Thomas Brüchle gewinnt zum fünften Mal in Folge EM-Gold im Team-Wettbewerb
Einmal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze am letzten EM-Tag / Bestes Ergebnis seit 2005

Para-EM: Fünfter Titel in Folge für Brüchle/Schmidberger

Sonja Scholten / Alle Fotos: Binh Truong (DBS) 22.09.2019

Helsingborg. Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger haben bei den Para-Europameisterschaften in Helsingborg (Schweden) zum fünften Mal hintereinander Gold in der Wettkampfklasse 3 gewonnen. Seit 2011 schon ist der Titel fest in deutscher Hand. Außerdem gab es am letzten Wettkampftag zwei silberne und zwei bronzene Medaillen für Deutschland. Vize-Europameister wurden Florian Hartig, Dirk Hartmann und Maximilian Kröber in der WK 11, ebenso wie Stephanie Grebe, Juliane Wolf und Corinna Hochdörfer in der WK 6-8. Bronze holten außerdem Jan Gürtler/Valentin Baus in der WK 5 sowie Tim Laue/Benedikt Müller in der WK 6. Mit insgesamt 13 Medaillen sind es für die deutsche Mannschaft die erfolgreichsten Europameisterschaften seit 2005 in Jesolo, Italien, wo das deutsche Aufgebot 14 Medaillen gewann.

Brüchle/Schmidberger mussten gegen Schweden über die volle Distanz

In ihrem Halbfinale wurden Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger von den schwedischen Lokalmatadoren Öhgren/Sjoqvist zum ersten Mal in diesem Turnier ins entscheidende letzte Einzel gedrängt. Das Doppel war mit 3:1 an die Titelverteidiger gegangen, doch im ersten Einzel gelang es Alexander Öhgren einen 0:2 -Rückstand gegen Thomas Brüchle noch zu drehen. Somit war es an Schmidberger, den Einzug ins Endspiel gegen Sjoqvist in trockene Tücher zu bringen – was sich der Einzel-Europameister gegen die Nummer 47 der Welt nicht nehmen ließ.

Das Finale war wie im Einzel-Wettbewerb ein deutsch-französisches: Florian Merrien hatte mit seinem Partner Sylvan Noel im zweiten Semifinale die Ukrainer mit 2:0 besiegt. Doch wie schon im Einzel gab es auch hier kein Happy-End für Frankreich. Souverän gewann das deutsche Duo das Doppel und auch im Einzel ließ Brüchle gegen Noel nichts anbrennen. Seit 2011 besetzen die Rekord-Europameister nun durchgehend das oberste Treppchen im Team-Wettbewerb der WK 3.

Herren gewinnen in der WK 11 nach Finalkrimi Silber

Große Gegenwehr leistete das deutsche Trio im Finale der WK 11 gegen die topgesetzten Franzosen: Florian Hartig und Dirk Hartmann gewannen den ersten Satz des Eingangsdoppels gegen Lucas Creange und Antoine Zhao mit 11:7, dann entwickelte sich ein regelrechter Krimi. Alle der folgenden vier Sätze wurden mit nur zwei Punkten Differenz entschieden. Leider waren es im entscheidenden Satz der Weltranglisten-Dritte Creange und sein Partner Zhao, die mit 11:9 die Nase vorn hatten.
Im anschließenden Spiel von Maximilian Kröber gegen Timothe Ivaldi sah es so aus, als könne der Franzose seinen 3:0-Erfolg aus dem Einzel-Wettbewerb wiederholen, nachdem er die ersten beiden Sätze gewonnen hatte. Doch der 19-jährige Berliner war noch nicht geschlagen: Mit großem Kampfgeist holte er sich den dritten Durchgang und schaffte im umkämpften vierten Satz sogar den Ausgleich. Doch in Durchgang 5 hatte Ivaldi am Ende die besseren Nerven und holte den Titel nach Frankreich. Hartig, Hartmann und Kröber haben nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Sie holten die erste Medaille, die jemals ein deutsches Team in der WK 11 erspielte.

Damen fehlt in der WK 6-8 das notwendige Quäntchen Glück

Die Damen der WK 6-8 gewannen ihr Halbfinale gegen die Norwegerinnen Dahlen/Korneliussen mit 2:0. Stephanie Grebe und Juliane Wolf entschieden das Doppel im Entscheidungssatz für sich, nachdem beide Teams zunächst immer abwechselnd einen Durchgang auf ihre Seite holen konnten. Anschließend hatte Wolf mit Korneliussen wenig Mühe. Die Weltranglisten-Neunzehnte der WK 7 konnte zwar den dritten Satz gewinnen, die anderen Sätze gingen aber klar an die Offenburgerin.

Im Finale gegen Polen war schließlich das Doppel der ausschlaggebende Punkt: Dieses Mal waren es allerdings Grebe/Wolf, denen im letzten Satz das entscheidende Quäntchen Glück fehlte. Jastrzebska/Marszal gewannen Satz 5 mit 11:9. Anschließend revanchierte sich Wolf mit einem 3:1-Sieg bei Dajana Jastrzebska für ihre Niederlage im Einzel-Wettbewerb, doch Grebe musste nach einem engen Spiel Katarzyna Marszal zum Sieg gratulieren. Damit beenden Stephanie Grebe, Juliane Wolf und Corinna Hochdörfer die Europameisterschaften als Vize-Europameisterinnen im Team.

Bronze für die Herren der WK 5 und WK 6

In der WK 5 lief es am Final-Tag nicht ganz wie erhofft: Jan Gürtler und Valentin Baus unterlagen der Türkei im Halbfinale mit 0:2. Das Doppel holten Ali Oztürk und Hamza Caliskan überraschend deutlich auf ihre Seite, anschließend konnte Gürtler die beiden ersten Sätze gegen Caliskan knapp für sich entscheiden. Doch die Nummer 16 der WK 5 bewies Nervenstärke und drehte das Match noch. Damit gelang den Türken die Revanche für das Halbfinal-Aus bei der EM 2017. Baus/Gürtler dürfen somit Team-Bronze von dieser EM mit nach Hause nehmen.

Auch Tim Laue und Benedikt Müller unterlagen in ihrem Halbfinale der WK 6 – allerdings musste das griechische Team für seinen Sieg hart arbeiten. Laue/Müller gingen im Doppel mit 2:0 in Führung - und verloren ihre Coolness auch nicht, als Chatzikyriakos/Mouchthis nach Sätzen ausglichen. Die deutschen Youngster gewannen den fünften Satz mit 11:8. Anschließend musste sich Müller Chatzikyriakos in vier Sätzen geschlagen geben und Laue unterlag Mouchthis mit 0:3. Bronze ist ein tolles Resultat für den 23-jährigen Laue und den erst 16-jährigen Müller – der damit gleich von seiner ersten Europameisterschaft medaillendekoriert nach Hause zurückkehrt.

Einen versöhnlichen Abschluss feierten auch Lisa Hentig und Sandra Mikolaschek in der WK 4-5: Sie gewannen ihr letztes Spiel gegen Russland mit 2:1 und schließen die EM somit auf Rang 4 ab.

Bundestrainer Ziegler: "Unsere Athleten haben sich weiterentwickelt"


Bundestrainer Volker Ziegler erlebte in Helsingborg ein unvergessliches Turnier: „Wir haben unsere Arbeit in den vergangenen Monaten noch einmal professionalisiert – unter anderem durch mehr hauptamtliche Trainer. Ich freue mich sehr, dass wir hier schon die ersten Früchte sehen“, so Ziegler. „Unsere Athleten haben gezeigt, dass sie sich weiterentwickelt haben und auf europäischer Ebene inzwischen fast überall oben mitmischen. Besonders freut mich natürlich, dass Tom Schmidberger und Valentin Baus ihr Ticket für Tokio bereits lösen konnten. Toll ist aber auch, dass mit Janina Sommer, Benedikt Müller, Dirk Hartmann und Maximilian Kröber gleich vier unserer Debütanten eine Medaille erspielt haben.“

Alle Ergebnisse im Detail und weitere Informationen zu den Europameisterschaften in Helsingborg finden Sie auf der Turnierseite der ITTF: www.ittf.com/<wbr />tournament/5090/European-Para-<wbr />Championships-2019/.

Die Ergebnis der Deutschen vom Samstag im Überblick:

Team WK 3

HALBFINALE: GER - SWE 2:1
Brüchle/Schmidberger - Öhgren/Sjoqvist 3:1
Brüchle - Öhgren 2:3
Schmidberger - Sjoqvist 3:0

FINALE: GER - FINALERA 2:0
Brüchle/Schmidberger - Merrien/Noel 3:0
Brüchle - Noel 3:0
Brüchle/Schmidberger sind Europameister.


Team WK 5

HALBFINALE: GER - TUR 0:2
Baus/Gürtler - Caliskan/Ozturk 0:3
Gürtler - Caliskan 2:3
Baus/Gürtler gewinnen Bronze.


Team WK 6

HALBFINALE: GER - GRE 1:2
Laue/Müller - Chatzikyriakos/Mouchthis 3:2
Müller - Chatzikyriakos 1:3
Laue - Mouchthis 0:3
Laue/Müller gewinnen Bronze.


Team WK 11

FINALE: GER - FINALERA 0:2
Hartig/Hartmann - Creange/Zhao 2:3
Kröber - Ivaldi 2:3
Hartig/Hartmann/Kröber sind Vize-Europameister.


Team WK 4-5

GER -. RUS 2:1
Hentig/Mikolaschek - Vasileva/Popova 3:2
Hentig - Popova 2:3
Mikolaschek - Vasileva 3:0
Hentig/Mikolaschek belegen Platz 4.


Team WK 6-8

HALBFINALE: GER - NOR 2:0
Grebe/Wolf - Dahlen/Korneliussen 3:2
Wolf - Korneliussen 3:0

FINALE: GER - POL 1:2
Grebe/Wolf - Jastrzebska/Marszal 2:3
Wolf - Jastrzebska 3:1
Grebe - Marszal 1:3
Grebe/Harenberg/Wolf sind Vize-Europameister. 

 

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