Julian Mohr führt mit der NSU Neckarsulm die Tabelle an (Foto: Arnold)
3. Herren-Bundesliga Süd: Absteiger steht ohne Verlustpunkt an der Tabellenspitze / Vierkampf um den Klassenerhalt

NSU Neckarsulm vor Rückkehr in die 2. Bundesliga

Marco Steinbrenner 01.01.2020

Frankfurt am Main. Die NSU Neckarsulm befindet sich auf dem besten Weg, in der 3. Herren-Bundesliga Süd nur eine Saison zu verweilen und den Wiederaufstieg in das Unterhaus zu schaffen. Ohne Verlustpunkt und mit einem Vorsprung von fünf Zählern auf Rang zwei feierte die Sportunion souverän den inoffiziellen Herbstmeistertitel. Deutlich spannender verläuft der Kampf um den Liga-Verbleib. Aktuell müssen sich vier Teams ernsthafte Sorgen um den Klassenerhalt machen.

NSU Neckarsulm dominiert die Liga nach Belieben

„Bei uns lief die Saison bisher super“, strahlt Alexander Mohr, Betreuer der NSU Neckarsulm, über das gesamte Gesicht. „Wir sind von unserem Saisonziel, direkt in die 2. Bundesliga zurückzukehren, nur noch einen kleinen Schritt entfernt.“ Jeder eingesetzte Spieler habe die Erwartungen erfüllt. Umkämpft waren lediglich die Auswärtsspiele zum Saisonstart beim Aufsteiger TSG Kaiserslautern und TTC Wohlbach, die jeweils mit 6:4 gewonnen wurden. Allein bei fünf Siegen wurde nur eine Partie abgegeben. Allerdings gibt Mohr zu, „dass wir in dem einen oder anderen Spiel das notwendige Glück auf unserer Seite hatten oder einfach zwei Bälle besser waren“.

Bereits fünf Punkte hinter dem Liga-Primus befinden sich der TTC Wöschbach und TTC Wohlbach auf den Plätzen zwei sowie drei. Andreas Gutgesell, Pressereferent in Wöschbach, berichtet von einer „sehr zufriedenstellenden, hinter uns liegenden Vorrunde. Der zweite Platz ist überragend.“ Das sportliche Highlight sei der 6:0-Auswärtserfolg gegen Wohlbach gewesen. „Vor der Saison wurde als Ziel ausgegeben, schnellstmöglich die Punkte zum Klassenverbleib zu sammeln“, blickt Gutgesell zurück. „Das hat die Mannschaft bisher sogar übertroffen.“ Neuzugang Jan Zibrat erspielte an der zweiten Position eine 12:4-Bilanz und ist „nicht nur der erwartete Spitzenspieler der Liga, sondern auch menschlich ein Gewinn“.

Zufriedenheit pur bei den Mannschaften im Mittelfeld der Tabelle

„Die Mannschaft hat ihr Leistungsvermögen voll genutzt und eine für uns sehr gute Hinserie abgeliefert“, freut sich Hubert Becker, Vorsitzender des TTC Wohlbach. „Ich sehe sogar noch ein wenig Luft nach oben.“ Als Überraschung bezeichnet der Präsident die 0:6-Heimpleite gegen Wöschbach, „obwohl beide Mannschaften in der Tabelle punktgleich sind“. Das Saisonziel, zum Saisonabschluss in der vorderen Hälfte platziert zu sein, wird weiter verfolgt. „Wir sind voll im Plan – vielleicht sogar ein wenig besser.“ Becker sah bei Spitzenspieler Michal Benes, der 13 seiner 17 Einzel gewann, eine Leistungssteigerung gegenüber der vergangenen Saison. Mit Benes und Richard Vyborny (10:6) verfüge Wohlbach über zwei Spieler, „die zu den Besten des vorderen Paarkreuzes gehören“.

Mit Rang vier liegt der TTC 1946 Weinheim „im Soll. Aufgrund des Zwei-Punkte-Rückstandes auf Wöschbach und Wohlbach schauen wir aber berechtigt noch ein wenig nach oben“, verrät Rainer Schmidt. Eine „schlechte Vorbereitung“ sei nach Einschätzung des Trainers für die 2:6-Auftaktniederlage in Kaiserslautern verantwortlich gewesen. Bei der 4:6-Pleite gegen den Vorletzten ASV Grünwettersbach II habe kein Weinheimer Spieler seine „normale Leistungsstärke“ abrufen können. „Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich in dieser Partie einen Sieg erwartet.“ Laurenz Devos, der Belgier überzeugte mit einer 13:4-Bilanz an der Spitzenposition, ist für Schmidt „die große Überraschung“. Weinheims Coach gibt ehrlich zu, „nicht damit gerechnet zu haben, dass er so bei uns einschlägt. Seine Ruhe, insbesondere in engen Situationen, beeindruckt mich schon. Auch menschlich passt er voll in das Team.“ Auch beim dreifachen Familienvater Björn Baum sei eine „sehr erfreuliche Entwicklung“ zu beobachten. Dauerbrenner Baum überzeugte einmal mehr durch seinen Kampfeswillen. „Damit reist er auch die übrigen Spieler mit.“

Neuling TSG Kaiserslautern und der SV SR Hohenstein-Ernstthal finden sich mit jeweils 9:9 Punkten im Mittelfeld wieder. „Wir haben gegen den Spitzenreiter Neckarsulm 4:6 verloren und gegen das Schlusslicht Effeltrich 6:4 gewonnen“, berichtet TSG-Leistungssportkoordinator Bijan Kalhorifar. „Diese in der Liga vorherrschende Ausgeglichenheit macht uns richtig Spaß. Gegen jeden Gegner gilt es, voll konzentriert zu sein.“ Trotz einiger Ausfälle gelang es dem Team aus der Pfalz, sich einen Vorsprung von fünf Zählern auf einen Abstiegsplatz herauszuarbeiten. Nikola Marinkovic habe nach seiner Operation bis zum Ende der Hinrunde nicht zu seiner Form gefunden. „Ich hoffe, dass er zum Start in die Rückserie wieder fit ist.“ Kalhorifar wusste im Vorfeld, dass die Spielweise von Sushmit Sriram für die Gegner „sehr unangenehm“ sein kann. Mit neun Siegen und nur einer Niederlage gegen Nico Christ (SB Versbach) „hatte ich jedoch nicht gerechnet“.

Rundum zufrieden mit dem Verlauf der Hinrunde zeigt sich Teamchef Christian Hornbogen (Hohenstein-Ernstthal). „Wir haben gegen alle Teams, mit denen wir uns auf Augenhöhe befinden, auch gepunktet.“ Nach dem Abgang des zuletzt besten Spielers Youssef Abdel-Aziz „war das für uns keine Selbstverständlichkeit. Die anderen Jungs standen unter höherem Druck, als noch in der vergangenen Saison. Diese Situation haben sie bislang gut gemeistert.“ Besonders zufrieden ist der Verein mit den Entwicklungen der Eigengewächse Nick Neumann-Manz, Johann Koschmieder sowie Karl Zimmermann.

Vier Teams befinden sich in akuter Abstiegsgefahr / Spannung in der Rückrunde

Beim Tabellensiebten FC Bayern München beginnt die Abstiegszone. „Mit sechs Punkten haben wir unser Soll-Ziel eindeutig erreicht“, freut sich Dr. Ulrich Metzker. Der Trainer bezeichnet den 6:4-Heimsieg gegen die TSG Kaiserslautern als „positiv. Auf der anderen Seite hatten wir uns bei der 3:6-Niederlage in Effeltrich natürlich etwas mehr erhofft.“ Insgesamt sei der Aufsteiger „mannschaftlich geschlossen“ aufgetreten. In der Rückrunde nimmt Jugend-Nationalspieler Daniel Rinderer (8:6-Bilanz im hinteren Paarkreuz) die bisherige Position der Nummer zwei, Michael Plattner (3:13), ein.

Nur einen Punkt ist der SB Versbach von einem Abstiegsplatz entfernt. „Generell sind wir mit den fünf Zählern recht zufrieden“, sagt Spieler Andreas Ball. „Allerdings wäre der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen. Die Konkurrenz schläft nicht. Es wird eine harte Rückrunde mit vielen umkämpften Matches.“ Der Tabellendrittletzte nimmt sich deshalb vor, „mehr Doppel zu gewinnen, um eine bessere Ausgangssituation für die Einzel zu schaffen“. Spitzenspieler Nico Christ zeigte zum Ende der Hinrunde einen deutlichen Leistungsanstieg und kam noch auf eine positive Bilanz (8:7).

Mit einem Zähler Rückstand auf den rettenden achten Rang ist der ASV Grünwettersbach II auf der vorletzten Position zu finden. Nach einem desolaten Start und fünf mehr oder weniger deutlichen Niederlagen punktete die TTBL-Reserve lediglich bei den Siegen gegen den TTC 1946 Weinheim (6:4) sowie die DJK SpVgg Effeltrich (6:2). Jon Ander Guerricabeitia und Eduardo Gonzales Perez überzeugten im hinteren Paarkreuz, während Aleksa Gacev an Position zwei lediglich eines seiner 16 Einzel gegen Aly Ghallab (Effeltrich) gewann.

„Natürlich können wir mit dem letzten Tabellenplatz nicht zufrieden sein“, stellt Jürgen Wenninger, Teammanager der DJK SpVgg Effeltrich, klar. Das Schlüsselspiel sei zum Saisonstart die 4:6-Heimniederlage gegen den SB Versbach gewesen, „als wir einen 3:1-Vorsprung und zwei Führungen im hinteren Paarkreuz noch aus der Hand gaben. Daran hatten wir in den nachfolgenden Partien schwer zu knabbern.“ Die Leistungen in den letzten vier Hinrundenspielen seien „absolut okay gewesen. Oft fehlte nur ein Quäntchen Glück zum Punktgewinn.“ Enttäuschende Vorstellungen zeigte das Doppel Martin Guman/Aly Ghallab, „die nicht wirklich zusammen harmonierten“. Um den drei Punkte-Rückstand auf das rettende Ufer noch aufzuholen, „müssen wir an die zuletzt gezeigten Vorstellungen anknüpfen“. Bislang habe es die Mannschaft nicht geschafft, „dass sich zumindest drei Akteure an einem Tag in Topform präsentierten“.

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