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Gefragter Gesprächspartner im Frankfurter Flughafen: Dima Ovtcharov (Foto: DOSB / dpa Picture Alliance)
Olympisches Dorf: Kurze Wege, schnelles Internet, funktionierende Klimaanlagen und ein autonom fahrender Bus

Prause: „Hier werden wir uns wohlfühlen“

SH 19.07.2021

Tokio. 32 Grad, knapp 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Da ist man froh, kein Marathonläufer zu sein bei den Olympischen Spielen in Tokio. „Es ist ziemlich warm, so wie es auch vorhergesagt war“, sagt Sportdirektor Richard Prause, der als DTTB-Vorhut bereits am Samstag von Frankfurt am Main aus Richtung Japan abgehoben war. Prause ist bei Olympia der Teilmannschaftsleiter, der Verbindungsmann zwischen Aktiven und Betreuern und dem Stab des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Außerdem vertritt er das Team vor Ort gegenüber der ITTF. Der Teilmannschaftsleiter erledigt alles Organisatorische, vom täglichen DOSB-Briefing in den frühen Morgenstunden bis zur Meldung eines Defekts im Apartment. Und natürlich wird er bei der Auslosung am Mittwoch, 21. Juli, ab 11 Uhr deutscher Zeit vor Ort sein. Wegen der Pandemie ist Prause zusätzlich der so genannte „Covid Liaison Officer“, der sich vor und während der Spiele um alle Corona-Angelegenheiten seines Teams zu kümmern hat. Schon vor dem Abflug mussten alle Teilnehmer zwei negative PCR-Tests vorweisen. Und wurden am Flughafen in Tokio erneut getestet: alle erneut negativ übrigens.

Gros des DTTB-Aufgebots um Fahnenträger-Kandidat Ovtcharov gut gelandet

Gleich zur Begrüßung und einem kurzen ersten Erfahrungsaustausch nach der vierstündigen Einreise- und Test-Prozedur am Tokioter Flughafen Haneda inklusive anschließender Busfahrt zum Olympischen Dorf sah Richard Prause bekannte Gesichter: Dirk Schimmelpfennig, der als DOSB-Vorstand Leistungssport in Tokio als Chef de Mission für das komplette Team Deutschland fungiert, und Peter Kreutzer, beim DOSB für Verbandsberatung und Sportförderung im Geschäftsbereich Leistungssport zuständig.

Das Gros vom Tischtennis-Team Deutschland ist einen Tag nach Prause angekommen: Fahnenträger-Kandidat Dimitrij Ovtcharov sowie seine Mannschaftskollegen und -kolleginnen Patrick Franziska, Benedikt Duda, Petrissa Solja, Han Ying und Nina Mittelham sowie das Betreuer-Team, das Bundestrainer-Trio Jörg Roßkopf, Lars Hielscher und Jie Schöpp und der „Club Med“ mit Physio Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen in Frankfurt am Main) sowie Mannschaftsarzt Dr. Toni Kass. Auch der deutsche ITTF-Präsident Thomas Weikert war mit an Bord. Zusammen mit einem großen Teil des Gesamtteams Deutschland wurden sie am Sonntag am Frankfurter Flughafen in Business Class Lounge Z der Lufthansa vor Medienvertrern verabschiedet, ehe es mit Flug LH716 nach Japan ging. Mit den Tischtennis-Leuten stiegen unter anderem die Teams Basketball, Beachvolleyball und Wasserspringen ins Flugzeug. Shan Xiaona und Timo Boll als die einzigen noch fehlenden Teammitglieder der Tischtennis-Delegation fliegen am Montagabend ab hinterher.

Team-Hochhaus 20 im kompakten Dorf

In Tokio hatte Richard Prause zu diesem Zeitpunkt längst das Olympische Dorf erkundet und die Apartments seiner Mannschaft inspiziert. DOSB-Team Deutschland ist zusammen mit den Österreichern und Belgiern im Team-Hochhaus 20 im kompakten Dorf untergebracht. „Für japanische Verhältnisse ist die Größe der Apartments durchaus großzügig, wenn auch natürlich nicht groß im ‚klassischen‘ Sinne. Alle sind mit Klimaanlagen und schnellem Internet ausgestattet“, erklärt Prause. „Ich denke, wir werden uns hier wohlfühlen.“ Es seien relativ kurze Wege, die man innerhalb des Dorfs zurücklegen muss. In den wie üblich beeindrucken großen „Dining Halls“, den Olympia-Speisesälen für alle Nationen und Sportarten, haben die Gruppen kleine, durch Plastikscheiben abgetrennte Bereiche, um beim Essen den nötigen Abstand wahren zu können.

Und noch ein Detail: „Ich weiß nicht, ob man es braucht, aber es ist ganz witzig“, so der DTTB-Sportdirektor: „Der Bus im Olympischen Dorf fährt autonom. Es gibt aber einen Aufpasser, der zur Not eingreifen kann, sollte der Bus falsch fahren.“ Die Distanzen seien auch zu Fuß oder per Fahrrad zurückzulegen, die man sich vor Ort leihen kann. „Die Ausmaße des Dorfs sind im Verhältnis – etwa zu den Spielen in Peking – nicht so groß, aber trotzdem sind hier natürlich Tausende Menschen untergebracht.“ Rund 18.000 Athleten und Offizielle werden in den 21 Gebäuden innerhalb des 44 Hektar großen Olympischen Dorfes in der Bucht von Tokio wohnen.

Herren-Team: Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ergänzungsspieler: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Team: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Han Ying (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Ergänzungsspielerin: Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Herren-Einzel: Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll
Damen-Einzel: Petrissa Solja, Han Ying
Gemischtes Doppel: Patrick Franziska/Petrissa Solja
Teilmannschaftsleiter: Richard Prause (Sportdirektor)
Trainer-Team: Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Lars Hielscher (Assistenztrainer)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Arzt: Dr. Antonius Kass (Düsseldorf)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf (Düsseldorf)

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