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Niederlage für Stellwag: Aus für deutschen Hoffnungsträger bei den 50-Jährigen

18.05.2006

Bremen. Vor acht Jahren gab Peter Stellwag in Manchester sein WM-Debüt bei den Senioren. Da stand der wackere Schwabe bei den Vierzigjährigen gleich zweimal im Endspiel. Im Einzel musste sich der vierfache deutsche Meister seinem damals für Deutschland startenden Doppelpartner, dem gebürtigen Chinesen Li Yuxiang, beugen und sich mit der Silbermedaille zufrieden geben. Gemeinsam standen die beiden Einzelfinalisten dann aber im Doppelwettbewerb auf dem höchsten Siegerpodest.

 

Nun ist der 1956 in Stuttgart-Cannstatt geborene ehemalige Nationalspieler eine Altersstufe höher gerückt und gehört in der 50er-Klasse sicherlich  zu den heißen Medaillenanwärtern. Die Vorrunde hat der glänzende Techniker im Schnelldurchgang absolviert und auch die ersten Hauptrundenbegegnungen locker gemeistert. Doch warteten noch einige harte Brocken auf ihn. Das Aus ereilte ihn jedoch bereits in der Runde der letzten 32. Dort musste er am Ende des fünften Durchgangs nach einem bis dahin sehenswerten Duell mit dem Italiener Roberto Giontello und vielen typisch langen Stellwag-Ballwechseln wegen einer Fußverletzung aufgeben.

 

Große Konkurrenz auf dem Weg zur Medaille

 

Die übrigen Favoriten sind noch im Rennen: So der an Position eins gesetzte Titelverteidiger Sergey Leshev aus Russland, der das Ranking mit acht Goldmedaillen anführende Chinese Liang Geliang, der die meisten Medaillen für Deutschland erkämpfte und jetzt wieder für sein Heimatland auf Medaillenjagd geht. Der Ungar Janos Takacs zählt ebenso dazu wie auch Stellwags Doppelpartner von Manchester Li Yuxiang, der in Bremen für die USA antritt.

 

121 Mal trug der heute gemeinsam mit seiner Ehefrau in Böblingen praktizierende Zahnarzt Stellwag das deutsche Nationaltrikot. An fünf Weltmeisterschaften und sieben Europameisterschaften nahm der zweifache Vize-Europameister zwischen 1974 und 1986 teil und beherrschte fünf Jahre lang Zeit die deutsche Tischtennisszene.

 

Beim GV Sommerrain begann Stellwags große TT-Karriere. Drei Mal in Folge hieß so der deutsche Jugendmeister. Kein Wunder, dass der Exbundesligaklub SSV Reutlingen auf das riesige Talent aufmerksam wurde und das 16-jährige Juwel unter seine Obhut nahm. Reutlingen spielte zu der Zeit in der zweiten Bundesliga. Mit Stellwag gelang schon ein Jahr später der Aufstieg in die deutsche Eliteklasse. Sechs Jahre lang bildete der Böblinger hier mit dem Schweden Mikael Appelgren ein Doppel. ?Wir waren in den sechs Jahren ein fast unschlagbares Duo. Nur Desmond Douglas und Hanno Deutz aus Düsseldorf konnten uns da Paroli bieten?, denkt unser deutscher Hoffnungsträger an diese Zeit zurück. Seit 1992 hat der Württemberger beim TTC Frickhausen in der zweiten Mannschaft seine sportliche Heimat gefunden.

 

Dieter Wüste
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