Volle Konzentration aufs Rückspiel: Dima Ovtcharov (Foto: MS)
Im Champions-League-Finale stehen sich mit Orenburg und UMMC zwei russische Dauerrivalen

Ovtcharov über CL-Finale: „Wie Barcelona gegen Madrid“

SH 07.05.2019

Orenburg. Das Hinspiel war so spannend, wie alle es erwartet hatten. Im Finale der Champions League stehen sich mit Fakel Gazprom Orenburg und UMMC zwei gleich starke Vereine gegenüber und zwei russische Dauerrivalen. Dimitrij Ovtcharov bringt es im Kurz-Interview auf den Punkt: „Das ist ein ganz spezielles Spiel, zu vergleichen wohl wie im Fußball mit Barcelona gegen Madrid“, sagt der World-Cup-Sieger von 2017, der für sein Team am Samstag mit zwei Punkten der Matchwinner war.

Wie hast du die Wende im Spiel gegen Fang Bo geschafft?
Dimitrij Ovtcharov:
Im dritten Satz ging es hin und her. Ich hatte einige Chancen liegen lassen. Das ist ein so extrem wichtiges Spiel für unseren Verein gegen unseren großen Rivalen in Russland. Da habe ich mir gesagt, ich muss einfach alles geben, immer dran bleiben, fürs Team kämpfen. Und - so gut es geht - voranzugehen. Fang Bo hat sehr gut gespielt, aber ab und zu eine kleine Schwächephase gehabt. Darauf habe ich gebaut. Die konnte ich ausnutzen. Vor allem habe ich meinen Aufschlag verändert, öfter mal den Tomahawk-Aufschlag gemacht, und der hat plötzlich sehr gut funktioniert. Und damit hat die Wende geklappt. Da haben wir alle gehofft, dass es so funktioniert wie vor zwei Jahren gegen Düsseldorf oder vor sieben Jahren gegen Ekaterinburg: Nachdem der gegnerische Einser verliert, schaffen wir ein 3:0.

Doch schon im zweiten Spiel kam es anders…
Ovtcharov:
Yan An hat gegen Gacina 2:0 und 9:3 geführt und verloren – das war schon ein großer Schock für uns. Andrej ist ein starker Spieler, aber eine so große Führung… Vladi hat dann extrem stark in dieser Situation das Spiel geholt, und am Ende haben wir knapp mit 3:2 gewonnen. Aber am Mittwoch geht es wieder von null los. Beide Mannschaften haben praktisch die gleichen Chancen. Es ist ein Mannschaftswettbewerb, und jeder hat die Chance zu versuchen, es im zweiten Spiel genauso gut oder besser zu machen. Wir haben vier fitte Spieler und hoffen, dass dann alle am Limit spielen, vor allem dass Yan An, der ja eigentlich extrem gut ist, sich wieder fängt.

Wie verläuft die Zeit bis zum großen Finale?
Ovtcharov:
Wir sind am Tag nach dem Hinspiel, am Sonntag, den ganzen Tag gereist. Und dann, das war ganz lustig, zufällig zusammen mit den Ekaterinburgern von Moskau Richtung Orenburg geflogen. Wir sind hier in verschiedenen Hotels untergebracht, wir hier an unserem Leistungszentrum, wo auch ganz viele Kinder trainieren. Am Montag haben wir zweimal trainiert, am Dienstag war auch wieder Training. Daneben lassen wir uns behandeln. Im Hotel sind wir immer in denselben Zimmern. Wir sind alle ohne Familien hier, schon weil wir eine relativ lange Zeit in Russland verbringen. Wir hätten sie natürlich gerne dabei, aber das wäre sehr viel Fliegerei und Reiserei gewesen. Besondere Sachen gibt es hier nicht: Training immer um die gleiche Zeit, immer ähnliches Essen. Hier herrscht eine große Routine bei uns allen.

Was ist die Besonderheit bei Duellen zwischen euch und UMMC?
Ovtcharov:
Das Spiel Orenburg gegen Ekaterinburg ist insgesamt extrem speziell. Wenn man gegen Düsseldorf verliert, wird das hier in Orenburg um einiges besser aufgenommen, als wenn man gegen eine russische Mannschaft verliert. Da möchte man die Vormachtstellung behalten. Das ist ein ganz spezielles Spiel, zu vergleichen wohl wie im Fußball mit Barcelona gegen Madrid. In diesem Spiel geht es um extrem viel Prestige. Alle Spieler, alle Trainer, alle Leute drumherum sind noch mal doppelt motiviert, das Spiel zu packen. Das Hinspiel hat viereinhalb Stunden gedauert. Ich erwarte ein ähnlich emotionales, heißes, schweres Spiel, das in alle Richtungen gehen kann. Mit den eigenen Zuschauern im Rücken vertraue ich dem Team – wir eine ausgeglichene und sehr starke Mannschaft -, dass wir das Spiel nach Hause bringen. Das wird ein hartes Stück Arbeit.

Herren, Champions League, Final-Hinspiel

TTSC UMMC – Fakel Gazprom Orenburg 2:3 (11:11 Sätze)
Fang Bo – Dimitrij Ovtcharov 2:3 (8,-6,11,-5,-5)
Andrej Gacina - Yan An 3:2 (-14,-8,9,9,7)
Alexander Shibaev – Vladimir Samsonov 2:3 (-9,-10,9,8,-10)
Fang – Yan 3:0 (5,9,6)
Gacina – Ovtcharov 1:3 (7,-8,-3,-7)

Rückspiel am Mittwoch, 8. Mai, 16 Uhr

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