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Hier sollten 2020 die olympischen Tischtenniswettkämpfe stattfinden. (Foto: ITTF)
"Am Ende keine Überraschung" / "Planung ohne internationalen Kalender aktuell schwierig"

Olympia auf nächstes Jahr verschoben: "Dann müssen wir 2021 alles raushauen"

24.03.2020

Lausanne/Tokio. Am Ende ging alles ganz schnell. Noch am Sonntag vermeldete das Internationale Olympische Komittee (IOC), binnen vier Wochen über eine Verlegung der Olympischen Spiele zu entscheiden. Heute dann die gemeinsame Entscheidung des IOC und der Ausrichter in Japan: Die Spiele werden auf das Jahr 2021 verlegt - genauer Termin noch unbekannt, aber nicht später als im Sommer. Eine historische Entscheidung, die auch im Tischtennis zahlreiche neue Herausforderungen mit sich bringt. Was passiert etwa mit den bereits qualifizierten Spielern? Wann finden die Weltmeisterschaften statt? Die Stimmen der Spieler, Trainer & Verantwortlichen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB).

Richard Prause, DTTB-Sportdirektor: "Alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Ich denke, das ist eine gute Entscheidung im Sinne der Gesundheit und Chancengleichheit. Wir müssen abwarten, wie die Details aussehen, insbesondere auch der internationale Turnierkalender. Dann können wir in die Planung gehen."

Michael Geiger, DTTB-Präsident: "Die nun doch schnelle Absage bringt für alle Beteiligten frühe Planungssicherheit. Die Statements der Gesundheitsexperten und der Virologen haben erwarten lassen, dass eine Verlegung notwendig sein wird. Aber es bringt auch viel Ungewissheit mit sich. Der internationale Turnierkalender wird weiter gewaltig durcheinander gewirbelt. Das hat Auswirkungen auf die nationalen Ligen und Folgeveranstaltungen wie Welt- oder Europameisterschaften. Es wird spannend sein, wie die Strukturen im Sport in einem Jahr aussehen werden. Insbesondere wünsche ich den Sportlern, dass sie dann auch im kommenden Jahr teilnehmen können. Ich fühle auch mit allen Organisatoren und Bürgern in Japan und hoffe, dass Olympia 2021 ein großes und tolles Event wird."

Thomas Weikert, ITTF-Präsident / Justitiar DTTB: "Ich bin einerseits sehr erleichtert über die Entscheidung, weil das für die ITTF etwas Planungssicherheit bringt. Ich bin andrerseits auch erleichtert, dass das IOC endlich eine richtige Entscheidung zum Schutze der Athleten, aber auch anderen Beteiligten, z.B. der Zuschauer getroffen hat. Vielleicht kam die Entscheidung jetzt jedoch etwas spät."

Jie Schöpp, Bundestrainerin Damen: "Es ist für mich keine Überraschung, dass die olympischen Spiele jetzt verschoben worden sind. Natürlich wirft die Entscheidung unsere komplette Jahresplanung über den Haufen, aber angesichts der dramatischen Entwicklung in vielen Ländern war es die einzig richtige. Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler und vor allem auch der vielen tausend Besucher geht vor ganz klar vor. Die Situation ist für alle Nationen gleich. Nun gilt es unseren Fokus und die Trainingsplanung auf den neue Termin auszurichten."

Jörg Roßkopf, Bundestrainer Herren: "Es wurde auch Zeit und die Jungs bekommen einen neuen Fixpunkt, wann Olympia stattfindet. Das wird eine spannende Saison 2020/21, weil wir zwei Weltmeisterschaften plus die neuen Strukturen der ITTF in ein Tischtennisjahr bringen müssen. Aber der Druck, ob Olympia nun am geplanten Termin stattfindet oder nicht, ist erst einmal weg. Wir können uns dann gut auf Olympia vorbereiten, was jetzt ja nicht mehr der Fall war. Es gibt viele spannende Themen: Was passiert mit den qualifizierten Spielern? Was passiert mit der Weltrangliste - wird sie eingefroren? Was passiert mit den Turnieren? Da hat die ITTF noch viel zu tun."

Dimitrij Ovtcharov: "Wir haben auch heute erfahren, dass das Deutsche Tischtennis-Zentrum bis auf weiteres geschlossen bleibt. In Asien wird normal trainiert, d.h. im Sinne der Chancengleichheit und natürlich im Sinne der Gesundheit, haben die Japaner und das IOC richtig entschieden. 2021 wird ein großes Jahr mit der Einzel-WM, den Olympischen Spielen und davor evtl. noch die Mannschafts-WM. Das heißt, wir müssen dann alles raushauen."

Timo Boll: "Ich hatte mir schon länger keine Hoffnung mehr gemacht, aber es ist die richtige Entscheidung. Ich bin seit dem letzten Bundesligaspiel daheim und halte mich fit. Ich versuche, das Positive daran zu sehen, dass sich mein Körper etwas regenieren kann. Weil wenn es dann irgendwann wieder losgeht, wird es heftig. Vermutlich wird dann alles in den Terminplan reingedrückt. Für viele ist es sicher bitter, die sich so lange auf Olympia vorbereitet haben, evtl. ihren Job sogar zurückgestellt haben und jetzt komplett umplanen müssen. Aber für uns Tischtennisspieler hat sich gar nicht so viel geändert. Vielmehr ist der Fairplay-Gedanke jetzt wieder gegeben, weil die Trainingsunterschiede sonst sehr groß gewesen wären. Ich hoffe, dass 2021 wieder eine ganz normale Vorbereitung möglich sein wird."

Patrick Franziska: "Ich denke, das ist die richtige Entscheidung. Die Gesundheit aller geht vor. Jetzt haben wir zumindest wieder ein Ziel auf das wir hinarbeiten können. Auch wenn es weiter weg ist. Im Moment ist für alle einfach das Beste!"

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