Erfolgreich und harmonisch: Das Duo Timo Boll/Patrick Franziska (Foto: ITTF)
Mit Ausnahme des Herren-Doppels drückt China den Qatar Open seinen Stempel auf

Qatar Open: Silbermedaille für das Duo Timo Boll/Patrick Franziska

30.03.2019

Doha. Irgendwann musste es passieren: Nach zwei Erfolgen bei den German Open 2013 und 2015 kassierten Timo Boll und Patrick Franziska bei ihrem dritten Turnierauftritt im Finale der Qatar Open gegen Ho Kwan Kit/Wong Chun Ting (Hongkong) ihre erste Niederlage überhaupt. Zuvor war am Vormittag Patrick Franziska im Viertelfinale des Einzelwettbewerbs gegen den topgesetzten Weltranglistenzweiten Xu Xin ausgeschieden.

Der dritte Turniersieg beim dritten Zusammenspiel der beiden Odenwälder war gegen die Hongkong-Chinesen beim 4:11, 11:7, 9:11 und 9:11 zwar greifbar nahe, gegen die starken Asiaten konnten das DTTB-Duo allerdings nicht ganz an die großartigen Leistungen der beiden letzten Tage anknüpfen. Der faire Sportsmann Timo Boll sah das nicht anders. "Die Gegner waren sehr gut. Sie haben präzise und aggressiv gespielt. Wir waren diesmal zudem vielleicht einen Tick langsamer. Schade war der Verlust des dritten Satzes. Aber insgesamt haben wir verdient verloren heute." Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf: "Bei 1:1 in Sätzen und einer 9:6-Führung war natürlich die Chance da. Aber die beiden haben heute eben auch nicht ganz die Leistung abrufen können wie an den letzten Tagen. Deshalb hat es im Finale nicht gereicht, auch wenn die Gegner natürlich sehr gut gespielt haben."

Mit dem Gewinn der Silbermedaille und den Erfolgen über die Ex-Weltmeister Chen Chien-An/Chuang Chih-Yuan (Tawain) und die aktuellen WM-Zweiten Masataka Morizono/Yuya Oshima (Japan) brachten sich die beiden Freunde jedoch nachhaltig für den Kreis der engsten Medaillenanwärter bei den nahen Weltmeisterschaften in Budapest (21.-28. April) ins Gespräch. Jörg Roßkopf, 1989 an der Seite von Steffen Fetzner selbst Weltmeister im Doppel, unterstreicht das: "Ich freue mich, dass wir so ein so starkes deutschen Doppel haben. Ich hoffe nun, die beiden bekommen eine gute Setzung für Budapest und eine ordentliche Auslosung - dann ist bei der WM vieles möglich! Die Qualität haben sie."

Wie es das deutsche Duo schaffte, bei drei Auftritten in sechs Jahren zwei Titel und einen Finaleinzug auf sein Habenkonto zu schreiben, erklärt Patrick Franziska: "Wir haben noch nie Doppel zusammen trainiert. Wir harmonieren einfach unglaublich - abseits von und an der Platte. Das macht es aus."

Patrick Franziska bereits in WM-Form

Vier Wochen vor der WM in Budapest war Patrick Franziska zudem bester Deutscher im Einzel. Der Weltranglisten-16. spielte nach seinem souveränen Auftaktsieg über den Franzosen Simone Gauzy ein beeindruckendes Einzel gegen den an Position neun im ITTF-Ranking platzierten Japaner Koki Niwa und wurde erst im Viertelfinale von den Krakentopspins des Weltranglistenzweiten Xu Xin gestoppt. Franziska hatte dennoch allen Grund, zufrieden zu sein: "Ich habe auch heute wieder richtig gut gespielt. Im Auf- und Rückschlagbereich habe ich gegen ihn ein sehr gutes Gefühl. Wenn es aber in die Rallies geht, dann ist er - noch - zu gut. Ich werde jedenfalls nicht aufhören, ihn anzugreifen: Die nächsten Duelle kommen wieder!" 

Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf ergänzt: "Patrick spielt sehr gut gegen Xu Xin, auch taktisch. Da kann er sich zwar bislang nichts für kaufen, aber die Matches sind sehr eng und Patrick ist auf dem richtigen Weg, muss vielleicht noch etwas ruhiger werden: Er ist jedenfalls nur ein, zwei Ballwechsel davon entfernt, eines dieser Matches gegen die absoluten Topstars zu gewinnen." Der Weltranglistenfünfte Timo Boll (gegen Chinas Weltmeister Ma Long) und der an 14 notierte Dimitrij Ovtcharov (gegen Taiwans 17-jährige Hoffnung Lin Yun-Ju) hatten sich gestern im Achtelfinale ebenso wie bei den Damen Han Ying vom Einzelturnier verabschiedet. Jörg Roßkopf zog eine positive Bilanz des Platinum Events der World Tour in Katar: "Unter dem Strich bin ich ganz zufrieden, wie es läuft, nicht nur mit dem Doppel. Wir haben jetzt noch zwei Lehrgänge in Düsseldorf und werden bis Budapest fleißig am Feinschliff arbeiten."

China dominiert die Qatar Open

Das Reich der Mitte drückt, mit Ausnahme des Herren-Doppels, den mit 300.000 Dollar dotierten Qatar Open beim letzten ernsthaften WM-Test seinen Stempel auf. Im Halbfinale des Damen-Einzels sowie im Endspiel des Damen-Doppels ist Chinas Elite unter sich, im Herren-Einzel stellt die dominierende Tischtennis-Nation mit Ma Long und Xu Xin, die nun aufeinandertreffen, sowie mit Lin Gaoyuan drei von vier Halbfinalisten. Einzig der Schwede Mattias Falck brach mit einem überraschenden Sieg über den 15-jährigen Japaner Tomokazu Harimoto in die Phalanx Asiens ein. Das Mixed ist bereits entschieden: Im Finale ließen die amtierenden Doppel Weltmeister Xu Xin/Liu Shiwen Seite an Seite den Japanern Masataka Morizono/Mima Ito beim 3:0 keine Chance.

Herren-Doppel
Finale
Timo Boll/Patrick Franziska - Ho Kwan Kit/Wong Chun Ting HKG 1:3 (-4,7,-9,-9)

Herren-Einzel
Viertelfinale
Patrick Franziska - Xu Xin CHN 1:4 (8,-8,-7,-8,-7)

Ergebnisse und Infos der Qatar Open


DIE DEUTSCHEN STARTER BEI DEN QATAR OPEN (26.-31.3.)
Damen: Han Ying (KTS Zamek Tarnobrzeg/Polen), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Petrissa Solja (TSV Langstadt), Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor)
Herren: Timo Boll (Borussia Düsseldorf9, Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Steffen Mengel (Post SV Mühlhausen), Kilian Ort (TSV Bad Königshofen), Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg/Russland), Qiu Dang (ASV Grünwettersbach), Bastian Steger (SV Werder Bremen), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach)

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