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"Loving the venue here", schreibt Dima Ovtcharov in seinem Insta-Post (Foto: Instagram-Account Ovtcharov)
"Ich freue mich mehr, dass ich überhaupt in diesem engen Kreis war", sagt Dima Ovtcharov nach der Verkündung des Wahlergebnisses

Nicht Fahnenträger, trotzdem happy

SH 22.07.2021

Tokio. Nicht Dimitrij Ovtcharov, sondern Wasserspringer Patrick Hausding ist der Mann, der an der Seite von Beachvolleyballerin Laura Ludwig am Freitag bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio die deutsche Fahne ins Olympiastadion tragen wird. Die beiden bekamen addiert die meisten Prozentpunkte bei der Abstimmung durch die Athletinnen und Athleten des Olympia-Teams Deutschland und der Öffentlichkeit. Die übrigen Kandidaten waren nach der Absage von Tennisspielerin Angelique Kerber bei den Frauen Turnerin Elisabeth Seitz, Ruderin Annekatrin Thiele und Dressurreiterin Isabell Werth. Bei den Männern hatten neben Ovtcharov und Hausding Hockeyspieler Tobias Hauke, Ruderer Richard Schmidt und Turner Andreas Toba zur Wahl gestanden.

Das Wahlergebnis nahm der vierfache Olympia-Medaillengewinner Ovtcharov gelassen auf. „Ich bin nicht traurig darüber, dass es nicht geklappt hat“, sagt er im Interview. „Ich war schon extrem happy, überhaupt auf dieser Shortlist der fünf männlichen Athleten zu sein. Schon das war eine große Ehre.“

Wie hast du die Nachricht aufgenommen, dass du nicht der Fahnenträger geworden bist?
Dimitrij Ovtcharov:
Ich war schon extrem happy, überhaupt auf dieser Shortlist der fünf männlichen Athleten zu sein. Schon das war eine große Ehre. Es ist schon etwas ganze Besonderes für mich. Fahnenträger zu sein, ist das Größte, was einem Sportler widerfahren kann – sein Land bei den Olympischen Spielen ins Stadion zu führen. Ich bin nicht traurig darüber, dass es nicht geklappt hat. Es waren so starke Athleten; es hätten alle verdient gehabt. Ich freue mich mehr, dass ich überhaupt in diesem engen Kreis war und probiere gute Leistungen zu bringen. Vielleicht habe ich ja nochmals so eine Chance. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Zum Tischtennis: Wie bewertest du die Spielbedingungen im Tokyo Metropolitan Gymnasium?
Ovtcharov:
Die Spielbedingungen sind sehr gut. Sie erinnern mich an Peking und London, wo wir sowohl in der Trainingshalle als auch in der Haupthalle die gleichen Showcourttische hatten, sodass die Bedingungen in der Trainingshalle und der Haupthalle gleich waren und wir uns sehr gut auf unsere Spiele vorbereiten können. Es sieht alles tipptopp aus, ist top organisiert, und ich fühle mich hier sehr wohl. Ich kenne sogar noch Wege vom World Team Cup 2019. Hier stimmt alles.

Du hast beim Training in der Woche vor der Anreise kürzergetreten. Wie ist dir das bekommen?
Ovtcharov:
Ich habe nach unserem Härtetest, dem kleinen Turnier in Düsseldorf, zwei Tage frei gemacht und die letzten sechs Tage vor Abflug dann mein Training reduziert, weil ich vorher ans Limit gegangen war. Seitdem fühle ich mich viel frischer, körperlich und geistig. Dadurch bin ich schneller und genauer und habe das Gefühl, dass mir das wirklich gutgetan hat und mein Spiel seit der kleinen Pause besser ist. Ich fühle mich wirklich gut, bin bereit und sehr motiviert.

Wie weit hast du dir die Auslosung mit der Mannschaft angesehen?
Ovtcharov:
Wenn man sich die Setzliste anschaut, haben wir in der Mannschaft die schwersten Gegner gezogen: zum Beispiel von neun bis 16, die an Position neun Gesetzten, dann voraussichtlich Taiwan und danach bei den Nummern drei und vier der Setzliste den Drittgesetzten, Japan. Das sind alles schwere Spiele. Trotzdem sind das Mannschaften, die hinter uns gesetzt sind.
Wir sollten aber nicht zu weit nach vorne gucken und uns erst einmal auf das Spiel gegen die Portugiesen konzentrieren. Das machen wir auch nach Abschluss der Mixed- und Einzelwettbewerbe. Ich glaube an unsere Teamstärke, an unsere Ausgeglichenheit des Teams sowohl der Einzel- als auch der Doppelspieler. Ich glaube fest an unser Team.

Wie bewertest du deine Auslosung im Einzelwettbewerb?
Ovtcharov: Im Einzel hätte es vielleicht von der Weltrangliste oder den Namen her anders als in der Mannschaft auch schwerere Brocken für mich geben können. Aber das sind die Olympischen Spiele: Hier haben schon top- oder hoch gesetzte Spieler gegen Leute verloren, mit denen man vorher gar nicht gerechnet hatte. Der Auslosung messe ich keine große Bedeutung bei. Ich werde in der ersten Runde gegen Kanak Jha oder Kirill Skachkov spielen. Gegen Kanak habe ich international noch nie gespielt, Skachkov in der russischen Liga vor kurzem sehr knapp geschlagen. Ich bin sicherlich der bessere Spieler und meine Form ist da. Trotzdem: Ich werde den Gewinner der Partie genau analysieren, mich nur auf dieses Spiel konzentrieren und Punkt für Punkt heiß an das Match herangehen. So mache ich das Runde für Runde und hoffe, dass in beiden Wettbewerben, mit der Mannschaft und im Einzel, der Weg weit nach vorne führen wird.

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Das deutsche Aufgebot bei den Tischtenniswettbewerbe in Tokio

Herren-Team: Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ergänzungsspieler: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Team: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Han Ying (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Ergänzungsspielerin: Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Herren-Einzel: Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll
Damen-Einzel: Petrissa Solja, Han Ying
Gemischtes Doppel: Patrick Franziska/Petrissa Solja
Teilmannschaftsleiter: Richard Prause (Sportdirektor)
Trainer-Team: Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Lars Hielscher (Assistenztrainer)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Arzt: Dr. Antonius Kass (Düsseldorf)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf (Düsseldorf)
Öffentlichkeitsarbeit: Benedikt Probst (Frankfurt/Main)

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