Passau. Der TTC Fortuna Passau hat gerade allen Grund zur Vorfreude: Nicht nur ist der Klassenerhalt und damit das 25-jährige Zweitligajubiläum in der kommenden Saison in trockenen Tüchern, der Verein feiert 2026 auch 75-jähriges Bestehen.
„Momentan ist die Stimmung gut“, stellt Sportwart Walter Reichert fest. Seit 1968 ist er Teil des Vereins, hat die ersten beiden Mannschaft bei ihren Erfolgen von Beginn an begleitet. „Ich war immer dabei“, sagt der Routinier nun im Rückblick. Er ist Teil einer Passauer Erfolgsgeschichte, denn die Fortuna ist durchaus der Stolz in der niederbayerischen Dreiflüssestadt. „Wir gehören zur Spitzengruppe des Sports“, verlautet man da, denn mit der 2. Bundesliga ist die Fortuna am höchsten unter den lokalen Sportarten vertreten. In der kommenden Saison feiert man ein Vierteljahrhundert im Unterhaus – es war das große Ziel der letzten Jahre. Nachdem es in der Vergangenheit auch immer mal wieder Zitterpartien gab, ist die Lage im März 2025 recht entspannt. Der Verein steht bei einer Punktebilanz von 21:13 auf dem zweiten Platz, die Abstiegsränge waren bereits früh weit entfernt. Aus diesem Grund sind die Planungen für die Jubiläumssaison in vollem Gange.
Dass man bereits früh im Jahr in die Zweitligaplanung für die kommende einsteigen konnte, das ist vor Ort nicht immer selbstverständlich gewesen. Denn in 25 Jahren Ligazugehörigkeit drohte auch mal der Abstieg. „Da kann man dann gar nicht planen“, weiß Reichert. Im letzten Jahr hatte man die Saison auf dem achten Platz abgeschlossen. In der Vorsaison 2021/22 wäre der Super-GAU fast eingetreten. Der Abstieg war im Relegationsspiel gegen den Sportbund Stuttgart fast festgestanden, in letzter Sekunde konnte man sich retten. Diese nervenaufreibenden Minuten sind mittlerweile abgehakt, der Blick geht frohen Mutes nach vorne.
Denn in 25 Jahren hatte man so ziemlich alles erlebt, was der Ligabetrieb zu bieten hat. Dreimal winkte der Aufstieg, die finanzielle Belastung war aber zu groß. Stattdessen blieb man im Unterhaus eine feste Größe, machte dort auch den ein oder anderen Wandel mit. Walter Reichert kritisiert die Wechselmöglichkeit zur Rückrunde: „Das verfälscht die Liga.“ Immer wieder setzte der Verein auch auf regionale Talente, unter anderem schlug Nachwuchstalent Daniel Rinderer im Fortuna-Dress auf. Mittlerweile in der 3. Bundesliga Süd beim TSV Windsbach aktiv, dürfte Rinderer nächstes Jahr zumindest für ein Auswärtsspiel wieder in die niederbayerische Heimat zurückkehren: Der TSV hat mit der vorgezogenen Meisterschaft das Unterhausticket gelöst, ergänzt das bisherige bayerische Duo aus Passau und Hilpoltstein.
Fragt man in Passau nach Vereinslegenden, dann fällt schnell der Name Martin Pytlik. Der Routinier hatte den Verein von der Bayernliga bis ins Unterhaus begleitet, war bis in die 2010er-Jahre eine wichtige Stütze des Teams. 21 Jahre für den Verein aktiv zu sein, das wissen Funktionäre und Fans zu schätzen. „So etwas würde es heute nicht mehr geben“, meint Reichert. A propos Fans: Der Fortuna ist es gelungen, einen treuen Stamm an Unterstützern aufzubauen. Was die Sponsoren angeht, dort lebt der Verein von vielen kleineren Firmen und Gönnern – Großinvestoren gibt es in Passau nicht. Auch dort – so erzählt es Walter Reichert – könne man aber von der langjährigen Treue profitieren.
75 Jahre TTC stehen an
Bald wird man in Niederbayern auch in die Planungen für ein weiteres großes Ereignis einsteigen: Die Fortuna wird nämlich 75 Jahre alt. Bevor es so richtig losgehen kann, muss das Team aber noch einmal ran. Abschließen wird die Truppe um Spitzenspieler Yuki Matsuyama die Saison nämlich mit dem bayerischen Derby gegen Hilpoltstein am 13. April.