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Ehemals Rivalen, jetzt Freunde: Jochen Wollmert und der Engländer William Bayley (Foto: Doessler)
Der sechsmalige Weltmeister verzichtet auf seinen möglichen achten WM-Start

Paralympics-Sieger Jochen Wollmert kümmert sich künftig um Talente

02.09.2022

Wuppertal. Der Sport schreibt des Öfteren kuriose Geschichten. So wollte Jochen Wollmert unbedingt nach Tokio, um zum achten Mal in seiner langen Ausnahme-Karriere an den Paralympischen Spielen teilzunehmen. Covid-19, lediglich Rang zwei beim paralympischen Qualifikationsturnier, wo nur der erste Platz die Qualifikation für Tokio bedeutet hätte sowie die Ablehnung der für den fünfmaligen Goldmedaillengewinner beantragten wildcard durch das Internationale Paralympische Tischtennis-Komitee (IPTTC) machten Wollmerts Sportlertraum im Vorjahr zunichte.

Zum geplanten Ende seiner internationalen Karriere ging der sechsfache Weltmeister Jochen Wollmert deshalb noch einmal im Mai und Juni 2022 bei den Weltranglistenturnieren im slowenischen Lasko und mexikanischen Cancun an den Start. Motiv der Reise: Sein Abschied von der internationalen Bühne mit einem sportlichen und persönlichen Adieu für seine langjährigen Weggefährten und ehemaligen Konkurrenten. Doch mit seinen guten Ergebnissen erspielte sich der elffache Europameister gleichzeitig noch einmal sein Ticket für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im November.

„32 Jahre auf internationalem Parkett reichen mir“

Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Granada, sie wäre seine achte. „Verrückte Welt“, beschreibt Wollmert den kuriosen Umstand seiner Qualifikation, die ihm im Vorjahr, als sie so begehrt war, bei den Paralympics verwehrt geblieben war. Den ambitionierten Sportler Wollmert, der auch mit bald 58 Jahren noch immer zu den besten seiner Wettkampfklasse gehört, juckt es zwar nach wie vor gehörig in den Fingern. Für den Wuppertaler, der im Regelsport für den TTC Bärbroich in der Verbandsliga an den Start geht und im Behindertensport bei den TSF Heuchelheim aufschlägt, ist die WM im spanischen Granada aber dennoch kein Thema mehr. Wollmert hat abgeschlossen mit der Para Tischtennis-Nationalmannschaft und seinen Einsätzen im Team Deutschland Paralympics. „Es ist schön zu sehen, dass ich immer noch mithalten kann, aber 32 Jahre auf internationalem Parkett reichen mir. Nun sind jüngere an der Reihe, die Erfolge fortzusetzen.“

Wollmert will sich um den Nachwuchs kümmern

Gerne würde Jochen Wollmert deshalb seinen persönlichen Qualifikationsplatz der jungen deutschen Nachwuchshoffnung in seiner Klasse, Henrik Meyer, zur Verfügung stellen. Die Idee des Fair-Play-Preisträgers des DOSB 2012 scheitert jedoch an den Statuten des internationalen Verbandes. Laut diesen rückt einer jener Spieler nach, die über die Weltrangliste für die Ersatzreihenfolge vorgesehen sind. Dort fehlt der Name Meyer - noch. Vielleicht hilft aber diesmal die erneut durch den Deutschen Behindertensportverbandes beantragte wildcard, der das IPTTC letztes Jahr im Falle Wollmerts nicht nachgekommen war.

Ganz unabhängig davon: Dem Tischtennis bleibt Wollmert auf alle Fälle treu. Sei es in den Meisterschaftsspielen beim TTC Bärbroich, dem Training bei den TSF Heuchelheim in Verbindung mit den anstehenden Deutschen Meisterschaften und den Trainingslagern mit dem Nachwuchs des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V. (HBRS). Der Ausnahmesportler möchte mit seiner Kompetenz und reichen Erfahrung den Talenten helfen. „Mir ist es wichtig, gerade unseren vielversprechenden Nachwuchskräften Wege aufzuzeigen, um vielleicht auch einmal bei der EM, WM oder sogar den Paralympics an den Start zu gehen,“ freut sich Jochen Wollmert auf diese neue Herausforderung.

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