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Sieger und Besiegter: Franziska (l.) und Meissner (Foto: Steinbrenner)
Topgesetzter Franziska unterliegt Meissner, Duda und Qiu mit Mühe, Pranjkovic lässt bei Damen aufhorchen

NDM: Tageszusammenfassung von Samstag

SH 01.03.2020

Chemnitz. Er war der Topfavorit auf den Deutschen-Meister-Titel, und es wäre sein erster gewesen. Doch der 19-jährige Zweitliga-Akteur Cedric Meissner vom FSV Mainz 05 beendete im Achtelfinale die Ambitionen des zweifachen European-Games-Champions Patrick Franziska (Saarbrücken) in der Richard-Hartmann-Halle von Chemnitz. Meissner, der Deutsche Jugend-Meister von 2018, strahlte: „Dieser Sieg fühlt sich super an. Ich konnte es gar nicht glauben, als der Ball noch von der Netzkante auf seine Seite getropft ist.“

Nervös sei er im Spiel nie gewesen, beschreibt Meissner, der dem U23-Kader des Deutschen Tischtennis-Bundes angehört und im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf trainiert. „Er ist der bessere Spieler. Vorher hätte ich gesagt, dass er von zehn Spielen zehn gewinnt.“ Schon zu Beginn hatte der Youngster den acht Jahr älteren Franziska überrascht, dem viele World-Tour-, Bundesliga- und Champions-League-Einsätze in den vergangenen Wochen Kraft und Spielwitz gekostet hatten, und ging mit 3:1 Sätzen in Führung. Der dreifache WM-Medaillengewinner kämpfte sich zum Satzausgleich heran, musste sich Meissner am Ende jedoch auch mit etwas Pech geschlagen geben.

Mengel stoppt Meissner eine Runde später / Mixed-Finale am Sonntag mit topgesetztem Duo

Eine Runde später war dann Schluss für Cedric Meissner. Der Titelträger von 2013, Steffen Mengel (Mühlhausen), stoppte die Turnierüberraschung und steht im Halbfinale am Sonntag Düsseldorfs Ricardo Walther gegenüber. In der unteren Hälfte des Tableaus treffen die Doppelpartner und guten Freunde Benedikt Duda (Bergneustadt) und Dang Qiu (Grünwettersbach) aufeinander, die sich jeweils in sieben Sätzen bis zu ihrem Duell durchkämpften – Duda nach einem 0:3-Satzrückstand gegen Publikumsliebling und Regionalmatador Alexander Flemming, dem Leipziger in Diensten des bayerischen Zweitligisten Hilpoltstein, Qiu nach einem 1:3 gegen Kilian Ort (Bad Königshofen). „Die Deutschen Meisterschaften sind sehr anstrengend und sehr zäh. Der Anspruch jedes einzelnen Spiels ist schon sehr hoch“, kommentierte Qiu. Er und Ort kennen sich seit der Jugend, haben unzählige Partien gegeneinander bestritten. „Kilian spielt immer sehr gut gegen mich“, wusste er. So war’s auch heute, als sich der Portugal-Open-Gewinner dem hohen Rückstand gegenübersah. „Ich bin sehr glücklich, dass ich den noch drehen konnte.“

Alexander Flemming bleibt den Zuschauern am Finaltag noch erhalten und steht, dann an der Seite von Erik Bottroff (Dortmund), im Doppel-Halbfinale erneut Benedikt Duda gegenüber, der zusammen mit Dang Qiu wieder der Topfavorit ist. Der Gewinner trifft im Endspiel auf den Sieger von Tobias Hippler/Gianluca Walther (Celle/Köln) gegen Kilian Ort/Ricardo Walther. Im Herren- wie im Damen-Doppel sind vier der obersten fünf Duos der Setzliste ins Halbfinale eingezogen. Bei den Damen spielen Nina Mittelham/Sabine Winter (Berlin/Schwabhausen) gegen Franziska Schreiner/Yuki Tsutsui (Hofstetten/Bad Driburg) und Jessica Göbel/Tanja Krämer (Busenbach) gegen Nadine Bollmeier/Kristin Lang (Bad Driburg/Kolbermoor) die Farben der Medaillen aus.

Bislang ohne Satzverlust sind Mittelham/Winter, die perfekt eingespielten Tanja Krämer/Jessica Göbel sowie die Grand-Finals-Viertelfinalisten Duda/Qiu. Im Finale des gemischten Doppels stehen sich als Topgesetzte der Dortmunder Erik Bottroff an der Seite von Nadine Bollmeier und die hessische Kombination Nils Hohmeier/Janina Kämmerer (Bad Homburg/Langstadt) gegenüber. Bronze teilen sich Tobias Hippler/Franziska Schreiner (Celle/Hofstetten) sowie überraschend Frederik Spreckelsen/Vivien Scholz (Schwarzenbek/Weil).

Erste nationale Medaille für Mantz / Winter und Mittelham angeschlagen, aber erfolgreich

Im Damen-Einzel hat die 23-jährige Jung-Nationalspielerin Chantal Mantz (Bingen/Münster-Sarmsheim) ihre erste Einzelmedaille beim nationalen Top-Turnier durch einen Sieben-Satz-Erfolg im Viertelfinale über die 2008er-Meisterin Tanja Krämer sicher. „Ich habe zwar etwas zu passiv gespielt, bin aber insgesamt zufrieden mit dem Spiel“, kommentierte Mantz, die mit 2:0 in Sätzen in Führung gegangen war. Vor dem Halbfinale gegen die dreifache Einzel-Meisterin Kristin Lang am Sonntagvormittag macht sich die U21-Europameisterin von 2017 keinen Druck. „Im letzten Liga-Spiel zwischen uns war es schon etwas enger. Ich will ein schönes Spiel machen und würde mich freuen, wenn ich gewinne. Zufrieden mit diesem Turnier bin ich jetzt schon.“

Eine noch etwas heisere Sabine Winter blieb von ihrer Erkältung auch im Einzel unbeeindruckt und besiegte als bislang größten Prüfstein im Turnierverlauf Nadine Bollmeier mit 4:1. Richtung Publikum entschuldigte sich die dreifache Halbfinalistin des Vorjahres fast. „Ich kenne Nadine sehr gut. So war es leider ein sehr taktisch geprägtes und dadurch kein sehr schönes Spiel“, erklärte Winter. Im Halbfinale am Sonntag gegen die topgesetzte Nina Mittelham sieht sie eine klare Rollenverteilung. „Im Halbfinale ist Nina die Favoritin aufgrund der Leistung, die sie in den vergangenen Wochen gezeigt hat.“ Mittelham wiederum laboriert an einer leichten Handgelenksverletzung, die sie in dieser Woche zu zwei Tagen Trainingspause gezwungen hatte.

Aufhorchen ließ Bayerns 15-jährige Jugend-Nationalspielerin Naomi Pranjkovic, die Ex-Nationalspielerin Jessica Göbel, die NDM-Finalistin von 2006, in Runde zwei stoppen konnte. Im Viertelfinale gegen ihre Kolbermoorer Vereinskollegin Kristin Lang war der Youngster allerdings weitgehend chancenlos.

Herren-Einzel, Viertelfinale
Steffen Mengel - Cedric Meissner 4:1 (2,9,11,-9,7)
Ricardo Walther - Julian Mohr 4:0 (12,4,2,10)
Dang Qiu - Kilian Ort 4:3 (-15,12,-8,-7,11,7,6)
Benedikt Duda - Alexander Flemming 4:3 (-8,-9,-7,7,9,2,6)

Halbfinale, Sonntag um 10:40 Uhr
Steffen Mengel - Ricardo Walther
Benedikt Duda - Dang Qiu

Damen-Einzel, Viertelfinale
Nina Mittelham - Yuki Tsutsui 4:1 (9,7,8,-6,6)
Sabine Winter - Nadine Bollmeier (13,-6,7,7,5)
Chantal Mantz - Tanja Krämer 4:3 (9,6,-7,-7,7,-8,11)
Kristin Lang - Naomi Pranjkovic 4:0 (4,8,1,9)

Halbfinale, Sonntag um 11:20 Uhr
Nina Mittelham - Sabine Winter
Chantal Mantz - Kristin Lang

Gemischtes Doppel, Halbfinale
Erik Bottroff/Nadine Bollmeier – Tobias Hippler/Franziska Schreiner 3:1 (-7,9,9,7)
Nils Hohmeier/Janina Kämmerer – Frederik Spreckelsen/Vivien Scholz 3:2 (-9,-8,7,6,6)

Finale, Sonntag um 13:30 Uhr
Erik Bottroff/Nadine Bollmeier – Nils Hohmeier/Janina Kämmerer

Herren-Doppel, Viertelfinale
Benedikt Duda/Dang Qiu – Fanbo Meng/Jannik Xu 3:0 (7,8,6)
Erik Bottroff/Alexander Flemming – Nils Hohmeier/Julian Mohr 3:1 (6,-7,6,15)
Tobias Hippler/Gianluca Walther – Gerrit Engemann/Hermann Mühlbach 3:2 (4,-3,-8,9,9)
Kilian Ort/Ricardo Walther – Dennis Klein/Cedric Meissner 3:1 (-8,7,6,9)

Halbfinale, Sonntag um 12:05 Uhr
Benedikt Duda/Dang Qiu – Erik Bottroff/Alexander Flemming
Tobias Hippler/Gianluca Walther – Kilian Ort/Ricardo Walther

Damen-Doppel, Viertelfinale
Nina Mittelham/Sabine Winter – Kathrin Mühlbach/Vivien Scholz 3:0 (7,7,3)
Franziska Schreiner/Yuki Tsutsui – Katharina Michajlova/Alena Lemmer 3:2 (6,6,-6,-12,4)
Jessica Göbel/Tanja Krämer – Leonie Berger/Chantal Mantz 3:0 (9,3,7)
Nadine Bollmeier/Kristin Lang – Janina Kämmerer/Sophia Klee 3:1 (1-0,11,6,2)

Halbfinale, Sonntag um 10 Uhr
Nina Mittelham/Sabine Winter – Franziska Schreiner/Yuki Tsutsui
Jessica Göbel/Tanja Krämer – Nadine Bollmeier/Kristin Lang

Die Endspiele finden ab 13:30 Uhr hintereinander statt. Die Reihenfolge:

  • Mixed (3 Gewinnsätze)
  • Damen-Doppel (3)
  • Herren-Einzel (4)
  • Damen-Einzel (4)
  • Herren-Doppel (3)

 

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