Petrissa Solja und Patrick Franziska verpassten knapp das Endspiel (Foto: MS)
Endspiele in den drei Doppel-Wettbewerben finden am Samstag ohne deutsche Beteiligung statt

Petrissa Solja verpasst zweimal knapp das Finale

Marco Steinbrenner 31.01.2020

Magdeburg. Wenn bei den German Open in Magdeburg am Samstag die Endspiele in den drei Doppel-Wettbewerben ausgetragen werden, steht keine deutsche Kombination mehr am Tisch. Petrissa Solja hat sowohl mit Nina Mittelham als auch mit Patrick Franziska den Einzug in das Finale knapp verpasst. Beide DTTB-Duos unterlagen im Halbfinale. Bereits im Viertelfinale ereilte im Herren-Doppel Patrick Franziska und Dimitrij Ovtcharov das Aus.

Enttäuschung hält sich bei Solja/Franziska in Grenzen

„Wir haben gegen das beste Mixed der Welt verloren“, stellte Patrick Franziska nach der 2:3-Niederlage im Halbfinale an der Seite von Petrissa Solja gegen Liu Shiwen/Xu Xin aus China fest. Nachdem die deutsche Kombination zuvor zweimal mit 0:3 gegen die Weltmeister das Nachsehen hatte, gestalteten die Deutschen diesmal das Match lange offen. „Die Art und Weise, wie wir uns heute präsentiert haben, macht uns Hoffnung. Das motiviert für die Zukunft“. Sowohl bei Franziska als auch bei Solja hielt sich die Enttäuschung, das Endspiel nur knapp verpasst zu haben, deshalb in Grenzen. „Unsere Gegner sind individuell so stark, dass wir jeden Ball mit sehr viel Risiko spielen mussten“, sagte die Linkshänderin. Eine Runde zuvor blieben Solja/Franziska gegen Doo Hoi Kem/Wong Chun Ting aus Hongkong ohne Satzverlust. „Wir waren von Beginn an präsent. Nach der 2:0-Führung haben sich in unserem Spiel aber einige Fehler eingeschlichen“, zeigte sich Petrissa Solja selbstkritisch. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio arbeitet das DTTB-Duo nun daran, sich in der für die Setzung maßgebenden Rangliste vom zehnten Platz noch nach vorne zu arbeiten. „Wir wollen für die Olympiasetzung unter die Top 8“, so Franziska.

Mittelham/Solja haben die Überraschung auf dem Schläger

„Mit dem Gewinn des dritten Satzes hätten wir natürlich eine bessere Position gehabt“, stellte Nina Mittelham nach der Halbfinal-Niederlage mit Petrissa Solja gegen Chen Meng/Wang Manyu klar. Beim Stand von 4:11, 11:7 und 11:10 ließ die deutsche Paarung einen Satzball liegen und verlor den Durchgang noch 13:15. Auch der vierte Abschnitt ging mit 11:4 an die Weltklasse-Kombination aus China, die bis zur Vorschlussrunde nicht einen Satz in Magdeburg verloren hatte. Die Enttäuschung nach dem verpassten Einzug in das Endspiel hielt sich bei Mittelham und Solja aber in Grenzen. „Im Vorfeld hatten wir gar nicht damit gerechnet, so nah dran zu sein“, gestand Petrissa Solja. „Wir haben gut gespielt. Um zu gewinnen, hätten Nina und ich allerdings immer konstant eine Top-Qualität in den Schlägen haben müssen. Teilweise waren wir nicht aggressiv genug und standen zu weit vom Tisch entfernt.“ Für Nina Mittelham war für den Spielausgang mitentscheidend, „dass wir ein paar einfache Bälle liegen gelassen haben“. Mit Choi Hyojoo/Shin Yubin (Südkorea) hatte das deutsche Duo bereits ein starkes Doppel im Viertelfinale bezwungen. „Wichtig war der Gewinn des ersten Satzes“, berichtete Mittelham nach dem 16:14, 4:11, 13:11 und 11:9-Erfolg. „Die Führung im Rücken sorgte natürlich für zusätzliches Selbstvertrauen.“

Franziska/Ovtcharov verpassen den Einzug in das Halbfinale

Jakub Dyjas (Polen) und Cedric Nuytinck (Belgien) erwiesen sich beim Platinum-Turnier in der GETEC-Arena als „Deutschland-Schreck“. Nachdem im Achtelfinale die Finalisten von 2019, Benedikt Duda/Dang Qiu, bereits das Nachsehen hatten, mussten sich auch Patrick Franziska/Dimitrij Ovtcharov dem eingespielten Duo geschlagen geben. „Trotz der Niederlage haben die Beiden ein gutes Turnier gespielt“, bilanzierte Bundestrainer Jörg Roßkopf. „Ein paar Spielzüge müssen für die Zukunft sicherlich noch erarbeitet werden.“ Auch die DTTB-Kombination selbst war trotz der verpassten Vorschlussrunde nicht unzufrieden.. Ein wenig trauerten Franziska und Ovtcharov allerdings den jeweils in der Verlängerung verlorenen ersten zwei Durchgängen nach. „Wenn wir den ersten Satz gewinnen, entscheiden wir auch das Spiel für uns“, legte sich Dimitrij Ovtcharov fest. Auch sein Partner war der Überzeugung, „dass wir Durchgang eins oder zwei hätten für uns entscheiden müssen“.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio wird der Bundestrainer in naher Zukunft weitere Kombinationen testen. Die Eindrücke der Duos Timo Boll/Ricardo Walther und Patrick Franziska/Dimitrij Ovtcharov in Magdeburg seien, so Roßkopf, „positiv gewesen“. Beim World-Tour-Turnier in Ungarn beispielsweise gehen in wenigen Wochen Duda/Franziska an den Start. Die Kombinationen für die Qatar Open hat Roßkopf noch nicht festgelegt.

Zu den Ergebnissen auf der ITTF-Webseite

Die Doppel mit DTTB-Beteiligung

Herren-Doppel, Viertelfinale
Patrick Franziska/Dimitrij Ovtcharov - Jakub Dyjas/Cedric Nuytinck POL/BEL 2:3 (-10,-11,7,9,-5)

Herren-Doppel, Achtelfinale
Timo Boll/Ricardo Walther - Jeoung Youngsik/Lee Sangsu KOR 1:3 (-6,-5,8,-10)
Benedikt Duda/Dang Qiu - Jakub Dyjas/Cedric Nuytinck POL/BEL 1:3 (4,-5,-7,-8)
Patrick Franziska/Dimitrij Ovtcharov - Ovidiu Ionescu/Alvaro Robles ROU/ESP 3:0 (9,1,3)

Herren-Doppel, Qualifikationsrunde
Patrick Franziska/Dimititrij Ovtcharov – Kwan Man Ho/Ng Pak Nam HKG 3:1 (10,5,-16,10)
Timo Boll/Ricardo Walther – Eric Jouti/Thiago Monteiro BRA 3:0 (6,4,9)

Damen-Doppel, Halbfinale
Nina Mittelham/Petrissa Solja - Chen Meng/Wang Manyu CHN 1:3 (-4,7,-13,-4)

Damen-Doppel, Viertelfinale
Nina Mittelham/Petrissa Solja - Choi Hyojoo/Shin Yubin KOR 3:1 (14,-4,11,9)

Damen-Doppel, Achtelfinale
Nina Mittelham/Petrissa Solja - Polina Mikhailova/Yana Noskova RUS 3:0 (6,10,8)

Damen-Doppel, Qualifikationsrunde
Han Ying/Shan Xiaona – Choi Hyojoo/Shin Yubin JPN 1:3 (-8,-7,7,-11)

Mixed-Halbfinale
Petrissa Solja/Patrick Franziska - Liu Shiwen/Xu Xin CHN 2:3 (-5,10,-2,9,-5)

Mixed-Viertelfinale
Petrissa Solja/Patrick Franziska - Doo Hoi Kem/Wong Chun Ting HKG 3:0 (5,4,13)

Mixed, Achtelfinale
Petrissa Solja/Patrick Franziska - Tatiana Kukulkova/Wang Yang SVK 3:0 (6,7,4)

Mixed, Qualifikation, Runde 1
Dang Qiu/Nina Mittelham – Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs ROU 0:3 (-9,-7,-7)

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