Ohne Niederlage führt der 1. FC Köln die Tabelle an (Foto: Shdan)
Absteiger auf dem Weg zurück in die 2. Bundesliga / Neulinge kämpfen um den Klassenerhalt

Nord: 1. FC Köln ungeschlagen vorne

Marco Steinbrenner 26.12.2018

Frankfurt am Main. Sind in der 3. Herren-Bundesliga Nord die Entscheidungen im Kampf um den Meistertitel und den Abstieg bereits nach der Hinrunde gefallen? Der 1. FC Köln führt die Liga mit einem Vorsprung von drei Punkten ungeschlagen an. Ohne einen Zähler nimmt der TTS Borsum den letzten Platz ein. Vier Zähler beträgt schon jetzt der Rückstand zum rettenden achten Rang.

Absteiger 1. FC Köln gibt nur in der Hauptstadt einen Zähler ab

Sieben Siege und ein 5:5-Unentschieden bei Hertha BSC Berlin sind das bisherige Ergebnis des 1. FC Köln. Die Geißböcke befinden sich damit nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga auf dem besten Weg, in das Bundesliga-Unterhaus zurückzukehren. Nach acht Spieltagen beträgt der Vorsprung auf den TTC 1957 Lampertheim, der im direkten Duell auswärts mit 6:4 besiegt wurde, drei Zähler. In Lampertheim gaben Lennart Wehking und Robin Malessa im hinteren Paarkreuz keinen Punkt ab. „Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf voll und ganz zufrieden“, sagt FC-Kapitän Gianluca Walther. „Unserem zu Saisonbeginn formulierten Ziel, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen, sind wir damit einen großen Schritt näher gekommen.“ Den einzigen Verlustpunkt in der Bundeshauptstadt bezeichnet Walther „keinesfalls als einen Schönheitsfehler. Wir sind nach einem 0:4-Rückstand nochmal in das Spiel zurückgekommen und haben uns das Remis erkämpft. Auch das war eine tolle Leistung.“ Der Aufstieg in die 2. Bundesliga bleibt auch weiterhin das erklärte Ziel. Dafür seien Erfolge im Januar (drei Begegnungen in acht Tagen) und Februar in den direkten Duellen gegen den TTC 1957 Lampertheim und Union Velbert „sehr wichtig“.

Uwe van gen Hassend schaut zur Saison-Halbzeit immer noch ein wenig ungläubig auf die Tabelle. „Mit so einer Bilanz hatten wir niemals gerechnet“, sagt der Vorsitzende des TTC 1957 Lampertheim. Sechs Siegen, gegen den TSV Schwarzenbek, SV Siek und TTS Borsum wurde sogar mit 6:0 gewonnen, stehen nur zwei Niederlagen gegen den 1. FC Köln und Union Velbert (1:6) zu Buche. Als „das beste Spiel der Vereinsgeschichte“ bezeichnet van gen Hassend den 6:4-Auswärtssieg gegen Hertha BSC Berlin. Sämtliche Spieler haben, so der Vereins-Boss, „starke Vorstellungen gezeigt und zudem für eine gute Doppel-Bilanz gesorgt“. In der Rückrunde sollen die Leistungen aus der Hinserie bestätigt werden. „Ferner wollen wir gegen die Top-Clubs aus Köln, Velbert und Berlin mithalten.“

Einen Zähler hinter dem TTC 1957 Lampertheim folgt Union Velbert auf dem dritten Platz. „Insgesamt sind wir mit dem Abschneiden zufrieden“, sagt Abteilungsleiter Harald Ricken. Schade sei jedoch gewesen, dass durch den verletzungsbedingten Ausfall von Thomas Brosig das Auswärtsspiel gegen den SV Siek mit 4:6 verloren wurde. Ersatzspieler Habibie Wahid blieb an Position vier ohne Sieg. „Bei etwas mehr Glück wäre auch Rang zwei möglich gewesen.“ Die bislang zweite Saisonniederlage gab es beim inoffiziellen Herbstmeister 1. FC Köln (4:6). Zum Saisonstart sprang in eigener Halle gegen Hertha BSC Berlin ein 5:5-Unentschieden heraus. Spitzenspieler Lars Hielscher verlor gegen die Hertha sowohl gegen Philipp Floritz und Torben Wosik, entschied die nachfolgenden 13 Begegnungen aber für sich. Neuzugang Christian Süß kam aufgrund anhaltender Knieprobleme nicht zum Einsatz. Im Hinblick auf den Rest der Saison schielt Ricken noch auf den zweiten Platz. „Meisterschaftsfavorit Köln dürfte nicht zu gefährden sein.“

Titelkandidat Hertha BSC Berlin bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück

Nicht zuletzt aufgrund der Verpflichtung von Philipp Floritz startete Hertha BSC Berlin als Mitfavorit auf den Titel. Abteilungsleiter Gerd Welker hatte vor Saisonbeginn zuversichtlich verkündet, den Aufstieg anzustreben. Mit drei Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen belegt die Mannschaft aktuell nur den vierten Tabellenplatz. Der Rückstand auf den Liga-Primus aus Köln beträgt sechs Zähler. Krankheitsbedingt stand Floritz, der seine einzige Niederlage beim 5:5-Unentschieden in Köln gegen Jakub Kosowski (9:11 im fünften Satz) einstecken musste, zweimal nicht zur Verfügung. Nicht zuletzt aufgrund des Fehlens von Floritz wurde beim Vorletzten SC Buschhausen mit 4:6 verloren. Torben Wosik fehlte beim Remis gegen den Tabellensiebten TSV Schwarzenbek. Die etatmäßige Nummer vier, Deniz Aydin, bezeichnet Welker aufgrund seiner 0:11-Bilanz als „Totalausfall“. Für die Rückrunde zeigt sich der Abteilungschef kämpferisch. „Wir sind Optimisten und wollen alle Spiele gewinnen.“

Wie der Verein aus der Bundeshauptstadt weist auch der SV Siek auf dem fünften Platz 9:7 Punkte auf. Damit befindet sich die Mannschaft aus dem hohen Norden im Soll, denn vor dem ersten Spieltag hatte Teammanager Klaus Bergmann als Saisonziel „Rang vier bis sechs“ ausgegeben. Durch die ungefährdeten Siege zum Abschluss der Hinrunde gegen den TTS Borsum (6:2) und SC Buschhausen (6:1) schob sich der Vorjahresachte in der Tabelle noch nach vorne. Drei Siege, ein Remis sowie vier Niederlagen sind das bisherige Resultat des Sechsten TTC Ruhrstadt Herne. Das Team um den russischen Spitzenspieler Lev Katsman liegt im Soll. „Angestrebt wird möglichst schnell einen Platz im Mittelfeld zu erreichen und nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“, hatte Geschäftsführer Arthur Schemp vor der Hinserie verkündet.

Einen alles andere als guten Start legte der TSV Schwarzenbek hin. Fünf Spiele – fünf Niederlagen. „Zum Ende der Hinrunde hat das Team seinen starken Charakter gezeigt“, freut sich Mannschaftsführer Achim Spreckelsen. Gegen die Aufsteiger aus Borsum sowie Buschhausen wurde daheim jeweils mit 6:3 gewonnen. Dazwischen lag das 5:5-Unentschieden gegen Hertha BSC Berlin. Für die Rückrunde verfolgt das TSV-Team den aktuell siebten Tabellenplatz erfolgreich zu verteidigen.

Aufsteiger SC Buschhausen und TTS Borsum am Tabellenende zu finden

Michael Lange, Teammanager des SC Buschhausen, verschweigt keineswegs, „dass uns im Vorfeld der Saison klar war, als Neuling gegen den Abstieg spielen zu werden und gegen einige Mannschaften nur wenig ausrichten zu können“. Zwei Siege und sechs Niederlagen sind das Ergebnis des Tabellenachten. „Insgesamt waren die Leistungen einfach zu wechselhaft.“ Über 300 Zuschauer verfolgten am dritten Spieltag den 6:4-Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin. Auch mit den Leistungen gegen den 1. FC Köln (3:6) und TTS Borsum (6:2) zeigte sich Lange zufrieden. Anschließend folgten jedoch fünf, teilweise sehr deutliche Niederlagen. „Wir wollen in der Rückserie möglichst schnell die noch notwendigen Punkte für den Klassenerhalt sammeln.“

Abgeschlagen findet sich der TTS Borsum ohne Punktgewinn auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Nur 18 Spiele wurden in den acht Begegnungen siegreich beendet. „Wir haben bislang Lehrgeld bezahlt“, sagt Kapitän Marius Hagemann. Bei der 4:6-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen den TTC Ruhrstadt Herne hätte direkt gepunktet werden müssen. Im letzten Einzel ließ Patrick Landsvogt gegen Kirill Fadeev eine 2:0-Satzführung liegen und verlor noch im fünften Durchgang mit 8:11. Zuvor hatte Hagemann selbst gegen Uros Godic bei der 2:3-Niederlage (11:13 in Abschnitt fünf) Matchbälle vergeben. Borsums Nummer zwei wartet nach 15 Partien noch auf seinen ersten Sieg. „Wir haben viele gute Leistungen gezeigt, die aber nie zu einem Punktgewinn reichten“, so der Mannschaftsführer. Hervorzuheben sei die 8:7-Bilanz von Spitzenspieler Patrick Decker. Aufgegeben hat sich der Liga-Neuling trotz der 0:16 Punkte noch nicht. „Wir werden alles geben und unseren Zuschauern auch weiterhin attraktiven Sport bieten. Möglicherweise gelingt es uns, Anschluss zum SC Buschhausen und TSV Schwarzenbek herzustellen und damit den Abstieg zu vermeiden.“ Die Hoffnung stirbt in Borsum zuletzt.

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