Böblingens Defensiv-Ass Qianhong Gotsch will auch gegen den amtierenden Meister nicht leer ausgehen (Bild: Dr. Stephan Roscher).
Kolbermoor will nach Heimniederlage gegen Weil gegen ungeschlagene Schwabhausener Boden gutmachen

Oberbayern-Derby in Kolbermoor, Topspiel in Böblingen

Dr. Stephan Roscher 20.11.2020

Frankfurt/Main. Nach kurzer Pause – gespielt wurde zuletzt vor 14 Tagen – steht wieder Bundesligatischtennis auf dem Programm. Die beteiligten vier Teams brennen darauf, wieder am Tisch zu stehen, auch wenn ohne Zuschauer natürlich etwas fehlt. Kolbermoor hat nach der überraschenden Heimniederlage gegen Aufsteiger Weil gegen die noch ungeschlagenen Schwabhausener etwas gutzumachen, Titelverteidiger berlin eastside will in Böblingen den ersten Saisonsieg einfahren. Doch im Moment thronen überraschend die Schwaben an der Spitze der Liga. Vieles wird am Sonntag von den Aufstellungen abhängen. Es könnte in beiden Hallen eng zugehen und spannend werden.

Sonntag, 14.00 Uhr: SV DJK Kolbermoor – TSV Schwabhausen

Natürlich hing die Heimniederlage des Meisterschaftsmitfavoriten Kolbermoor gegen Weil auch mit dem Fehlen von Kristin Lang zusammen, aber auch mit einer bärenstarken Leistung des Gästeteams, das die sich bietenden Chancen kompromisslos nutzte. Nun ist eigentlich Wiedergutmachung angesagt, doch personell kann man weiter nicht aus dem Vollen schöpfen, da Kristin Lang nach ihrer OP noch nicht wieder einsatzfähig ist. Und der Derbygegner aus dem gut 70 Kilometern entfernten Schwabhausen kann ganz entspannt in die Partie gehen und hat mit bisher einem Sieg und einem Remis – immerhin in Berlin – die Erwartungen mehr als erfüllt. 

„Kristin ist leider noch nicht wieder komplett fit und wird nicht spielen. Deshalb wird es für uns erneut ein sehr schweres Spiel“, so Kolbermoors Trainer Michael Fuchs. „Gegen Schwabhausen ist es natürlich immer ein besonderes Spiel, aber leider wird diesmal ohne Zuschauer kaum Derby-Stimmung aufkommen. Ich denke, es wird vor allem im hinteren Paarkreuz wieder ausgeglichene Spiele geben und hoffe, dass wir diesmal die knappen Spiele für uns entscheiden können.“ 

Der Gast sieht sich in der Außenseiterrolle. „Trotz der Niederlage von Kolbermoor gegen Weil sind wir uns schon bewusst, dass wir in Kolbermoor spielen, die, mit Berlin, immer noch Titelfavorit sind“, sagt TSV-Trainer Alexander Yahmed. „Wir werden unsere Außenseiterchancen suchen. Bis jetzt verlief die Saison für uns sehr gut und das liegt bestimmt auch zu einem großen Teil an der guten Stimmung im Verein und im Team. Diese gilt es ins Spiel zu transportieren und dann schauen wir mal, was der Tag so bringt. Wir freuen uns aufs Derby.“ 

„Im Normalfall ist Kolbermoor der klare Favorit gegen uns. Da sie aber vermutlich wieder nicht in Bestbesetzung antreten können, hängt der Spielausgang von den jeweiligen Aufstellungen ab“, meint Schwabhausens Abteilungsleiter Helmut Pfeil. „Unser Spiel in Berlin hat gezeigt, dass wir auch gegen ersatzgeschwächte Meisterschaftsanwärter nicht als Favorit solcher Begegnungen anzusehen sind. Wir werden unser Bestes geben und werden versuchen, punkten zu können.“

Sonntag, 14.00 Uhr: SV Böblingen – ttc berlin eastside

Vor der Saison hätte man eher erwartet, dass der Titelverteidiger als Spitzenreiter ins „Ländle“ reist, doch in der aktuellen Bundesligatabelle finden wir die SVB auf der Poleposition und den Hauptstadtklub nach zwei Punkteteilungen nur auf Platz fünf. Böblingen hat Weil und Bingen jeweils mit 5:3 geschlagen, eastside ersatzgeschwächt gegen Schwabhausen einen Zähler eingebüßt und später auch in nominell starker Besetzung in Langstadt einen Punkt liegengelassen. Eigentlich wäre es nun an der Zeit für den ersten Saisonsieg von Shan und Co., doch ein Selbstläufer wird das nicht, zumal das Gotsch-Team ganz entspannt in die Partie gehen kann, da es trotz der momentanen Tabellenkonstellation nichts zu verlieren hat.

„Das wird kein gewöhnliches Spiel werden“, ist man in Böblingen überzeugt. „Der ttc berlin eastside in Bestbesetzung ist für die SV Böblingen eine zu hohe Hürde. Qianhong Gotsch, Mitsuki Yoshida, Annett und Alexandra Kaufmann wollen aber auch gegen den hohen Favoriten nichts unversucht lassen“, lesen wir in der aktuellen Pressemitteilung der SVB aus der Feder von Pressewart Manfred Schneider.   

Natürlich wird sich das Geschehen unter strengen Corona-Auflagen abspielen. In die Halle am Böblinger Silberweg 20 haben nur Spielerinnen, Coaches, Schiedsrichter und Helfer sowie Pressevertreter Zutritt, Zuschauer jedoch nicht. Die einzige Möglichkeit für die Fans, die Partie zu verfolgen, wird der wie immer angebotene Liveticker des DTTB sein.

Cheftrainer Volker Ziegler ist diesmal nicht dabei. Er ist in seiner Eigenschaft als Bundestrainer des deutschen Behindertensportverbandes unterwegs. Dafür stehen mit Andrzej Kaim und Sönke Geil zwei bewährte Coaches zur Verfügung.

In Berlin sieht man sich nicht unter Erfolgsdruck. „Wir wollen uns für die Play-offs qualifizieren und dann schauen wir mal, ob wir dafür in Böblingen schon punkten können“, sagt eastside-Manager Andreas Hain, der die Aufstellung seines Teams offen lässt. „Wir sehen das Spiel in erster Linie als Vorbereitung auf das am 2. Dezember beginnende Champions-League-Turnier in Linz. Dort wird es für uns dann wichtig.“

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