersbedingt letzten vier Spiele beim Top 12-Bundesranglistenfinale der Jungen. Gut zwei Jahre später kehrt der mittlerweile 20-Jährige zur zweitwichtigsten nationalen Veranstaltung zurück. Allerdings nicht als Aktiver oder Betreuer, sondern vielmehr als Funktionär. Der Profispieler gehört dem Ressort Jugendsport als Beauftragter für Jugendförderung an und zählt am kommenden Wochenende in Barleben zum Schiedsgericht.

Jürgen Ahlert: „Nils hat sich durch seine offene und sympathische Art schnell in das Gremium eingefügt. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

„Ich freue mich sehr, dass wir Nils für eine Mitarbeit gewinnen konnten“, sagt Jürgen Ahlert (Schleswig), Vizepräsident Jugendsport des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). „Für uns alle ist das eine echte Win-Win-Situation.“ Einerseits habe Hohmeier aufgrund seines Alters noch immer „die Hand am Puls der jungen Aktiven und kann somit unserem Gremium wertvolle Einschätzungen aus Sicht der Betroffenen geben“. Auf der anderen Seite lerne, so Ahlert, der Spieler des Drittliga-Tabellenführers TuS 92 Celle „die unterschiedlichen Probleme und Herausforderungen kennen, denen sich ein Ausschuss auf Bundesebene im Bemühen um eine gerechte und möglichst optimale Veranstaltungsdurchführung stellen muss und die den meisten Aktiven sonst größtenteils unbekannt sind.“ Jürgen Ahlert zeigt absolutes Verständnis dafür, dass Hohmeiers Hauptaugenmerk weiterhin seiner sportlichen Entwicklung gilt. „Darauf nehmen wir Rücksicht und akzeptieren, dass wir bei Terminkonflikten die eine oder andere Veranstaltung mehr übernehmen müssen.“ Bislang hat sich Nils Hohmeier durch seine, so der DTTB-Vizepräsident, „offene und sympathische Art schnell in das Gremium eingefügt. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Nils Hohmeier: „Habe mich schon sehr gewundert, als ich angesprochen wurde“

Im Interview mit tischtennis.de erklärt Nils Hohmeier, wie der erste Kontakt zu Stande gekommen ist und welche Aufgaben zu bewältigen sind.

Wie wird ein U23-Nationalspieler Mitglied im Ressort Jugendsport?

Nils Hohmeier: „Jugendsekretärin Carina Beck suchte jemanden, der die Aufgaben als Beauftragter für Jugendförderung übernehmen könnte. Ich habe mich schon sehr gewundert, als ich angesprochen wurde. Carina erklärte mir, dass sie gerne einen Spieler im Ressort haben möchte und fragte mich deshalb, ob der Job mit meiner Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft und dem Profisport vereinbar wäre.“

Welche Aspekte haben den Ausschlag gegeben, die Bereitschaft zur Mitarbeit zu erklären?

Hohmeier: „Das war keine einfache Entscheidung, weil ich als Profi extrem viele Termine habe. Das habe ich zunächst mit Carina Beck besprochen. Sie hat mir nach Rücksprache mit dem Ressort versichert, dass ich von allen Mitgliedern deutlich entlastet werden würde, falls ich mich dafür entscheide. Danach habe ich mit meinem Bundestrainer Helmut Hampl und mit Bundesstützpunkttrainer Lars Hielscher gesprochen. Als beide grünes Licht gaben, stand dem eigentlich nichts mehr im Weg. Ich habe dem DTTB als Spieler viel zu verdanken und jeden möglichen Bundeskader durchlaufen. Es wird sicherlich interessant sein, mal eine andere Perspektive kennenzulernen.“

Welche Tätigkeiten stehen in der Stellenbeschreibung?

Hohmeier: „Um alle Aufgaben kennengelernt zu haben, bin ich noch nicht lange genug dabei. Primär bin ich für den Future Cup und den Talent Cup, also für die ganz Kleinen zuständig. Ansonsten fallen die üblichen Aufgaben an, die alle Mitglieder zu erledigen haben. Vergabe von Verfügungsplätzen für nationale Veranstaltungen, Abstimmungen für den Bundestag und und und...“

Wie groß ist der zeitliche Umfang dieses Ehrenamtes?

Hohemeier: Da ich als Spieler nahezu jedes Wochenende einen Wettkampf habe, ist es natürlich sehr gut, dass die übrigen Ressortmitglieder zugestimmt haben, mich deutlich zu entlasten. Der Großteil läuft über E-Mails und Telefonkonferenzen ab. Abgesehen davon, werde ich nun am Wochenende beim Top 12-Bundesranglistenfinale, vier Wochen danach bei den Deutschen Schülermeisterschaften und später noch beim Talent Cup anwesend sein. Hinzu kommt pro Halbjahr eine Ressortsitzung.“

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