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Zwei wichtige Punkte steuerte die gerade 16 gewordene Koharu Itagaki zum Auswärtserfolg ihres Teams bei. Einen im Doppel an der Seite von Seoyoung Byun sowie im Einzel den Sieg über Ievgeniia Sozoniuk, nach dem es anfänglich gar nicht ausgesehen hatte (Bild: Dr. Stephan Roscher).
ESV Weil - TSV Dachau 65 3:6

Nerven wie Drahtseile: Dachau schnappt sich alle fünften Sätze und siegt in Weil

Dr. Stephan Roscher 01.02.2026

Weil am Rhein. 19:18 Sätze für den ESV Weil, Endergebnis 3:6! Ein äußerst nervenstarker TSV Dachau, der alle fünf Fünsatz-Matches gewann - nach dem Zwischenstand von 3:2 für Weil sogar vier in Folge - sicherte sich am Samstagnachmittag im Dreiländereck auch ohne Sabine Winter zwei weitere Punkte. Dem Tabellenzweiten glückte damit bereits der sechste Saisonsieg. Man kommt der Qualifikation für die Play-offs immer näher. Schlusslicht Weil hat dagegen die Riesenchance auf den zweiten Saisonsieg, der ohne Weiteres möglich gewesen wäre, regelrecht verpulvert. Neben einer ordentlichen Prise Pech war dies auch fehlender Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenenden Momenten geschuldet.

 

ESV Weil – TSV Dachau 65 3:6

Die Gastgeber hatten aufgrund des 6:2-Sieges in Bingen „Blut geleckt“ und wollten gerade vor heimischer Kulisse direkt nachlegen. Man rechnete sich Chancen auf den ersten Heimsieg aus, zumal man erneut in starker Besetzung mit Anna Hursey, Ievgeniia Sozoniuk, Lea Lachenmayer und Kornelija Riliskyte antreten konnte, während Dachau Sabine Winter mit Blick auf das Europe Top 16 nächste Woche schonte. Die Gäste waren mit Seoyoung Byun, Koharu Itagaki, Dora Cosic und der 17-jährigen Nachwuchsspielerin Johanna Fischer angereist.

Es begann, wie in vielen Bundesligapartien, mit einem 1:1 in den Doppeln. Ievgeniia Sozoniuk und Lea Lachenmayer behaupteten sich locker gegen Dachaus „Notdoppel“ Dora Cosic/Johanna Fischer, während am anderen Tisch das Bayern-Duo Seoyoung Byun/Koharu Itagaki die Weilerinnen Anna Hursey und Kornelija Riliskyte humorlos mit 3:0 abfertigte.

Im ersten Einzel-Durchgang waren die Gastgeberinnen noch gut auf Kurs. Anna Hursey schlug Koharu Itagaki mit 3:0 und Lea Lachenmayer erwartungsgemäß Johanna Fischer ziemlich locker. Dem standen Niederlagen von Ievgeniia Sozoniuk gegen Seoyoung Byun – das erste 2:3, im fünften Satz hatte Weils Ukrainerin sogar noch mit 7:5 geführt – und Kornelija Riliskyte gegen Dora Cosic gegenüber. Letzteres das zweite 2:3 der Weilerinnen, hier hieß es am Ende des Entscheidungssatzes 9:11.

Der zweite Durchgang verlief aus Sicht des ESV dann richtig tragisch, es gab nur noch 2:3-Niederlagen, sodass Riliskytes 3:0 gegen Dachaus junge Ersatzspielerin Fischer nicht mehr in die Wertung kam. Im Einzelnen waren es folgende Matches ohne Happyend für die Südbadenerinnen: Anna Hursey zog im Spitzeneinzel gegen Seoyoung Byun – Einzelbilanz der Südkoreanerin nun 15:1 – trotz einer 2:0-Satzführung den Kürzeren. Besonders bemerkenswert der Entscheidungsdurchgang: Byun führte 8:2, dann kämpfte sich Hursey mit Urgewalten heran und verbuchte sieben Punkte in Serie zur 9:8-Führung. Davon ließ sich Dachaus Defensiv-Ass indes nicht aus dem Konzept bringen und schnappte sich ganz cool die nächsten drei Bälle. Auch Ievgeniia Sozoniuk legte 2:0 Sätze gegen die am Dienstag 16 gewordene Koharu Itagaki vor, musste dann jedoch mit ansehen, wie ihre Gegnerin in überzeugender Manier das Match drehte. Ja und dann hatten wir noch das Duell Lea Lachenmayer vs. Dora Cosic. Hier führte die Weilerin „nur“ mit 2:1 Sätzen, doch Dachaus Kroatin (Einzelbilanz nun 8:2) hatte das bessere Ende auf ihrer Seite.

„Das war eine sehr unglückliche Niederlage“, stellte Weils Abteilungsleiterin Doris Spiess nach der hart umkämpften Partie fest. „Wir hatten uns da schon etwas mehr erhofft, als bekannt war, dass Sabine Winter nicht dabei ist. Und wenn man die Spiele anschaut, wäre zumindest ein Unentschieden, wenn nicht sogar mehr möglich gewesen. Aber wenn man von fünf Fünfsatzspielen kein einziges nach Hause bringt, dann kann das nichts werden.“ Spiess fährt fort: „Wir haben es leider nicht geschafft, die Moral und den Kampfgeist von letzter Woche bis zum Ende an die Platte zu bringen. Wobei es natürlich auch an unseren Gegnern von Dachau lag, die sich zu keiner Zeit geschlagen gaben. Es waren tolle Matches, leider ohne zählbares Ergebnis für uns. Jetzt fokussieren wir uns auf das morgige Spiel gegen Kolbermoor und hoffen auf etwas mehr Glück.“

Die Bayern begaben sich direkt nach dem trotz der Ausgangslage – Dachau Tabellenzweiter, Weil Schlusslicht – auch von ihnen nicht unbedingt erwarteten Auswärtserfolg wieder auf die Heimreise. Schließlich wollen sie am Sonntag im Heimspiel gegen Bingen wieder einigermaßen frisch und ausgeruht an die Tische gehen.

"Es war schon am Freitag zu merken, dieses Team hat Spirit, gute Stimmung und super Zusammenhalt", so TSV-Cheftrainer Alexander Yahmed. "Was dann aber am Samstag passierte, war unglaublich. Wir haben gewonnen, obwohl wir eigentlich unterlegen waren. Wir haben fünf der sechs Punkte im fünften Satz gewonnen und davon zweimal mit 0:2-Satzrückstand und zweimal mit 1:2-Rückstand. Das konnte nur gehen weil alle sich gegenseitig unterstützt haben und jede am Tisch bis ans Limit gegangen ist. Wir haben 6:3 gewonnen obwohl wir insgesamt einen Satz schlechter waren, das habe ich noch nie erlebt. Ich denke, das Ergebnis ist etwas unfair gegenüber der Leistung von Weil, wir hätten auch verlieren können."

Am Sonntag spielen: TSV Dachau 65 – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim; ESV Weil – SV DJK Kolbermoor (beide 14 Uhr).

 

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