Udo Greser - schiedsen auf großer Bühne. (Foto: Schiefer)

NDM 2017: Schiedsen auf der großen Bühne

Klaus Rettner/BP 09.03.2017

Bamberg. Zum dritten Mal nach 2011 und 2013 war der oberfränkische Verbandsschiedsrichter Udo Greser 2017 bei den Nationalen Deutschen Meisterschaften in Bamberg im Einsatz. Er stammt aus Reichenbach in Oberfranken und spielt selbst Tischtennis seit seinem 13. Lebensjahr. Heute ist er in der Oberfrankenliga beim TSV Windheim aktiv.

Zum Schiedsen sei er duch Zufall gekommen, erzählt Greser am Rande der 85. Deutschen Meisterschaften in Bamberg. „Zu den Zeiten als ich anfing, musste noch jeder Verein ab Bezirksliganiveau einen Schiedsrichter stellen." Als sein Vorgänger 1998 beim TTC Küps aufhörte, musste er ran. Zunächst besuchte er einen Lehrgang, es folgten erste Einsätze in mittleren Spielklassen, und schließlich im Jahr 2004 mit den Landesmeisterschaften das erste größere Turnier. Während der Bayerischen Meisterschaften in Regenstauf 2011 absolvierte er die Verbandsschiedsrichterprüfung. „Ich wusste nicht, bei welchem Spiel ich beobachtet und geprüft wurde uind auch nicht von wem", erzählt Greser lachend. „Dementsprechend groß war meine Konzentration". Er bestand und durfte gewissermaßen als Belohnung direkt bei den Deutschen Meisterschaften 2011 in Bamberg an das Zählgerät. Eine ziemlich neue Erfahrung zwischen den Stars und tausenden an Zuschauern: „Besonders reizt mich an den großen Turnieren, dass man die Topspieler aus nächster Nähe erlebt und auch ihre Schlagtechniken beobachten kann." Das "Schiedsen" bleibe aber natürlich die Hauptsache.

Große Events als Belohnung

Nicht nur während des Spiels, sondern bei der Vorbereitung der Wettkämpfe: Licht, Temperatur, Schläger, Netz zu überprüfen gehören auch zu den Aufgaben eines Scheidsrichter. „All das trägt zu einem sportlich fairen Wettkampf bei", so Greser. „Davon profitieren die Spieler und auch die Zuschauer, die professionelles Tischtennis zu sehen bekommen." Und im Wettkampf ist dann konzentriertes, unauffälliges Arbeiten gefragt. Sind die Aufschläge regelgerecht? Netzaufschlag oder nicht? War der Ball noch an der Kante? „Dabei fühle ich mich aber nicht als König des Spiels, ich gebe als Schiedsrichter der sportlichen Leistung der Spieler nur den notwendigen Rahmen", sagt Greser bescheiden. Manche Spieler würden jedoch versuchen, den Schiedsrichter zu testen, indem sie die Regeln bewusst überschreiten, z.B. beim Aufschlag. Dann, so der Verbandsschiedsrichter, müsse man auch einmal eine harte Entscheidung treffen und den Spieler verwarnen oder ihm gar einen Punkt abziehen.

Die Belohnung für seine Arbeit erhalte er, so Greser, durch das Miterleben großer Wettkämpfe von Amateuren und Profis, von jungen und weniger jungen Spielern. "Mein schönstes Erlebnis war die Senioren-EM in Bremen 2013. Zu sehen, wie über 70-Jährige aus Liebe zum Tischtennis ganz fair sportliche Höchstleistungen bringen, war toll." Da war ich als Schiedsrichter fast überflüssig und mehr begeisterter Zuschauer.

 

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