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Das war's für diese Saison in den Bundesspielklassen unterhalb von Liga eins (Foto: ITTF)
Planungen für alternative Spielangebote laufen / NDM-Qualifikationsveranstaltungen können bis Ende Juli ausgetragen werden

Pandemie: DTTB bricht Saison von 2. Bundesliga bis einschließlich Oberliga ab

SH 16.02.2021

Frankfurt/Main. Das Präsidium des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) hat beschlossen, den Mannschaftsspielbetrieb in den 2. und 3. Bundesligen sowie den Regional- und Oberligen der Damen und Herren der Spielzeit 2020/21 zum 16. Februar 2021 wegen der anhaltenden Corona-Pandemie abzubrechen.

Die Spielzeit 2020/21 wird in diesen Ligen für ungültig erklärt und damit so behandelt, als hätte sie nicht stattgefunden. Die Saison der Profiligen, der TTBL und der 1. Damen-Bundesliga, kann nach derzeitigem Stand planmäßig zu Ende geführt werden.

Große Übereinstimmung bei Konferenz der Verbände am Montagabend

Aufgrund der Verlängerung des Lockdowns im Rahmen der jüngsten Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder sowie einem Austausch des DTTB-Präsidiums und der DTTB-Fachgremien mit den DTTB-Mitgliedsverbänden am Montagabend hält die DTTB-Spitze die zeitnahe Fortsetzung des Mannschaftsspielbetriebs für nicht möglich.

„Das Präsidium hat sich diese Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht, aber sie ist aus unserer Sicht unumgänglich gewesen", sagt die für den Leistungssport zuständige DTTB-Vizepräsidentin Heike Ahlert. „Wir hatten bis zuletzt gehofft, dass wir die im November beschlossene Einfachrunde zu Ende spielen können, und sei es ggf. mit Blockspieltagen. Es sind eine Reihe von Gründen, die uns zum Abbruch bewogen haben.“

Die Entscheidungsgründe in der Übersicht:

  • Gesundheit der Aktiven und Offiziellen: Trotz sinkender Fallzahlen sind in vielen Landkreisen des Bundesgebiets die Inzidenzen höher als 50. Die vollzogene Impfung weiter Teile der Bevölkerung ist bis zum Frühjahr nicht zu erwarten. Zusätzlich gibt es eine steigende Unsicherheit von Seiten der Politik und der Bevölkerung, was die Ausbreitung der Virusmutationen betrifft. Niemand soll sich gezwungen fühlen, wegen eines auf- oder abstiegsrelevanten Punktspiels der eigenen Mannschaft zum Tischtennis anzutreten.

  • Unklares weiteres Vorgehen im Bundesgebiet: Bis jetzt gibt es von den Regierungen der Länder keine Stufenpläne, ab wann Lockerungen für den Hallensport möglich sind. Zudem ist noch nicht klar, welche Inzidenzen in Zukunft für Lockerungen maßgeblich sein werden. Wie von Regierungsseite angekündigt kann der nächste Öffnungsschritt bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner durch die Länder erfolgen. Vom Sport ist in den bislang genannten Öffnungsszenarien noch keine Rede.

  • Verfügbarkeit der Hallen: Es ist nicht absehbar, wann im Bundesgebiet flächendeckend wieder wettkampfmäßiger Hallensport betrieben werden kann. Auch wenn Hallensport nach den jeweiligen Landesverordnungen wieder erlaubt sein sollte, ist nicht sichergestellt, dass die Kommunen ihre Hallen zeitnah für Vereine öffnen.

  • Chancengleichheit: Der Tischtennissport steht für Fairness. Für viele Sportlerinnen und Sportler war es nicht möglich, während des Lockdowns zu trainieren. Für einige schon, die aufgrund von Detailregelungen in Landesverordnungen Tischtennis spielen durften. Deswegen hält das Präsidium einen fairen Wettbewerb im Mannschaftsspielbetrieb der betroffenen Bundesspielklassen, der über Auf- und Abstieg entscheidet, nicht für möglich.

  • Planungssicherheit für die neue Saison: Durch die frühzeitig getroffene Entscheidung möchte das Präsidium Planungssicherheit herstellen. Die Vereine sollten möglichst schnell wissen, welcher Spielklasse ihre Mannschaften angehören, um den Start in der kommenden Spielzeit zu organisieren.

Für die Spielklassen von den 2. Bundesligen bis Oberligen gibt es nach dem Präsidiums-Beschluss in der Spielzeit 2020/21 weder eine Abschlusstabelle noch Auf- und Absteiger. In der kommenden Saison können die Mannschaften unabhängig von ihrer aktuellen Platzierung wieder in derselben Spielklasse antreten. Die Wertung der bisher absolvierten Einzel für die TTR-Berechnung bleibt von der Annullierung allerdings unberührt und fließt in die bundesweite Rangliste ein. Ein wichtiger Faktor, denn: Wer zwölf Monate lang kein Spiel absolvieren konnte, wird auch trotz Pandemie mit einem Inaktivitätsabzug rechnen müssen. Dieser gilt unabhängig von der Ursache der Pause. Der TTR-Wert bildet die Spielstärke ab, und die hat wegen mangelnden Trainings und fehlender Matchpraxis mit hoher Wahrscheinlichkeit abgenommen.

„Unser Blick richtet sich jetzt in die Zukunft“, so DTTB-Vizepräsidentin Heike Ahlert und meint dabei sowohl den Mannschafts- als auch den Einzelspielbetrieb. So hat das Präsidium zudem beschlossen, dass die Qualifikationsveranstaltungen in den Regionen eins bis acht zu den Nationalen Deutschen Meisterschaften Damen und Herren, die am 28./29. August in Bremen stattfinden sollen, bis zum Wochenende 24./25. Juli 2021 ausgetragen werden können. Startberechtigt bei den Qualifikationsveranstaltungen sind alle Aktiven mit einer Spielberechtigung für einen Verein der entsprechenden Region zum Termin der Veranstaltung.

Prüfung von Alternativangeboten / Vorteile der Nicht-Kontakt-Sportart Tischtennis

DTTB, Landesverbände und weitere Partner prüfen Alternativangebote für Tischtennis außerhalb des Punktspielbetriebs für den Erwachsenen- und Nachwuchsbereich. So könnte es neben den bestehenden Turnierserien der Landesverbände wie „Race“- oder „Cup“-Veranstaltungen eine neue Serie von Mannschafts-Turnieren im Sommer geben. Für die mini-Meisterschaften, eine der größten und erfolgreichsten Nachwuchswerbeaktionen im deutschen Sport, wurde bereits der übliche Austragungsschluss für die Ortsentscheide vom 14. Februar auf den 31. Mai verlängert.

„Wichtig ist uns, dass es bei den Alternativangeboten nicht um Auf- und Abstieg von Vereinsmannschaften geht. Es sollen Angebote für diejenigen sein, die Spaß am sportlichen Vergleich mit anderen haben“, erklärt Ahlert. „Viele vermissen unseren Sport und wollen so schnell wie möglich wieder an die Tische. Wir sollten den großen Vorteil unserer Sportart in dieser Pandemie nutzen: den Abstand.“

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