Gold für Thomas Schmidberger, Bronze für Thomas Brüchle (Foto: Dösseler)
Silber für Mikolaschek und Wolf, Bronze für Brüchle / Teamwettbewerbe seit Sonntag im Gang

Para-EM: Einzeltitel für Schmidberger

Sonja Scholten / ms 01.10.2017

Lasko. Bei den Para-Europameisterschaften in Lasko hat Thomas Schmidberger in der Wettkampfklasse 3 den Einzeltitel gewonnen, Bronze holte in der gleichen Klasse sein Teamgefährte Thomas Brüchle. Insgesamt ging viermal Edelmetall an Deutschland, denn Sandra Mikolaschek (WKs 4-5) und Juliane Wolf (WK 8) sicherten sich Silber. Im Anschluss an die Finalspiele im Einzel begannen am Sonntag die Mannschaftswettbewerbe.

Der Final-Tag in den Einzel-Wettbewerben verlief aus deutscher Sicht überwiegend sehr erfolgreich. Grund zur Freude hatte Thomas Schmidberger, der sich in der Wettkampfklasse 3 den Europameister-Titel sicherte. Sein Teamkamerad und Titelverteidiger Thomas Brüchle gewann im slowenischen Lasko Bronze, während Sandra Mikolaschek (WKs 4-5) und Juliane Wolf (WK 8) erst im Finale gestoppt werden konnten. Valentin Baus und Jörg Didion mussten sich in der WK 5 jedoch beide im Viertelfinale geschlagen geben, ebenso wie Stephanie Grebe in der WK 6 und verpassten somit eine Medaille. 

Schmidberger dreht Finale der Bayreuth Open um

Für Schmidberger hätte der Samstag nicht besser laufen können: Am Mittag setzte er sich zunächst im Viertelfinale in drei Sätzen gegen den Russen Vladimir Toporkov durch, bevor er am Nachmittag im Halbfinale Aleksander Öhgren aus Schweden gegenüber stand. Öhgren konnte zwar den ersten Satz für sich entscheiden, in der Folge ließ Schmidberger dem Weltranglisten-Fünften jedoch nicht mehr den Hauch einer Chance und zog sicher ins Finale ein. Währenddessen unterlag am Nebentisch Thomas Brüchle in einem umkämpften zweiten Halbfinale dem Franzosen Florian Merrien, nachdem er sein Achtelfinal-Spiel gegen Vasyl Petruniv (UKR) ebenfalls gewinnen konnte. Die finale Ansetzung in der WK 3 lautete also Schmidberger gegen Merrien. Eigentlich ist die Bilanz des 25-jährigen Bayern gegen den Franzosen positiv, zuletzt war er ihm allerdings im Finale der Bayreuth Open unterlegen. Nicht so jedoch heute. Nachdem das Match sehr ausgeglichen begonnen hatte, fand Schmidberger beim Stand von 1:1 Sätzen zunehmend die besseren Antworten und holte sich schließlich nach vier Sätzen den Europameistertitel zurück, den er nach 2013 vor zwei Jahren an Thomas Brüchle verloren hatte.

Gute Laune bei Mikolaschek und Wolf

Auch Sandra Mikolaschek hatte Anlass zu guter Laune. Die 20-jährige Wahl-Düsseldorferin zeigte in den WKs 4-5 bereits in ihrem Viertelfinale gegen Aleksandra Vasileva (RUS) Nervenstärke und zog mit einem 3:1-Sieg ins Halbfinale ein. Dort wartete die in der Weltrangliste einen Platz hinter ihr notierte Dauerrivalin Nada Matic aus Serbien. Doch auch von Matic ließ sich Mikolaschek trotz des verlorenen ersten Satzes nicht aus der Ruhe bringen und entschied die folgenden drei Durchgänge für sich. Damit stand die Jura-Studentin nach 2013 zum zweiten Mal in einem Europameisterschaftsfinale. Hier erwies sich leider auch dieses Mal die Paralympics-Siegerin Borislava Peric-Rankovic als zu stark – die Serbin krönte sich mit 3:1 erneut zur Europameisterin.

Ebenfalls über Silber freuen darf sich Juliane Wolf in der WK 8 der Damen. Die Offenburgerin gewann am Morgen ihr Semi-Finale gegen die Ungarin Zsofia Arloy in vier Sätzen, unterlag jedoch im Finale abermals Aida Dahlen aus Norwegen. Die beiden Finalistinnen waren bereits in der Gruppe aufeinander getroffen und schon da hatte sich die Norwegerin nervenstark und in bestechender Form präsentiert. Und auch im Finale entschied Dahlen das wie immer heiß umkämpfte Duell mit der 29-jährigen Wolf mit 3:1 für sich und verteidigte somit ihren Titel.

Nicht alles lief rund

Nicht rund lief es dagegen für Stephanie Grebe in der WK 6. Die Silbermedaillen-Gewinnerin von Rio traf im Viertelfinale auf Katarzyna Marszal aus Polen. Dass dieses Aufeinandertreffen interessant werden würde, konnte man sich beim Blick auf die Weltrangliste bereits denken: Grebe ist auf Rang 5 gelistet, Marszal direkt dahinter auf Rang 6. Und tatsächlich entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die Polin holte sich die ersten beiden Sätze mit 11:9 und 11:13, Grebe stellte mit einem 12:10 im dritten Durchgang den Anschluss wieder her, doch Marszal hatte mit einem 11:9 im vierten Satz dieses Mal das bessere Ende für sich. Damit verpasste die Hamburgerin ihre angepeilte Einzelmedaille.

Einem weiteren Silbermedaillen-Gewinner von Rio erging es in der WK 5 der Herren genauso: Valentin Baus traf im Viertelfinale auf den Serben Mitar Palikuca, den er im Halbfinale der Paralympics noch besiegt hatte. Heute jedoch revanchierte sich die serbische Nummer 5 der Welt und ließ nicht einmal einen Satzgewinn des Bochumers zu. Auch für Jörg Didion war im Halbfinale Endstation. Der 45-jährige Trierer unterlag dem in der Weltrangliste acht Plätze vor ihm geführten Norweger Tommy Urhaug ebenfalls in drei Sätzen.

Positives Fazit des Bundestrainers

In der WK 7 hätte Corinna Hochdörfer eine Sensation gebraucht, um den Sprung ins Halbfinale zu schaffen, denn sie traf in ihrem letzten Gruppenspiel auf die türkische Nummer 2 der Welt, Kubra Korkut. Die Sensation verpasste sie zwar, konnte der späteren Europameisterin aber immerhin einen Satz abnehmen – ein Ergebnis, mit dem die 21-jährige bei ihrer ersten Europameisterschaft durchaus zufrieden sein kann.

Der Bundestrainer zieht ein positives Fazit der ersten Turnierhälfte: „Wir freuen uns sehr mit den vier Medaillengewinnern“, so der Bundestrainer. „Der Titel in der WK3 ist nun schon seit 2013 in deutscher Hand. Wir versuchen, nun auch im Team gute Ergebnisse zu erzielen.“

Gemischter Start in den Teamwettbewerben

Für die Para-Tischtennis-Athleten haben nach dem Ende Einzelwettbewerbe am Sonntag die Team-Wettkämpfe der Europameisterschaften im slowenischen Lasko begonnen. Während Thomas Schmidberger und Thomas Brüchle in der Wettkampfklasse 3 ihre beiden Gruppenspiele gegen Spanien und Slowenien souverän gewannen und somit bereits ins Halbfinale einzogen, müssen Valentin Baus und Jan Gürtler in der WK 5 nach ihrem ersten Sieg gegen Norwegen am Montag noch zweimal in der Gruppe an den Tisch.  

Sandra Mikolaschek und Lisa Hentig (WKs4-5) verloren ihr Debüt gegen das Duo aus Russland mit 0:2, ebenso wie Yannik Rüddenklau/Joshua Wagner (WK 9), die in ihrem ersten Spiel gegen die in ihrer Gruppe an Position 1 gesetzten Italiener das Nachsehen hatten. 

In den WKs 9-10 der Damen unterlagen Marlene Reeg und Lena Kramm zwar in ihrem ersten Spiel gegen die Türkei, konnten aber das Aufeinandertreffen mit dem Team aus Israel für sich entscheiden. Nun geht es am Montag im Spiel gegen Ungarn um den Einzug ins Halbfinale.

Juliane Wolf, Stephanie Grebe und Corinna Hochdörfer starten erst am Montag in den Team-Wettbewerb der WKs 6-8, dafür müssen sie dann direkt zweimal an den Tisch: In ihrem ersten Spiel treffen sie auf Russland, bevor es am Nachmittag zu einem Duell mit Schweden kommt.

Die Ergebnisse

Alle Ergebnisse von Lasko können Sie auf der Website des Veranstalters www.ipttc.org einsehen, oder auf der Website des Ausrichters www.epint2017.com.

Bei den Team-Wettbewerbe kann auf www.epint2017.com ein Livestream von allen Tischen verfolgt werden.

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